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Fahrbericht
09/13/2019

Porsche 911 Carrera: Das kann die "Einsteiger-Version"

Der 911 Carrera ist unter dem 911 S angesiedelt. Wir haben mit dem "Basis-911er" eine Ausfahrt unternommen.

von Michael Andrusio

Dies ist also die "Basis".

385 PS, Heckantrieb und ein Preis von € 127.657,-. Wir sitzen in einem Porsche 911 Carrera, dem Modell, das unter dem 911 S angesiedelt ist und den Einstieg in die 911-Welt markiert.

Dass der stärkere „S“ den Anfang machte, hat auch irgendwie Sinn, ist doch der 911 S das gefragtere Modell – in Österreich liegt der Split bei 40 % Carrera und 60 % Carrera S.

Nun wird also der 911 Carrera nachgereicht. Bei der Motorisierung gibt’s keinen Unterschied, wie im S kommt ein 3-Liter-Boxer mit Biturboaufladung zum Einsatz. Nur statt 450 PS gibt es im Carrera „nur“ 385 PS. Aber das sind auch 15 PS mehr als im Vorgängermodell.

Dass 65 PS weniger als im S für Vortrieb sorgen, wird wohl nur sehr profunden 911er-Piloten auf Anhieb auffallen. Auf 100 km/h beschleunigt der 911 Carrera in 4,2 Sekunden (mit dem optionalen Sport-Chrono-Paket sind es 0,2 Sekunden weniger). Die Spitze gibt Porsche mit 293 km/h an.

Zum Vergleich: Der 911 S braucht 3,7 für den Sprint auf 100 und erreicht eine Spitze jenseits der 300 km/h.

Was wichtiger ist: Abgesehen von den nackten Zahlen erweist sich der neue Carrera als rundum stimmiger Sportwagen. Der Boxer verteilt seine Kraft angenehm über das gesamte Drehzahlband, klingt stets nach Porsche – ohne dabei aber nervig laut zu werden.

Wie der S verfügt auch der Carrera über den neuen Wet-Mode für nasse Straßen, sonst kann man (wie gehabt) auch Sport, Sport+ bzw. Individual, neben dem Normal-Mode, wählen.

Im Vergleich zu den S-Modellen wurde der Carrera etwas weniger auf Sportlichkeit getrimmt, erklären uns die Entwickler. So sind die Räder samt Bremsen etwas kleiner dimensioniert (keine Sorge, der Carrera verzögert tadellos) und auch auf die Hinterachslenkung, PDCC (Porsche Dynamic Chassis Control), Hinterachsquersperre und das PASM-Sportfahrwerk mit 10 mm Tieferlegung muss man im Carrera verzichten (diese Dinge hat auch der 911 S nicht serienmäßig, sondern werden optional angeboten).

Ehrlich gesagt, so toll diese technischen Upgrades auch sind, wirklich ab geht einem im 911 Carrera nichts. Vor allem, wenn man im Cabriolet unterwegs ist, neigt man gern dazu, eine entspannte Gangart anzuschlagen und sich an den "Porsche-Basics" zu erfreuen.

Geschaltet wird mittels PDK-Doppelkupplungsgetriebe mit acht Gängen, die Gangwechsel erfolgen blitzschnell und wenn man will auch mittels Schaltwippen am Volant. Was eine Version mit Schaltgetriebe betrifft, überlegt man in Stuttgart noch, ob so was nächstes Jahr angeboten werden soll.

Der 911 Carrera kostet als Coupé ab € 127.657,– und als Cabriolet ab € 145.822,–. Bestellungen werden schon entgegengenommen, Markteinführung ist ab Mitte September.

Wer will, kann den 911 Carrera nun auch als Allradversion bestellen. Hier beginnen die Preise bei  € 138.186,- für das Coupé und bei € 155.483,- für das Cabriolet. Markteinführung für den Carrera 4 ist bei uns ab Ende Oktober.