Hyundai ix35 FCEV

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07/12/2013

Hyundai ix35 FCEV: Der koreanische Vorreiter

Hyundai fährt mit dem ix35 FCEV in Wien vor und fordert mehr Wasserstofftankstellen.

Daimler war früher dran, hat aber inzwischen seine eigene Brennstoffzellenentwicklung zugunsten einer Kooperation mit Nissan und Ford eingestellt. Honda war auch früher dran, kooperiert nun aber mit GM. Ganz anders Hyundai. „Hyundai ist Innovationsführer in der Wasserstoff-Technologie“, so Kerstin Müller, Hyundai Motor Europe, vor Kurzem in Wien. Die Koreaner machen ihre Brennstoffzelle selbst, nur die Lithium-Puffer-Batterie entstammt einer Kooperation mit LG Chem.

Produktionsstart

Im Jänner begann Hyundai mit der Produktion des Hyundai ix35 FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle). 1000 Stück davon will Hyundai bis 2015 herstellen, ein FCEV war vergangene Woche in Wien. Kaufinteressenten versprach Müller: „Wenn Sie heute bestellen, erhalten Sie das Fahrzeug in drei Monaten“. Preise konnte aber weder sie noch der heimische Importeur nennen.

Der FCEV ist kältefest (die Brennstoffzelle ist bis –25 C einsatzbereit) und auch Wasserstofftankstellen gibt es in Österreich bereits. Die erste wurde vor Jahren in Graz bei der TU eröffnet, die jüngste vor ein paar Monaten in Wien (beide OMV).

5,64 kg Druck-Wasserstoff (700 bar) an Bord reichen für rund 600 km Reichweite, eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und eine Beschleunigung von 12,5 sec für die 0 auf 100 km/h. Das Brennstoffzellen-Paket leistet 100 kW, es ist mit Lithium-Polymer-Akkus kombiniert, der E-Motor ist ein Drehstrom-Asynchronmotor und treibt die Vorderräder an. Geschaltet wird per Planetengetriebe. Die Zuladung des ix35 FCEV beträgt 375 kg, was der Dieselversion entspricht.

Erste Hyundai-Brennstoffzellenautos sind in Europa bereits auf der Straße, etwa in Brüssel und in Kopenhagen. Sie werden laut Müller von Behörden genützt und sind eine Art Probelauf.

Ab 2015 will Hyundai je nach Bedarf „Zehntausende“ Brennstoffzellenautos herstellen. Das Auto soll verleast werden, so der heimische Importeur.

Der lange Weg zum Brennstoffzellenantrieb

Die Tankinfrastruk- tur für Wasserstoff gilt als eine der größten Hürden für die Einführung von Brennstoffzellenautos. Allein für eine flächendeckende Versorgung in Deutschland sind 1000 vonnöten. Kosten laut Daimler: ca. 500 Mio.€ (zum Vergleich 1 neue Gastankstelle kostet laut Wiengas ca. 250.000 €).

Wasserstoff Derzeit wird Wasser- stoff weltweit überwiegend aus Gas erzeugt. I kg Wasserstoff kostet der- zeit an der Tankstelle (in Wien) 9 € (reicht für ca. 100 km). Für Brenn- stoffzellen-Autos wird Druck-Was- serstoff (700bar) favorisiert, Flüssig- Wasserstoff (hatte BMW für Verbrennungsmotor) gilt als zu aufwendig.

PioniereRund um den Brennstoff- zellenantrieb gibt es viele Pioniere: In den 90er-Jahren Daimler, Toyota und Honda, nun sieht sich Hyundai als Vorreiter. Einer der Ersten war ein Österreicher: Prof. Karl Kordesch fuhr bereits 1970 in den USA mit einem umgebauten Austin täglich zur Ar- beit. Mit einem massenhaften Durch- bruch der Technologie wird frühes- tens in 10 Jahren gerechnet. Einer- seits wegen der Kosten für die zu erbauende Wasserstoffinfrastruktur, anderseits wegen der teuren Zellen, deren Beschichtung 100-mal mehr Platin enthält als ein 3-Wege-Kat.