meinung
03/13/2020

Wende zu Wasser

Dass sich die Schifffahrt so lange gegen Umweltauflagen wehren konnte, liegt an ihrer Internationalität.

von Sandra Baierl

Mehr als zwei Dutzend neue Kreuzfahrtschiffe sollten 2020 zu Wasser gelassen werden – so lautete der Plan der Reedereien Anfang des Jahres, als die heute aktuelle Corona-Krise noch nicht in Sicht war. Die Kreuzfahrtbranche kämpft aktuell mit dem virenbedingten Gästeschwund – und seit Längerem mit dem Umweltthema. Bei Letzterem geht es vor allem um die Entwicklung alternativer Antriebe: Das Flüssiggas LNG ist derzeit die einzige marktfähige Alternative zum problematischen Schiffsdiesel, die ersten Reedereien rüsten ihre Schiffe mit dem Antriebsmittel aus. Nicht nur Kreuzfahrtschiffe, auch Fähren, Tanker und Containerschiffe sollen künftig mit dem Gastreibstoff unterwegs sein.

Auch wenn Umweltorganisationen mittlerweile wettern, dass LNG auch nicht besonders sauber ist, ist das Umdenken ein Anfang für eine maritime Energiewende, die kommen muss. Dass sich die Schifffahrt so lange gegen Umweltauflagen wehren konnte, liegt an ihrer Internationalität. Grenzwerte können nur global durchgesetzt werden – und solche Beschlüsse sind besonders langwierig und schwierig zu erzielen. An fehlender Technik liegt es wohl nicht. Schwefelfreier Treibstoff, moderne Katalysatoren und Abgasfilter sind erfunden – und auf Schiffen auch schon im Einsatz.

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