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Auktion

Älteste Vespa der Welt kommt unter den Hammer

Laut Experten hat der Roller einen Wert von bis zu 300.000 Euro.

03/22/2017, 03:13 PM

Es ist die älteste noch existierende Vespa der Welt, die vom online-Auktionshaus Catawiki angeboten wird.

Laut Experten ist das Zweirad mit der Fahrwerksnummer 1003 die dritte jemals gebaute Vespa und die älteste Existierende. Die Vespa 98 ccm stammt aus dem Jahr 1946 und es wurden 60 Exemplare der Serie 0 hergestellt - die beiden ersten Modelle der Serie existieren aber nicht mehr.

Bei der auf Catawiki zur Versteigerung stehenden Vespa handelt es sich um ein reines Handwerksprodukt, das komplett von Hand gelötet wurde und noch heute in funktionsfähigem Zustand ist. Davide Marelli über diese besondere Auktion: „Die Vespa ist überall auf der Welt bekannt und eine absolute Kultmarke. Immer mehr Sammler suchen nach antiken Modellen und die Nachfrage steigt weiter an. Wir hoffen sehr, dass die Vespa von einem Sammler oder einem Museum ersteigert wird, um dieses
außergewöhnliche Stück Geschichte festzuhalten.“ Wie auch bei bestimmten Automobilen steigert sich der Wert einiger Vespas über die Jahre. „Heute können gut erhaltene Modelle aus den 70er Jahren zum Teil das Fünffache ihres ursprünglichen Preises wert sein“, fügt der Catawiki-Experte hinzu.

Die Experten des Auktionshauses schätzen den Wert des Motorrollers auf 250.000 bis 300.000 Euro. Interessenten haben noch bis 28.März auf der Seite von Catawiki die Gelegenheit, mitzusteigern.

Die wichtigsten Vespa-Modelle

10 Fakten, die Sie vielleicht noch nicht kannten

  1. Die Vespa mag der Urvater aller modernen Scooter sein, gilt aber nicht als erster Motorroller. Vorläufer dieser Spezies gab es bereits in der Zwischenkriegszeit. Eine direkte Inspiration mag der Cushman Airborne gewesen sein. Das kleine Motorfahrzeug in Diensten der US-Armee wurde im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit Fallschirmeinheiten abgeworfen, um diese Truppen zu motorisieren – und war in den Jahren 1945/46 entsprechend häufig auch in Italien zu sehen.
  2. Warum die Vespa so aussieht wie sie aussieht, ist keinem Zufall zu verdanken – sondern einem Ingenieur, der noch nie zuvor ein erdgebundenes Verkehrsmittel konstruiert hatte: Corradino d’Ascanio. Er hasste Motorräder und entwickelte ein Fahrzeug, das vor Schmutz schützt und schnelle Reifenwechsel sowie mit freiem Durchstieg eine einfache Bedienung ermöglicht. Die legendäre Form beruht also nicht auf Design-Genie, sondern auf pragmatischen Überlegungen.
  3. Eigentlich hätte dieses Fahrzeug eine Innocenti Lambretta werden sollen. Doch d’Ascanio kam sich mit Ferdinando Innocenti wegen der Rahmenkonstruktion in die Haare und verkaufte sein Konzept an Piaggio. Die Lambretta kam ein Jahr später auf den Markt.
  4. Der Name Vespa ist eine Erfindung von Enrico Piaggio. Als er den ersten Prototypen von d’Ascanio gesehen hat, soll er ausgerufen haben: "Der schaut ja aus wie eine Wespe!"
  5. Als zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kleine Autos (Fiat 500, 2CV, Goggomobil, Isetta) begannen, den Zweirädern Stückzahlen abzunehmen, wollte auch Vespa ein Auto bauen. Der nur 2,8 Meter lange unter 400 Kilo leichte Vespa 400 kam 1957 auf den Markt, war aber kein Erfolg. Nach nur vier Jahren und 30.000 gebauten Exemplaren wurde das Pkw-Experiment eingestellt. (Heute gibt es von Mutterkonzern Piaggio allerdings Kleintransporter.)
  6. Hollywood und Vespa waren seit jeher füreinander bestimmt, egal, ob auf der Leinwand (von Gregory Peck/Audrey Hepburn in "Ein Herz und eine Krone", 1953, bis zu Jude Law in "Alfie", 2004) oder im Alltag: Tom Hanks, Jason Segel, Joshua Jackson, Jonah Hill, Owen Wilson und viele andere Filmstars fahren Vespa.
  7. Seit 1946 wurden weltweit über 18 Millionen Vespa verkauft – damit ist das italienische Insekt der beliebteste Roller aller Zeiten.
  8. In keinem anderen Land kann Vespa auf einen so hohen Marktanteil verweisen wie in Österreich. Wir sind also Vespa-Weltmeister, wenn man so will. Fast jeder dritte Roller ist eine Vespa, in der Hitparade über 50 Kubik nimmt Vespa die ersten drei Plätze ein. Und der Bestseller, die GTS 300, verkauft sich mehr als drei Mal so gut wie das beliebteste Motorrad.
  9. Einer der aktuell rührigsten Zweirad-Stuntmänner kommt aus Österreich – und fährt Vespa. Günter Schachermayr aus Steyr hat in den letzten Jahren zahlreiche Weltrekorde auf dem Roller aufgestellt, fuhr damit unter anderem auf die Bergisel-Schanze, unter Wasser und knapp 45 Meter auf einem Stahlseil senkrecht gen Himmel.
  10. Azzurro 70 heißt die eigentümliche Farbe, die Vespa zum 70. Geburtstag gemischt hat. Sie kleidet eine Reihe von Sondermodellen mit dem Zusatz "Settantesimo": Die klassische PX, die neue Primavera und die beliebte GTS sind in verschiedenen Hubräumen als Jubiläumsmodelle verfügbar. Wer Blau nicht mag: Es kommen auch Sondermodelle in Silber.
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