Tests 04/15/2017

Peugeot 3008: Auto des Jahres im Praxis-Einsatz

Peugeot 3008: Auto des Jahres im Praxis-Einsatz
© KURIER/Michael Andrusio

Bilanz nach einem halben Jahr mit unterschiedlichen Motorisierungen.

Den prestigeträchtigen Titel konnte er gegen starke Konkurrenz gewinnen. Mit der Kür zum "Auto des Jahres 2017" hat der Peugeot 3008 die Erwartungen der Kundschaft aber nur noch weiter erhöht. Inwieweit diese im Alltagseinsatz erfüllt werden können, haben wir uns ein halbes Jahr lang mit zwei unterschiedlichen Versionen des 3008 näher angeschaut.

Der Einschätzung des ersten Kandidaten mit 180-PS-Diesel und 6-Gang-Automatik ist hier nur noch hinzuzufügen, dass sich die Winterfahreigenschaften auf gutem Niveau bewegen. Ersatz für einen (leider auch gegen Geld nicht zu bekommenden) Allradantrieb ist die in Stufen einstellbare Traktionskontrolle jedoch trotzdem keiner.

spunQ image #258346560
© KURIER/Michael Andrusio

Einzig die mit dem System verbundene Bergabfahrhilfe kann bei rutschigen, steilen Abfahrten etwas Nervenkitzel für den Piloten rausnehmen. In den meisten Fällen wird man sich die Rückkehr über so ein verschneites Steilstück aber schon allein deshalb ersparen, weil man es zuvor in die andere Richtung nicht bewältigen konnte.

Im Flachland ließ sich der Kandidat aber durchwegs souverän auch über verschneite Straßen bewegen. Die Praxis zeigte jedoch, dass das große Stellrad zur Voreinstellung der Traktionskontrolle auf unterschiedliche Fahrbahnbedingungen letztlich kaum je benutzt wurde (außer eben bei verschneiten Straßen).

spunQ image #258346565
© KURIER/Michael Andrusio

30 PS weniger

Das gilt vollinhaltlich auch für die zweite Version des 3008 mit dem 150-PS-Diesel und 6-Gang-Handschalter, der über die zweite Testetappe zur Verfügung stand. Der Umgang mit ihm zeigte vor allem, dass die 30 PS weniger auf Preis und Verbrauch (im Test-Schnitt 6,4 statt 6,8 l) wesentlich dämpfender wirken als auf die Fahrfreude im Praxiseinsatz auf der Straße. Untermotorisiert wirkt der 3008 auch mit dem 150-PS-Diesel nämlich nie. Einzig die stets mit Nachdruck zu bedienende – wenn auch gut abgestufte – Schaltung trübt das ansonsten wolkenlose Bild etwas.

spunQ image #258346557
© KURIER/Michael Andrusio

Wenn wir schon bei den Schattenseiten sind: In beiden Modellen zeigte sich der Bordcomputer als der Dynamik des übrigen Auftritts des 3008 nicht ganz gewachsen. Längere Wartezeiten nach dem Umschalten zwischen den einzelnen Menüpunkten fallen eben doppelt auf, wenn der Großteil der Funktionen über das Antippen des zentralen Monitors erledigt wird. Ein flotterer Prozessor steht ganz oben auf der Wunschliste für die erste Modellpflege.

Positive Einträge ins Fahrtenbuch bekamen beide Kandidaten hingegen für das gute Raumangebot und die durchdachten und sehr geräumigen Ablagen im Cockpit. An der Spitze die riesige Kühlbox in der Mittelkonsole, in der selbst große Getränkeflaschen problemlos versenkt werden können. Ebenfalls gute Kritiken erntete das Staukonzept des glattflächigen Kofferraums (mit praktischer Durchladeöffnung in der Mittelarmlehne der Fondsitze).

spunQ image #258346571
© KURIER/Michael Andrusio

Und an der Optik des 3008 schieden sich zwar die Geister. Die Mehrheit zeigte sich jedoch erfreut über die markante Abwechslung im optisch eher gleichförmigen SUV-Brei.

Antrieb: 4 Zylinder, Diesel, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler;

Hubraum: 1997 cm³

PS/kW: 150 PS/110 kW

maximales Drehmoment: 370 Nm bei 2000 U/min

Frontantrieb, 6-Gang-Handschaltgetrieb; Spitze 207 km/h, 0–100 km/h 9,6 Sekunden; Euro 6.

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, Hilfsrahmen, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, Stabilisator, hinten Verbundlenkerachse, Stabilisator, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, Bremsassistent, elektronisches Stabilitätsprogramm ( ESP). Höhe Ladekante: 70 cm

Maße (L x B x H): 4447 x 1841 x 1624 mm

Wendekreis: 10,6 m Radstand: 2675 mm Bremsweg kalt: 36,5 m/Bremsweg warm: 34,2 m

Kofferraum: 520–1482 l Gewicht: 1425 kg Gesamtgewicht: 2050 kg Tankinhalt: 53 l

Normverbr: 4,7 l/100 km 114 g/km CO²

Testverbr.: 6,4 l/100 km

Preis: 37.400 €

Preis Testwagen: 47.050 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:649,44 €

(Kurier) Erstellt am 04/15/2017