News 05.12.2011

Das Auto als Nutztier

Das Auto als Nutztier
© Boroviczeny/KURIER

Was ein Blick auf die Verteilung des Fuhrparks auf die Bundesländer zeigt.

Die Zahl ist beeindruckend. Im Vorjahr bestand der heimische Pkw-Fuhrpark aus insgesamt 4,4 Millionen Autos. Damit hat sich der Bestand in Österreich in den letzten 20 Jahren um die Hälfte der damals zugelassenen Pkw erhöht.
Bleiben diese von der Statistik Austria erhobenen Zahlen so stehen, sind sie gutes Futter für Polemik zum Thema Autowahn, die von einschlägigen Zahlendeutern reflexartig hervorgebracht wird, sobald sich auch nur ein Strohhalm anbietet, an dem man sein Lobbying-Geschäft für die Bahn aufhängen könnte.

Vertieft man sich hingegen etwas in die Statistik und schaut sich an, wie sich die Verteilung des Fuhrparks in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, zeigt sich schnell, dass sich auch die Rolle des Autos stark gewandelt hat. Findet sich heute die größte Autodichte pro 1000 Einwohner im Burgenland, gefolgt von Niederösterreich und Kärnten, so führten zu Beginn der 70er-Jahre noch die Wiener diese Statistik an - die heute hingegen an der letzten Stelle liegen.

So schnell also das Bild vom überflüssigen Spielzeug und Statussymbol Auto in der öffentlichen Diskussion bei der Hand ist, so grundlegend anders sieht die graue Realität aus. Dort, wo es heute am stärksten vertreten ist, wird das Auto schlicht und einfach gebraucht, weil sich Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten genauso aus den Dörfern verabschiedet haben wie die öffentlichen Verkehrsverbindungen.
Wer dieser fatalen Entwicklung nur zusieht, darf sich nicht wundern, wenn der Pkw-Fuhrpark wächst.

(Kurier) Erstellt am 05.12.2011