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05.12.2011

Feinstaub-Urlaub

© Bild: Boroviczeny/KURIER

Warum Umweltzonen-Populismus von effektiven Problemlösungen ablenkt.

Die Mischung ist fatal. Parlament und Institutionen in den Ferien, Fußball-WM vorbei, Wetter endlich wie im Juli erwartet (abwechselnd Hitze und Muren) - also kein Aufreger weit und breit.

Gleichzeitig herrscht aber auch schon Wahlkampf, in dem es darum geht, Themen zu besetzen, von denen man glaubt, dass sie beim Volk gut ankommen. Als Folge dieses Zusammentreffens von medialem Sommerloch und Angebote zu dessen Stopfung liefernden Lokalpolitikern, erleben wir derzeit, dass etwa neue Steckdosen (Stichwort: E-Mobilität) in einem Rhythmus eröffnet werden, wie weiland die Zilk'schen Fahrradständer in Wien.

Aber auch die Forderung nach den bald rechtlich möglichen Fahrverboten für bestimmte Auto-Jahrgänge (Schlachtruf: Feinstaub-Stinker raus) füllt das Themenloch. Schließlich gibt's gegen diese Umweltzonen auch ebenso polemische Gegenargumente (Stichwort: Vernichtung von Volksvermögen).

Dass bei all der Aufregung um das Feinstaub-Teilproblem privater Auto-Verkehr gerne die wichtigeren - weil wirksameren - Maßnahmen zum Schutz vor Feinstaub-Partikeln in der öffentlichen Wahrnehmung unter den Tisch fallen (thermische Sanierung, Fernwärme-Ausbau etc.) ist das eigentliche Problem.

Das den im Ausland urlaubenden Adressaten all dieser Botschaften aber ohnehin herzlich egal sein dürfte. Die setzen sich dort gerade gleichermaßen entspannt wie unwissentlich meist einer wesentlich höheren Feinstaub-Belastung aus als zu Hause. Außer wenn sie Essen gehen.