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03/18/2019

BMW E30 M3 Restomod: 390 PS und (fast) perfekte Optik

Viele neue Carbonteile und Aufladung für den Original-Vierzylinder.

Jeder, der sich ein bisschen für Sportwagen oder Youngtimer interessiert, weiß, dass die erste Generation des BMW M3 zu DEN Klassikern schlechthin gehört und sich innerhalb der letzten Jahre zu einem absurd teuren Luxusgut entwickelt hat. Wie so oft ist Originalität noch immer die beste Basis für Mondpreise auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Umso besser sollte man sich überlegen, ob man seinen E30 M3 wirklich zur Optimierung frei geben möchte, auch wenn sogenannte Restomods (die Verbindung von Restaurierung und Modifizierung) aktuell der letzte Schrei in der Szene sind. Die neueste Neuer- und Bessermachung eines verehrten Klassikers stammt von der Firma Redux aus Großbritannien. 30 alte M3 möchte man insgesamt umbauen. Das erste Exemplar wurde nun an einen Kunden in Kalifornien ausgeliefert. 

Redux stellt seine Arbeit unter das Motto "Enhance. Evolve.", was so viel bedeutet wie "verbessern und sich entwickeln". Im Falle des E30 M3 vertraut man dort nicht wie oft gesehen auf einen Sechs-, Acht- oder gar Zehnzylinder-Umbau, sondern behält den 2,3-Liter-Vierzylinder bei. Die Nutzung des S14-Motors war laut Redux "nicht verhandelbar". Eine Hubraumvergrößerung auf 2,5 Liter ist bei allen Umbauten obligatorisch. Genau wie spezielle Kolben, Pleuel und eine BMW-Motorsport-Kurbelwelle.

Wer möchte, kann darüber hinaus eine Aufladung per Turbo ordern. Der Empfänger des ersten Autos entschied sich für die große Lösung. Bei einem Ladedruck von 1,0 bar bringt das Aggregat nun 390 PS und 529 Newtonmeter Drehmoment. Die Kraftübertragung erfolgt über eine verstärkte Variante des originalen Sechsgang-Getriebes mit neuer Schwungscheibe und einer stärkeren Zwei-Scheiben-Kupplung. Dazu kommen ein optimiertes Hinterachs-Sperrdifferenzial und stärkere Antriebswellen. Später will Redux auch ein kürzer übersetztes Fünfgang-Getriebe anbieten. 

Im Fahrwerksbereich optimiert man den M3 mit einem EXE-TC Competition-Fahrwerk samt dreifach verstellbarer Dämpfer sowie einer AP-Racing-Bremsanlage mit Sechs-Kolben-Sätteln vorne und Vier-Kolben-Sätteln hinten. Auch hier soll es zu einem späteren Zeitpunkt Verbesserung in Form einer Carbon-Keramik-Bremse geben. In den Radhäusern drehen sich Cinel DTM Monoblock-Alus mit Michelin-Sport-Reifen. 

Wie Sie auf den Bildern sehen können, hat die Karosserie des Redux E30 M3 einen sehr cleanen, originalen Look. Die Spenderfahrzeuge, bei deren Auswahl Redux seine Hilfe anbietet, werden sandgestrahlt. Sollten Schwachstellen zu Tage treten, werden diese beseitigt. Im Anschluss ersetzt das Unternehmen Schürzen, Kotflügel, Dach und Seitenschweller durch Teile aus Carbon. Optional wird es auch eine Kohlefaser-Motorhaube geben.  

Das Interieur versieht der Tuner mit haufenweise Alcantara und lederbezogenen Recaro-Schalensitzen. Die Rückbank fliegt raus. Der Golfball-Schaltknauf ist nicht (!) aus einem Golf GTI, sonder stammt von BMW Motorsport. Außerdem kriegt der Kunde stehende Pedale von AP Racing. 

Ein alles in allem ziemlich atemberaubender E30-M3-Umbau bei dem uns lediglich das digitale Instrumentendisplay (wie kann man nur die wunderbaren analogen Original-Instrumente entfernen?) sowie die etwas unseriösen DTM-Endrohre der neuen Edelstahl-Auspuffanlage stören würden. Den Preis für den Redux-M3-Restomod erfährt man auf Anfrage, was in der Regel nichts Gutes für den eigenen Geldbeutel bedeutet.