News 06/28/2017

Ferrari 812 Superfast: 70 Jahre und kein bisschen leise

Ferrari 812 Superfast: 70 Jahre und kein bisschen leise
© /LORENZO MARCINNO/Werk

Ausfahrt mit dem neuen Ferrari-V12 auf der Teststrecke und rund um Maranello.

Als anno 1947 das erste Auto vorgestellt wurde, das den Namen Ferrari trug, sorgte ein V12-Zylinder-Motor für den Antrieb. Aus 1,5 Litern Hubraum kitzelte man immerhin 120 PS. 70 Jahre später ist man bei 6,5 Litern Hubraum und 800 PS. Einen V12 hat auch der neue 812 Superfast vorne eingebaut. Keine Frage, der V12 ist der Ferrari-Motor. Und das wird auch noch eine Zeit so bleiben – allen Hybridisierungstendenzen zum Trotz. Das erzählen uns die zuständigen Ferrari-Motorenentwickler schon jetzt mit einem zufriedenen Grinsen. Aber, so berichtet man in Maranello weiter, mit dem aktuellen V12-Zylinder, bei dem für den 812 der Hubraum nochmals vergrößert wurde, ist man nun schon ziemlich am Limit.

Den 812 Superfast bezeichnet Ferrari als den stärksten und schnellsten Straßen-Ferrari, der je die Hallen in Maranello verlassen hat. Natürlich gab es auch einen LaFerrari, der da noch d’rüberstehen würde, aber der war in der Stückzahl limitiert und somit kriegt man schön die Kurve.

Stichwort Kurve kriegen. Diesbezüglich hat Ferrari eine ganze Abteilung von Hilfsmitteln verbaut. Wie zum Beispiel den virtuellen Radstand 2.0 (klingt auf italienisch mit "Passo Coltre virtuale" noch schöner), der mittels Allradlenkung und einer neuen elektrisch unterstützen Servolenkung für unglaubliche Agilität sorgt. Wie willig der 812 Superfast einlenkt und auf kleinste Zucker am Volant reagiert, ist tatsächlich beeindruckend – wir reden hier immerhin von einem 1,6-Tonnen-Auto mit schwerem Motor vorne. Kontrolliert und überwacht wird alles vom Superhirn in Ferraris SSC 5.0 System, das dafür sorgt, dass 800 PS und 718 Nm Drehmoment auf die Straße gebracht werden. Feintuning kann der Fahrer über das mittlerweile Ferrari-typische Manettino betreiben. Mittels Drehregler am Lenkrad kann man Nass-Modus, Sport (so was wie der Normalmodus), Race (was die Charakteristik nochmals schärft), CT/off (wo kleine Drifts unter Duldung des Stabiltätsprogramms möglich sind) oder die komplette Deaktivierung der Fahrhilfen (dann muss man selber sehen, wo man bleibt) wählen.

Aerodynamik

Aerodynamisch greift man natürlich auch in die Trickkiste, damit der 812 einerseits durch den Fahrtwind schlüpft und sich gleichzeitig auf der Straße festsaugt. Vorne gibt’s ein passives System von Klappen, die ab 200 km/h vom Fahrtwind aufgedrückt werden, am hinteren Diffusor setzt man auf elektrisch betriebene Klappen.

Nach all der Theorie geht es ans Fahren. Dass man hier in einem Supersportwagen aus Maranello sitzt, wird klar, sobald man den roten Startknopf drückt. Der Motor klingt schon im Stand spektakulärer als andere beim Erreichen des roten Bereichs. Der unvergleichliche Ferrari-Sound ist immer allgegenwärtig (aber nicht unangenehm laut), sogar wenn man bei 2000 Touren im 7 Gang durch die Gegend tourt. Spektakulär wird’s, wenn man sich dem roten Bereich bei 8900 Touren nähert bzw. wenn das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe atemberaubend schnell die Gänge wechselt.

Video

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100 km/h ist nach nur 2,9 Sekunden erreicht, 7,9 braucht es bis 200 km/h. Was der 812 auf passendem Geläuf zu leisten vermag, dürfen wir bei einigen Runden auf der Ferrari-Teststrecke in Fiorano ausprobieren. Bei der Fahrt auf öffentlichen Straßen erweist sich der Superfast dann als potenter Gran Tourismo, der auch – ein für so einen Sportwagen – herzeigbares Maß an Komfort bietet. Mit der Dämpferverstellung kann man unabhängig von der gewählten Einstellung am Manettino die Dämpfer weicher stellen. Um das zu demonstrieren, schickt uns Ferrari über Straßen, die offenbar seit den Lebzeiten von Enzo Ferrari nicht mehr frisch asphaltiert wurden. Der 812 wird auch damit fertig.

Stichwort Komfort. Ein Kollege aus dem Produktmanagement hat sich eine interessante Grafik zurechtgelegt und die (stetig besser werdende) Beschleunigung auf 200 km/h in Relation zum alltäglichen Gebrauch der Ferrari V12 (der immer mehr wird) gesetzt.

Aus Anlass des 70 Jahr Jubiläums bietet Ferrari den 812 Superfast mit der schönen Farbe "Rosso 70 anni" an – natürlich Rot. Ein Start-Stopp-System hat der Superfast übrigens auch. Ob Enzo Ferrari das gefallen hätte? Eher nicht, glauben wir. Man kann es wegschalten ...

Den Ferrari 812 Superfast gibt’s beim neuen Händler (siehe unten) ab 363.195 Euro.

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Ferrari 812 Superfast

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Ferrari 812 Superfast

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Ferrari 812 Superfast

Nach mehreren eher problembehafteten Lösungen für den Vertrieb in Österreich seit der Trennung vom langjährigen Importeur Denzel, hofft man bei Ferrari nun eine nachhaltige Lösung gefunden zu haben. Die Scuderia Gohm, bewährter Ferrari-Händler in Süddeutschland, ist gerade dabei, den Standort in der Vösendorfer Laxenburger Straße zu adaptieren. Obwohl die offizielle Eröffnung erst für den Herbst geplant ist, steht das aus bewährten Kräften mit heimischer Ferrari-Vergangenheit zusammengestellte Team bereits für Kunden parat.

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© /WERK

MOTOR

Typ V12 - 65°

Hubraum 6496 ccm

Bohrung und Hub 94 x 78 mm

Max. Nennleistung 588 kW (800 PS) bei 8.500 U/min

Max. Drehmoment 718 Nm bei 7.000 U/min

Max. Drehzahl 8.900 U/min

Verdichtung 13,64:1

Kraftübertragung/Getriebe: 4WS/7-Gang-F1-Doppelkupplungsgetriebe

Größen und Gewichte

Länge 4.657 mm

Breite 1.971 mm

Höhe 1.276 mm

Radstand 2.720 mm

Spurbreite vorne 1.672 mm

Spurbreite hinten 1.645 mm

Gewicht in fahrbereitem Zustand 1.630 kg

Trockengewicht 1.525 kg

Gewichtsverteilung 47% vorne - 53% hinten

Tankvolumen 92 l

Fahrleistungen

Höchstgeschwindigkeit 340 km/h

0-100 km/h 2,9 Sekunden

0-200 km/h 7,9 Sekunden

100-0 km/h 32 Meter

Leistungsgewicht (trocken) 1,9 kg/PS

Benzinverbrauch

Benzinverbrauch kombiniert (mit Hele-System) 14,9 l/100 km

C02-Emissionen 340 g/km

Preis 363.195 Euro

(Kurier) Erstellt am 06/28/2017