epa03659978 The world's longest luxury yacht, the 180 meter long 'Azzam', docks at the outfitting pier of the Luerssen shipyard in Bremen, Germany, 12 April 2013. The yacht is equipped with a 93,000 HP of performing machinery with a top speed of 30 knots. EPA/INGOP WAGNER

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News
09/04/2012

Bald soll es eine neue Superyacht geben

Im alljährlichen Yacht-Ranking führt Roman Abramowitsch vor dem Emir von Dubai. Aber nicht mehr lange.

von Susanne Bobek

Bei Motoryachten geht es um Meter. Grob geschätzt kostet ein Meter Yacht eine Million Euro. In der Kategorie der Super­luxusyachten wird diese Summe aber ganz locker überschritten. Roman Abramowitsch hat laut Boote Exklusiv in seine Eclipse bereits mehr als 850 Millionen Euro gesteckt. Derzeit wird das Schiff in Barcelona umgebaut. Mit 164 Meter Länge ist die Eclipse die größte Privatyacht der Welt. Aber nicht mehr lange.

Die Azzam, ein Schiff von der Länge von 181 Metern, wird gerade unter größtmöglicher Geheimhaltung in der Bremer Lürssen-Werft gebaut. Neben der Hamburger Werft Blohm + Voss, wo die Eclipse herkommt, sind die Norddeutschen Weltmarktführer im Bau von „Quietschenten für große Jungs“, wie sich einer der Chefingenieure ausdrückt.

Auftraggeber für die Azzam soll, so wird gemutmaßt, der saudische Prinz Al-Waleed bin Talal sein, der das Schiff spätestens 2014 abholen möchte. Seine Yacht wird dann um 17,5 Meter länger sein als das Abramowitsch-Schiff.

Die Yachtexperten fragen sich, was Abramowitsch dann wohl tun wird? Noch einmal 18 Meter nachrüsten? Geht wohl nicht.

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REUTERSRussian billionaire Roman Abramovichs superyacht “Eclipse” turns in the Elbe river after it left Dock 10 at the Blohm + Voss shipyard in Hamburg April 16, 2010. The 170-metre-long luxury yacht is reported to be worth 400 million Euros ($540 milli

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REUTERSThe 155-metre (509 feet) yacht Al Said, owned by Omans ruler Sultan Qaboos bin Said, is moored in the Adriatic port of Bari, Italy May 21, 2008. Italian media reports the Sultan arrived in a 747 jet on Monday for a private visit. REUTERS/Fabio Seri

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REUTERSAmericas Cup Challenger BMW Oracle of the U.S. sails close Larry Ellisons super yacht "Rising Sun" (R) after the Round Robin 2 Flight 9 match race at the Louis Vuitton Cup in Valencia May 7, 2007. REUTERS/Victor Fraile (SPAIN). EDITORIAL USE ONLY

AP** ADVANCE FOR SUNDAY, AUG. 7 **The Octopus, anchored off Villefranche, France in June 2004, is the $250 million brainchild of Paul Allen, co-founder of software giant Microsoft. The 414-foot yacht has seven decks, two helicopter pads, a swimming pool,

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Neue Bescheidenheit

Oder er macht es wie Oracle-Gründer Larry Ellison, der mit seiner 138,4 Meter langen Rising Sun vor Microsoft-Mitbegründer Paul Allen 2005 das Ranking gewann. Er hat sein Schiff aus der Lürssen-Werft mit 82 Räumen (!) kurzerhand an seinen Miteigner, den Medienmagnaten David Geffen, weiterverkauft und ist wie zum Spott über die Rekordsucht auf die nur 88 Meter lange, sehr elegante Yacht Musashi umgestiegen. Dafür segelte sein Team Oracle 2011 für die älteste Sporttrophäe der Welt, den America’s Cup, zum Sieg. Segeln ist halt anspruchsvoller als Motorboot fahren.

Abramowitsch kann mit seiner Eclipse auf 38 Knoten beschleunigen, das sind 70 km/h. Die Yacht bietet Raum für 24 Gäste und 70 Mann Besatzung. Das Schiff ist 21,5 Meter breit, hat 5,8 Meter Tiefgang und zwei Hubschrauberlandeplätze, einer davon ist versenkbar. Zum Vergleich: Aristoteles Onassis’ Yacht Christina hatte bescheidene 99 Meter Länge, zwei Dieselmotoren mit 5500 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 16 Knoten (30 km/h).

Abramowitsch führt vier Motorboote und 20 Jet-Skis mit, auf den insgesamt neun Decks befinden sich Pool, ein Kino, eine Disco, versenkbare Multimedia-Bildschirme und eine der luxuriösesten Eigner-Kabinen. In einer sternenklaren Nacht können Abramowitsch und seine Freundin Dascha Schukowa die Decke per Knopfdruck zum Himmel öffnen.

Zur Sicherheit ließ sich der Besitzer des Fußballclubs Chelsea bei einer russischen Werft ein Raketenabwehrsystem und ein U-Boot einbauen. Die gepanzerten Bullaugen haben Blitzlichtsensoren, und eine U-Boot­garage ist auch vorhanden.

Emir und Sultan

Emir und Sultan Der Emir von Dubai, Scheich Muhammad bin Raschid al-Maktum, kann in seinem Speisesaal auf der 162 Meter langen Yacht Dubai 90 Gäste bewirten. Der Pool auf Deck 5 erweckt laut Yachtexperten den Eindruck, als schwimme man auf der Höhe des Wasserspiegels. Auf Platz drei im Ranking liegt die Yacht des Sultans von Oman (155 Meter). Die Al Said ist im Vergleich zur Dubai ein langsamer Kahn für 150 Mann Besatzung und 65 Gäste. Außerdem gibt es einen Konzertsaal, in dem 50 Musiker aufspielen können.