Mercedes S500 4matic

© Andrusio Michael

Test
02/26/2014

Mercedes S 500 4Matic: Wetterfühliges Genie

Die Allrad-Version der neuen Luxus-Limousine im Wintereinsatz.

von Horst Bauer

Wenn schon S-Klasse, dann ordentlich. Also langer Radstand, großer Achtzylinder, Business-Class-Liegesitz und Kühlschrank hinten, alle verfügbaren elektronischen Assistenten bis hin zum Selbstfahrer-Tempomaten und – der Jahreszeit angepasst – natürlich Allradantrieb.

Der verhindert zwar den allfällig noch zusätzlich gewünschten Einbau (wegen eines Platzproblems an der Vorderachse) des Wunderfahrwerks, das Bodenwellen schon im Voraus erkennen kann, ist aber unter alpenländischen Fahrbedingungen dennoch eine gute Wahl.

Das zeigte sich im vorliegenden Fall des S 500 4Matic sowohl bei dichtem Schneefall mit entsprechenden Begleiterscheinungen auf der Westautobahn, als auch auf verschneiten Bergstraßen im Tiroler Ötztal. Entspannter lassen sich über fünf Meter Auto mit einem Maximalgewicht von mehr als 2,7 Tonnen nicht durch derlei widrige Bedingungen dirigieren. Das unauffällig und effizient arbeitende Allradsystem gibt dem Piloten alle Mittel in die Hand, die er für souveränes Vorankommen in Matsch und Schnee braucht.

Fahren muss er dann aber schon selber.

Matsch als Feind

Die superschlauen Assistenten, die ihn bei normalen Bedingungen vor Autos im toten Winkel warnen oder es erlauben, sich vollautomatisch an ein Auto anzuhängen (samt der für Mitfahrer so eindrucksvollen Hände-vom-Lenkrad-Nummer auch durch Kurven), melden sich nämlich genau dann vom Dienst ab, wenn es so richtig interessant werden würde.

Sobald Schneematsch die im Kühlergrill angebrachte Schutzscheibe verlegt, hinter der die Sinnesorgane der elektronischen Zauberer den Verkehrsfluss beobachten, liefern diese keine brauchbaren Daten mehr. Dann wird der Pilot via Warnton und Eilt-Meldung am Monitor darauf hingewiesen, dass er jetzt auf sich alleine gestellt ist.

Nicht dass die Fahrerei so nicht zu bewältigen wäre (schließlich werkt die 4Matic unverdrossen weiter). Aber es gibt doch Anlass für dunkle Gedanken, wenn im hochgerüsteten 200.000-Euro-Benz bei dann schon wieder nur nasser Fahrbahn nicht einmal der Tempomat funktioniert. Das sensible Genie kann nämlich nur alles oder gar nichts. Also nur selbsttätig Abstand halten, Gas geben, Bremsen und Lenken (Letzteres bis Tempo 30 ohne Zutun des Fahrers, danach je rund 20 Sekunden lang) – oder eben nicht einmal einfach nur ein eingestelltes Tempo halten.

Abgesehen von diesem Raum für Verbesserungen (wo ist die Reinigungs-Anlage wie für Scheinwerfer?) sucht man solchen vergeblich. Es gilt vollinhaltlich das Lob des ersten Tests der S-Klasse ohne Allrad.

Mercedes S500 4matic lang

Antrieb: V8, Benzin, Direkteinspritzer, 2 x 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, 2 Turbolader, 2 Ladeluftkühler; permanenter Allradantrieb, 7-Gang-Automatik;

Spitze 250 km/h, 0–100 in 4,8 Sekunden;

Abgasnorm Euro6.

Hubraum: 4663 cm³

PS/kW: 455 PS/335 kW maximales Drehmoment:700 Nm bei 1800 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, Hilfsrahmen, Einzelradaufhängung, vorn McPherson-Federbeine, Mehrlenkerachse, hinten Raumlenker, vorn/hinten Luftfederung, adaptive Stoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen (vorn/hinten innen belüftet), elektromechanische Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, ABS, Bremsassistent (BA), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP).

Maße (L x B x H): 5246 x 1899 x 1494 mm Wendekreis: 12,3 m Radstand: 3165 mm Bremsweg warm: 35,5 m Bremsweg kalt: 35,0 m Kofferraumvolumen: 530 l Zuladung: 680 kg Gesamtgewicht: 2750 kg Tankinhalt: 80 l

Normverbr.: 9,6 l/100 km 225g/km CO²

Testverbr.: 11,3 l/100 km

Preis: 124.980 €

Preis Testwagen: 201.655 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 2844,60 €

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