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05.12.2011

Fakten zum Thema Feinstaub

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Wie das Feinstaub-Problem entstanden ist und was die EU als Nächstes plant.

Bis 2004 wurde in Österreich "Schwebestaub" erfasst. Doch dann wurde im Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) die EU-Richtlinie 1999/30/EG umgesetzt. Damit begann das Feinstaub- und somit Partikel-Problem (Ruß ist ein Bestandteil von Feinstaub).

- Partikel:

Derzeit unterscheidet das Gesetz drei Größen: Schwebestaub, PM10 und PM2,5. PM steht für Particulate Matter, deutsch Partikel, 10 bzw. 2,5 für den mittleren aerodynamischen Abscheiddurchmesser in Mikrometer (Tausendstel Millimeter). Wurde 2005 nur PM10 limitiert, gilt dies seit 2008 auch für PM2,5. Anders als Kritiker behaupten, kann das Umweltbundesamt keinen Trend zu einem stärken PM2,5-Anteil am Staub erkennen (etwa wegen Rußfilter in Diesel-Pkw).

- Grenzwerte:

Als Limit zum Schutz des Menschen ist im IG-L für PM10 ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter und ein Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm/Kubikmeter Luft vorgesehen. Dieser Tagesmittelwert darf seit 2010 pro Jahr 25-mal überschritten werden ( EU: 35-mal). Für PM2,5 gilt ein Jahresmittelwert von 25 Mikrogramm/Kubikmeter, der ab 2015 einzuhalten ist (vorher gibt's bis zu 20 % Toleranz).

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- Strafen:

Im IG-L ist das heimische Strafausmaß für "Staub-Sünder" festgelegt. Klagen Bürger in Sanierungsgebieten (Gebiete mit zu hoher Staub-Belastung) wegen nicht ausreichender Gegenmaßnahmen, kann die EU Strafzahlungen von bis zu € 162.432,- pro Tag der Überschreitung festlegen.

- Fristverlängerung:

Regionen, die plausible Gründe (PM-Ferntransport, Naturkatastrophen) anführen können, warum sie trotz strenger Maßnahmen die Grenzwerte nicht erreichen, konnten bei der EU-Kommission um "Fristverlängerung" ansuchen. Die meisten heimischen Anträge wurden akzeptiert. Die Fristen laufen heuer aus.

- Gesundheitsrisiko:

Wie gefährlich eine Belastung durch Feinstaub ist, hängt von der Zusammensetzung der Partikel sowie deren Größe ab. Je kleiner, desto tiefer dringen sie in die Atemwege ein und können so die Atemwege schädigen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen sowie die mittlere Lebenserwartung senken. Im schlimmsten Fall, bei jahrelanger Höchstbelastung, um bis zu elf Monate. Raucher leben laut Umweltbundesamt um sechs bis sieben Jahre kürzer.

- Verursacher:

Partikel werden direkt ausgestoßen oder in der Atmosphäre aus Gasen gebildet. Der Verkehr verursacht rund 25 % (siehe Grafik im Hauptartikel). Entscheidenden Einfluss auf die Staubbelastung haben Wetter, Topografie und Ferntransport. Staub kann über Wochen in der Atmosphäre bleiben und über 1000 km transportiert werden (etwa Saharastaub). Wichtig wäre eine länderübergreifende Zusammenarbeit etwa gegen Industrie-Dreckschleudern. Das dauert.

- Messungen:

Österreich hat rund 120 Messstellen.

- Ausblick:

2013 plant die EU die nächste Revision. Eine Herausforderung für Österreich wird mit 2011 die Einhaltung von Stickstoffdioxid, ebenfalls im Zuge der IG-L, allerdings gewährt die EU dafür Fristen bis 2015.

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