News 03/22/2014

BMW R nineT: Klassisch, aber nicht von gestern

BMW R nineT: Klassisch, aber nicht von gestern
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Puristisch und luftgekühlt: Der Eyecatcher unter den bayerischen Neuheiten ist schwarz.

Italien, Frankreich, England, sogar in Deutschland: Überall ist Vintage der große Trend in der Motorradszene. Dahinter steckt, grob gesagt, die Liebe zum alten Eisen – und die Sehnsucht nach dem Purismus der frühen Jahren. Die alten Bikes werden dabei meist gechoppt, also von Überflüssigem befreit.

Ein gutes Beispiel sind die alten Zweiventil-Boxer von BMW. Eine ganze Szene an Customizern zeigt, wie man mit gerader Sitzbank, kurzen Kotflügeln und gestutzten Heckpartien zu neuer Coolness aufläuft, egal ob man sich einen Café Racer, einen Scrambler oder einen Bobber baut.

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Aber alt bleibt alt, was bei allem Charme doch auch ein paar Nachteile inkludiert: Kapriziöse Technik, lausige Fahrleistungen, fragwürdige Zuverlässigkeit und eine Schnitzeljagd, sobald man Ersatzteile braucht.

Wer sich all das ersparen und trotzdem so cool wie Steve McQueen sein will, der sollte sich die neue BMW R nineT ansehen. Das lang erwartete Modern-Classic-Bike ist nicht nur das Liebkind von Chefdesigner Edgar Heinrich, sondern trifft offenbar genau ins Herz der aktuellen Stimmungslage: Die Nachfrage übersteigt längst die geplante Produktion.

90 Jahre Motorrad

Warum nineT? Zum einen, weil BMW Motorrad im vergangenen Jahr seinen 90er gefeiert hat. Und zum anderen will man wohl auch auf die R 90 S verweisen – die sportliche Boxer-Ikone, die längst ein gesuchter Klassiker im Hochpreisbereich ist.

Dass die nineT in wenigen Jahren in dessen Reifenspuren unterwegs sein wird, ist nahe liegend. Zum einen aufgrund der Optik: Es fällt schwer, angesichts der klassischen Proportionen und der liebevollen Details nicht ins Schwärmen zu geraten: Mit geradem Lenker, bulligem Tank, schlankem Sattel und Speichenfelgen (Schlauchreifen!) ist die nineT der Inbegriff des sportlichen Roadsters ohne Schnörkel – aber mit hochwertigen Komponenten. Dazu zählen etwa die Gabel aus dem Supersportler S 1000 RR oder die Tank-Einlagen aus gebürstetem Aluminium. Auch die Bremsen – natürlich mit ABS – sind mit 320er-Scheiben und radial montierten 4-Kolben-Monoblock-Sätteln für anspruchsvolle Aufgaben gerüstet.

Als Antrieb bekommt hier der luftgekühlte 1200er-Vierventiler noch eine letzte, ehrenvolle Aufgabe. Mit 110 PS und dem DOHC-Kopf entspricht er dem letzten Entwicklungsstand vor Einführung der Wasser-Luft-Kühlung.

Erstaunliche Dynamik

Das ganze Paket ist schlichtweg famos. Man sitzt perfekt und weitaus gemütlicher, als man es dem schlanken Sattel zutrauen würde; dazu ist das Fahrwerk äußerst komfortabel, ohne je schwammig zu wirken. Der Unterschied zu gängigen Retro-Bikes: Während jene so fahren, wie sie aussehen, wird bei der nineT nostalgische Anmutung mit neuzeitlichem Fahrspaß verbunden: Der Boxer wurde exzellent abgestimmt, die Schaltung ist präzise und leichtgängig, die Federelemente sorgen für gutes Feedback. Man fühlt sich vom ersten Meter an wohl – und ist erstaunlich flott unterwegs. All das wird von einem Auspuffsound unterlegt, der eine neue Benchmark bei serienmäßigen Boxer-BMW markiert. Da kriegen die Ohren Gänsehaut.

Kleiner Wermutstropfen im Elixier der Schönheit: Der ambitionierte Preis von 17.300 Euro.

Die Formen der neuen R nineT mögen klassisch wirken, doch viele Ansätze, die hier verwirklicht werden, sind neu – zumindest für BMW.

Erstes Beispiel: Der Look des Motorrads lässt sich vergleichsweise einfach ändern. Das Heck kann entweder mit nostalgischer Sozius-Abdeckung betont (siehe Foto oben) oder mit ein paar Schrauben ganz demontiert werden; eine alternative Auspuff-Führung mit anderem Endtopf macht die R nineT auf Wunsch zu einem Scrambler.

Zudem äußert BMW den Wunsch, dass sich viele externe Customizer dieses Modells annehmen und eine bunte Vielfalt individueller Interpretationen auf den Markt bringen. Deswegen gibt es nur wenige Extras ab Werk – unter anderem diverse Karbonteile oder coole Gepäcklösungen – dafür soll diesmal vieles von außen kommen. Um den Customizern die Arbeit zu erleichtern, haben die BMW-Techniker schon extra Bohrungen angebracht, auf denen sich beispielsweise neue Kennzeichenhalter befestigen lassen.

Die BMW-Ingenieure sind aber sogar noch einen Schritt weiter gegangen: Sie haben zudem die Bordelektrik so ausgelegt, dass man relativ einfach neue Tachos, Scheinwerfer oder Blinker anbringen kann. Auch der Verzicht auf eine Traktionskontrolle – sonst praktisch bei allen neuen BMW-Modellen im Angebot – ist unter diesem Gesichtspunkt zu verstehen: Mit einer Fülle an zu erwartenden Reifen-Modifikationen bis hin zu grobstolligem Gummi würde das werkseigene ASC schwer zurande kommen.

Die Strategie trägt bereits Früchte: Bilder von heftig umgebauten BMW R nineT kursieren schon im Netz.

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(Kurier) Erstellt am 03/22/2014