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07/24/2019

Der Audi Q3 Sportback ist das nächste SUV-Coupé

Sie kennen das Spiel: enger, teurer, aber sooo viel stylisher

Willkommen in der undurchschaubaren Welt des Marketings, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ich bin beim Fototermin für den neuen Audi Q3 Sportback an einem kleinen Flughafen in Manching, ein paar Kilometer von Ingolstadt entfernt. Seit etwa fünf bis zehn Minuten lausche ich einer Gruppe Audi-Produktmanager, die verzweifelt versucht, einer Gruppe Journalisten zu erklären, warum der Q3 Sportback jetzt Q3 Sportback heißt und nicht Q4. Seit etwa drei Jahren gingen wir von Q4 aus. Es wäre logisch gewesen. Schließlich gibt es auch einen Q7 und einen Q8. Um ehrlich zu sein, habe ich mittlerweile völlig vergessen, aus welchen Gründen "Q4" als Name durchgefallen ist. Vermutlich weiß man es bei den vier Ringen auch nicht mehr so genau. Viel wichtiger ist aber: Hier kommt "der erste kompakte Crossover von Audi". 

Exterieur

Sie wissen alle, warum es nun auch vom Q3 eine Variante mit flacherem Dach geben muss. Im Prinzip ist so ein SUV-Coupé nämlich wie eine Lizenz zum Geld drucken. Sehr viele Menschen lieben hohe Autos mit schneller Dachlinie und verzichten dafür offenbar gerne auf ein bisschen Raumangebot. Also hat Audi seinen Q3 um 1,5 Zentimeter auf 4,50 Meter gestreckt und die Dachlinie um 3 Zentimeter gestanzt. Der Radstand von 2,68 Meter bleibt bestehen. Audi betont, dass der Sportback schon ab der A-Säule anders ist, weil bereits die Windschutzscheibe flacher steht als beim Q3 SUV. Auffälligstes Merkmal an der Front ist der neue, schwarze Wabengrill. Die Seite wird von der flacheren Schulterlinie dominiert.

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Deutlicher werden die Unterschiede naturgemäß am Heck. Neben der stark abfallenden Dachlinie erkennt man beim Q3 Sportback auch eine gedrungenere Heckklappe und einen Heckstoßfänger mit Diffusoroptik. Die Räder messen mindestens 17 Zoll. Maximal sind 20 Zoll große Felgen erhältlich.  

Interieur

Im Cockpit sieht auf den ersten Blick alles so aus wie beim normalen Q3. Digitale Instrumente mit einer Diagonale von 10,25 Zoll sind Serie. In Verbindung mit dem MMI plus Infotainment (10,1 Zoll Touchscreen mit akustischer Rückmeldung ähnlich eines Mausklicks) hält Audis bekanntes 12,3 Zoll-Instrumentendisplay Virtual Cockpit plus Einzug. Dazu verfügt das neue Auto über kabelloses Apple CarPlay. Wenn Sie wollen, können Sie auch noch ein wenig weibliche Unterstützung bekommen. Amazon Alexa streamt im Q3 Sportback Musik oder steuert vom Auto aus Ihr Smart Home. Dazu verteilen sich im Auto drei USB-C-Anschlüsse sowie ein USB-A-Port. 

Die Assitenzsysteme übernimmt der Sportback vom normalen Q3. Unter anderem sind ein Spurhalte- und Spurwechsel-Assi Serie. Neu ist Audis Ampel-Info: Durch die Vernetzung mit der Infrastruktur von immer mehr europäischen Städten empfängt das Auto über einen Server Informationen vom Ampel-Zentralrechner, so dass der Fahrer sein Tempo passend zur nächsten Grünphase wählen kann. Im Kombiinstrument erscheinen eine individuelle Geschwindigkeitsempfehlung sowie die verbleibende Zeit bis zur nächsten Grünphase, wenn der Fahrer bereits an einer roten Ampel wartet.

Beim Platzangebot schließlich müssen weniger Einbußen hingenommen werden als befürchtet. Das Standard-Kofferraum-Volumen bleibt mit 530 Litern gleich. Bei umgelegter Rückbank gibt es mit 1.400 genau 100 Liter weniger als im Q3 SUV. Die Fondbank selbst ist auch beim Coupé dreifach teilbar und lässt sich in sieben Stufen arretieren. Dass sie jetzt in der Länge nur noch um 13 statt 15 Zentimeter verschiebbar ist, sollte höchstens die penibelsten Naturen stören. Denn wie eine erste Sitzprobe zeigt, ist das Platzangebot auch im Q3 Sportback mehr als anständig. Die Beinfreiheit ist großzügig. Zudem hat man den Dachhimmel ein wenig angepasst, um die flachere Silhouette zu kompensieren. Die Kopffreiheit geht grundsätzlich völlig in Ordnung. Bei vollem Durchstrecken (ich bin 1,85 Meter groß) touchierte mein Scheitel die Decke nur leicht. 

Technik und Motoren

Und damit zur Technik. Audi sieht - wen wundert's - den Q3 Sportback als das sportlichere der beiden Modelle. Die Progressivlenkung, ein Sportfahrwerk (als aufpreisfreie Option zum Standard-Fahrwerk) und die Fahrdynamikregelung Drive Select sind Serie. Gegen Aufpreis gibt es adaptive Dämpfer und eine Bergabfahrhilfe. 

Zum Marktstart wird Audi den Q3 Sportback mit drei Motoren anbieten. Die beiden 2,0-Liter-Diesel leisten 150 PS/340 Nm und 190 PS/400 Nm, der 2,0-Liter-Benziner bringt es auf 230 PS/350 Nm. Etwas später folgt die technisch wohl interessanteste Alternative. Ein 150 PS/250 Nm starker 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Zylinderabschaltung und 48-Volt-Mildhybrid-System, das im Realbetrieb rund 0,4 Liter Sprit auf 100 km einsparen soll. Beim Verzögern rekuperiert der Riemen-Startergenerator mit bis zu 12 kW und speist die gewonnene Energie in eine Lithium-Ionen-Batterie ein. Zwischen 40 und 160 km/h kann im Leerlauf gefahren und bei abgeschaltetem Motor gesegelt werden. Der Start-Stopp-Bereich beginnt bereits bei 21 km/h. 

Die Mildhybrid-Funktion ist allerdings an das optionale 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gebunden. Serienmäßig kommt der Einsfünfer-Benziner mit 6-Gang-Schaltung und Frontantrieb. Genau wie der 150-PS-Diesel. DSG ist hier ebenfalls optional. Anders als beim Basis-Benziner ist hier aber auch ein Allradantrieb erhältlich. Die beiden Top-Motorisierungen sind serienmäßig mit Doppelkupplung und quattro-Allrad ausgerüstet. 

Marktstart und Preise

Der Marktstart für den neuen Q3 Sportback erfolgt im Herbst. In den USA wird das neue SUV-Coupé seltsamerweise nicht erhältlich sein. Zum Launch legt Audi eine "edition one" mit speziellen Lackierungen, s-Line-Exterieur, 20-Zöllern und Matrix-LED-Scheinwerfern auf. Zu den Preisen hat sich der Hersteller noch nicht geäußert, den typischen Coupé-Aufschlag dürfte es aber auch hier geben.