Zweirad 04/30/2017

Moto Guzzi V7 III Special: Ein Hoch den guten Vibrationen!

Moto Guzzi V7 III Special: Ein Hoch den guten Vibrationen!
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Zum 50. Geburtstag wird der kleine Roadster an allen Ecken und Enden feingeschliffen.

Kein Wunder, dass die V7 seit ihrem – erneuten – Erscheinen im Jahr 2009 unangefochtener Bestseller von Moto Guzzi ist. Mit ihrer Mischung aus erdiger Technik, entzückendem Design und authentischem Guzzi-Spirit trifft sie genau ins Herz jener, die ein unkompliziertes Nakedbike im Vintagestil verquickt mit italienischer Grandezza wollen. Ein freundlicher Einstiegspreis und gute Manieren im Alltag sind weitere Zutaten, die nun zu einem runden Jubiläum führen: Vor genau 50 Jahren war die V7 erstmals erhältlich.

Großes Jubiläum

Pünktlich zum Geburtstag wurde das Kultmodell nun deutlich überarbeitet; wohl nicht ganz freiwillig, scheint es, doch die nun verbindliche Euro-4-Norm machte die Änderungen notwendig. Speziell luftgekühlte Motoren stehen ja zunehmend unter Druck und erfordern aufwendige technische Entwicklungen, um die immer strengeren Vorgaben zu erfüllen.

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© /Pinter Kurt

Im Fall von Moto Guzzi wurde diese Aufgabe schon vor einem Jahr erledigt: Damals präsentierte man mit der V9 eine deutlich überarbeitete, bereits zukunftsfitte Version des "Small Block", also des kleinen Zweizylinders.

Hubraum-Spiele

Die Aufgabe über den Winter bestand darin, die in Summe 853 Kubikzentimeter großen Brennräume der V9 auf 744 Kubik für die V7 zu reduzieren. Am Ende gingen sich mit 52 PS sogar ein paar Zusatz-Pferdchen gegenüber dem alten V2 aus.

Auch wenn’s auf den ersten Blick nicht auffällt: Nicht nur der Motor, auch der Rahmen wurde übernommen. Er soll mehr Steifigkeit im vorderen Bereich bieten, dazu eine leicht modifizierte Geometrie, die der Fahrdynamik entgegen kommt. Eine etwas niedrigere Sitzhöhe und kommoder positionierte Fußraster für Fahrer, besonders aber für den Sozius, sind bei den Änderungen ebenfalls herausgesprungen.

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Weitere neue Details findet man im hübscheren, flacheren Tankdeckel, bei den neuen Instrumenten, den schlankeren Seitendeckeln und dem neuen Sattel, der mit hochwertigem Material bezogen und liebevoll vernäht wurde. Auch die Spiegel sind neu und recken sich ein Stück weiter nach außen, was die Sicht erneut verbessert.

Charisma und Grandezza

Beim Fahren bleibt zum Glück zunächst alles beim Alten: Der Motor rüttelt und schüttelt sich am Start, läuft aber gleich rund und nimmt das Gas sauber an. Einzig die sehr dezente Geräuschkulisse aus den beiden verchromten Schalldämpfern zeugt von den Zugeständnissen an die neuen, strengen Prüfnormen. So geht es angenehm voran, wobei die V7 wie bisher schon dem gepflegten Cruisen huldigt, weniger dem gestressten Zug am Gasseil.

Doch alles passt, was dafür passen muss: Bremsen, Komfort, sogar eine gewisse Leichtigkeit des Fahrens wird geboten – dank spontanen Einlenkens, anstrengungsfreier Kupplung und eines Gesamtgewichts, das mit 213 Kilo vollgetankt auch das Rangieren von Mühsal befreit.

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© /Pinter Kurt

Individualisierung

Wie bisher schon ist auch die dritte Generation der neuzeitlichen V7 mit jeder Menge Zubehör oder Austauschteilen zu haben. Und ebenfalls wie bisher gibt es drei Versionen für Puristen (Stone), Nostalgiker (Special, unser Testmotorrad) oder Sportaffine (Racer).

Pünktlich zum Geburtstag wird heuer ausnahmsweise sogar eine vierte Version ins Programm genommen: die Anniversario mit verchromtem Tank samt goldenem Logo, braunem Ledersattel, polierten Alu-Kotflügeln und einigen weiteren Feinheiten – streng limitiert auf 750 Stück, what else?

Antrieb: 2-Zylinder-V-Motor (90 Grad), luftgekühlt, je eine unten liegende, kettengetriebene Nockenwelle, 2 Ventile pro Zylinder; elektron. Kraftstoff-Einspritzung; Nasssumpfschmierung; 6-Gang-Getriebe; Endantrieb über Kardan.

Hubraum: 744 cm³

PS/kW: 52/38maximales Drehmoment: 60 Nm bei 4900 U/min

Fahrwerk: Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, vorne 40-mm-Telegabel, hinten Alu-Zweiarmschwinge mit zwei Federbeinen und verstellbarer Vorspannung; Federweg v/h 130/93 mm; vorne und hinten je eine Scheibenbremse, (320/260 mm), vorne mit 2-Kolben-Sattel, hinten mit 2-Kolben-Sattel; ABS und Traktionskontrolle; Reifen v/h 100/90-18 und 130/80-17; Drahtspeichenfelgen.

Vmax: 170 km/h

Maße (LxBxH): 2185 x 800 x 1110 mm Sitzhöhe: 770 mm Radstand: 1435 m

Zuladung: 188 kg Gewicht, fahrfertig: 213 kg Tankinhalt: 22 Liter

Normverbrauch:k.A./Testverbrauch: 4,8 l/100 km

Preis:10.799 €/Preis Testbike:10.799 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 223,20 €

(Kurier) Erstellt am 04/30/2017