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© Ineos Automotive

Fahrbericht

Ineos Grenadier: Erste Ausfahrt im Gelände

Was der Offroader nach klassischem Zuschnitt und mit viel österreichischem Know-how kann

von Michael Andrusio

02/23/2022, 05:00 AM

Nach unserem Besuch in der Fabrik in Hambach, wo der Ineos Grenadier demnächst vom Band laufen wird, hatten wir die Gelegenheit, das Auto auf abgesperrter Strecke erstmals zu fahren.

Das abgesperrte Gelände ist ein Übungsgelände für Bagger und ähnliches Arbeitsgerät. Entsprechend umgewühlt ist die matschige Erde. Ideales Terrain also für einen Offroader.

Kurz zur Einordnung des Autos: Der Ineos Grenadier ist ein echter Geländewagen und wenn man mit den Machern spricht, hört man auffallend oft den Begriff "robust". Deswegen baut der Grenadier auf einem Leiterrahmen mit Starrachsen auf. Die technische Entwicklung erfolgte bei Magna Steyr in Graz.

Das Auto, in dem wir sitzen, hat auch Grazer Kennzeichen. Es ist aber noch ein Prototyp. Wir müssen uns in H-Gurten anschnallen, die wird es in der Serie ebenso wenig geben wie den Not-Aus-Schalter vor uns. Stichwort Schalter. Hier gehen die Briten ganz eigene Wege. Während anderswo möglichst viele Funktionen in den Touchscreen verlagert werden und Schalter und Knöpfe der Reihe nach eliminiert werden, verbaut Ineos Automotive ganze Panels voll mit Schaltern und Reglern. Nicht nur in der Mittelkonsole, sondern auch über den Köpfen gibt es alles mögliche zum Drücken. Man meint, man sitzt in einem Airbus.

Einen Touchscreen hat der Ineos Grenadier freilich auch, nicht so groß wie bei anderen, aber alles wesentliche sollte gut dargestellt werden können. Knöpfe hat der Grenadier auch im Lenkrad, darunter einen roten mit Fahrradsymbol - hier wird ein moderates Warnsignal abgegeben, um niemanden zu erschrecken.

Man erklärt, dass man nur halb so viele elektronische Steuereinheiten verbaut hat wie bei vergleichbaren Fahrzeugen. Das nimmt künftigen Chipkrisen den Schrecken, bedeutet aber auch, dass man den Grenadier mit einem klassischen Zündschlüssel startet.

Der Wählhebel des Automatikgetriebes erinnert stark an Fahrzeuge aus München. Die Fährte ist richtig. Ineos Automotive bietet den Grenadier mit einem Reihen-Sechszylinder-Benziner mit 285 PS und einem Sechszylinder-Diesel mit 249 PS an. Die Motoren werden von BMW geliefert und in Steyr in Oberösterreich produziert. Die Feinabstimmung der Motoren für das Auto übernahm wiederum AVL List in Graz.

Wir nehmen für unsere erste Ausfahrt den Diesel. Der passt für ein Gerät wie den Ineos Grenadier natürlich wunderbar, vor allem wenn es ins Gelände geht. Mit seinem Drehmoment liefert der BMW-Diesel jederzeit Schmalz. In unserem Prototypen arbeitet eine mechanische Differenzialsperre. In der Serienvariante kommen optional vorne und hinten elektronisch geregelte Differenzialsperren, die man per Knopfdruck aktiviert, hinzu. Für die Geländeuntersetzung hat man einen massiven Hebel neben dem Automatikwählhebel.

Das reicht völlig, um mit dem Briten durch den Matsch zu pflügen. Zum souveränen Auftreten hier im Gelände tragen auch die Reifen bei. Ineos bietet zwei Möglichkeiten von All Terrain Reifen an, einmal von Bridgestone, einmal von BF Goodrich. Wie sich der Brite damit auf befestigten Straßen fährt, werden wir noch zu einem späteren Zeitpunkt ausloten.

Anfahren an einer rutschigen Steigung? Kein Problem, der Diesel lässt sich mit dem Gaspedal fein dosieren. Fahrt durchs Wasser? Auch kein Problem bei einer Wattiefe von 800 mm. Und wenn man das Gaspedal voll durchtritt, beschleunigt der Ineos Grenadier wie ein zorniger Rodeobulle.

Was fällt noch auf? Man hat gut Platz auf den vorderen Plätzen, was ja beim klassischen Land Rover Defender, in dessen Fußstapfen der Grenadier treten soll, ja nicht unbedingt der Fall war. Und man sitzt bequem, auch hinten gibt es ausreichend Platz. Für den Kofferraum setzt man auf eine geteilte Hecktüre. Das ist durchaus praktisch - wenn man eine Kleinigkeit hineinwerfen will, reicht es, wenn man den linken (kleineren) Flügel öffnet.

Sonst kann man den Grenadier nach Belieben weiter ausstaffieren. Auch ein Schnorchel findet sich im Zubehör-Sortiment. Neben dem klassischen Station Wagon mit Rundum-Verglasung wird es auch einen zweisitzigen Utility Wagon geben und nächstes Jahr soll das Angebot um einen Pick-up erweitert werden. Alternative Antriebe? Man forscht in mehrere Richtungen, sowohl batterieelektrisch als auch Wasserstoff (wobei letzteres durch den Mutterkonzern Ineos, ein Chemieriese, nahe liegen würde).

Die Preise für Österreich stehen noch nicht fest. Als Anhaltspunkt: In Deutschland kostet der Ineos Grenadier ab 59.900 Euro.

 

Abmessungen: Länge: 4927 mm, Breite: 1930 mm, Höhe: 2022 mm, Radstand: 2922 mm, Anhängelast: bis 3,5 Tonnen

Motoren: Sechszylinder-Benziner (285 PS) oder Sechszylinder-Diesel (249 PS); 8-Gang-Automatikgetriebe, Allradantrieb.

Bodenfreiheit: 264 mm, max. Wattiefe 800 mm

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