Range Rover Sport

© Andrusio Michael

Range Rover Sport: Kulturrevolution auf vier Rädern
11/30/2013

Range Rover Sport: Kulturrevolution auf vier Rädern

Aus dem urwüchsigen Sport ist ein nobler Reisebegleiter geworden, auf und abseits der Straße.

von Maria Brandl

Besitzer des Range Rover Sport der 1. Generation reagieren beim Blick auf den Nachfolger meist geschockt. Vieles, was sie an ihrem „Sport“ lieben, das eigenständige Design, die britische Clubatmosphäre, die analoge Mitteluhr, die „beholzten“ Innentüren – alles weg. Stattdessen ein Evoque im Großformat, extrem breit – 2,2 m mit ausgeklappten Außenspiegeln – und innen „trendy“ wie der Evoque.

Tatsächlich baut der neue „Sport“ nicht mehr auf dem Discovery auf, sondern ist die Kurzversion des neuen Range Rover. Das Außendesign à l’Evoque lässt ihn zierlicher aussehen, als er ist. Welche Ausmaße er wirklich hat, zeigt sich spätestens an der Ampel, wenn er neben einem Bröckerl wie dem BMW X6 steht, oder in der Tiefgarage, wo das Durchzirkeln noch heikler ist als beim Mercedes GL. Der Sport ist breiter als der GL, aber niedriger und viel kürzer.

Fahrkultur

Abgesehen von dieser „ Kulturrevolution“ lässt sich der neue Sport aber auch von „Neueinsteigern“ nach kurzer Eingewöhnung einfach manövrieren. Unser Testmodell hatte den V6-Diesel mit 292 PS, Achtgang-Automatik und Start-Stopp. Die Beschleunigung (siehe Steckbrief) damit ist durchaus befriedigend. Der Fahr- und Sitzkomfort generell sehr gut. Verbesserungswürdig ist die Abstimmung des Start-Stopp-Systems, das bei den Übergängen ziemlich ruckelt und zudem hyperaktiv wirkt, was besonders beim Rückwärtsfahren nerven kann. Vorteilhaft wäre auch ein größerer Tank, umso mehr, als sich der Sport für Langstrecken sehr gut eignet.

Das Cockpit ist ähnlich gestaltet wie im Evoque, die Instrumente werden auf einem Bildschirm dargestellt und sind variierbar. So werden im Betrieb abseits befestigter Straßen die 4x4-Informationen groß dargestellt.

Apropos 4x4: Mit dem Terrain Response 2 mit Dynamik-Programm steht dem Lenker ein On-/Offroad-Paket auf höchstem Niveau zur Verfügung. Zudem bietet der Sport nun auch Offroad-Navigation.

An Sensoren und Assistenten mangelt es ebenfalls nicht, sie informieren etwa über Wattiefe, toten Winkel oder drohende Kollisionen im Retourgang. Die Verarbeitung entsprach dem Topniveau. Dass die Alukarosserie ihre Qualitäten als Resonanzkasten etwas zu deutlich zeigt, lässt sich durch bessere Dämmung sicher ändern.

Range Rover Sport 3,0 SDV6 HSE

Antrieb: V6-Diesel, 2993 , Vierventiltechnik, Turboaufladung, Ladeluftkühlung, Start-Stopp-System, Rußfilter. Permanenter Allradantrieb, 8-Gang-Automatik, Spitze 222 km/h, 0–100 km/h in 7,2 sec, Euro 5-Abgasnorm.

Leistung: bei 4000 U/min 292/215 PS/kW

maximales Drehmoment: bei 2000 U/min 600 Nm

Fahrwerk: Einzelradaufhängung, vorne Doppeldreiecksquerlenkerachse, hinten Integral-Mehrlenkerachse, v/h Luftfederung sowie adaptive Dämpfung, On-/Offroad-Paket (Extra) mit zweistufigem Verteilergetriebe, Terrain Response 2 mit Dynamik Programm, Dynamic Response und Torque Vectoring via Bremsen; vier innen belüftete Scheibenbremsen, elektromechanische Servolenkung.

Maße (L x B x H): 4850 x 1983 x 1780 mm

Wendekreis: 12,6 m

Radstand: 2923 mm

Böschungswinkel: v/h 33/31 Grad

Rampenwinkel: 27 Grad Watttiefe: max. 850 mm

Bodenfreiheit: max. 265 mm Gesamtgewicht: 3000 kg

Eigengewicht/Zuladung:Eigengewicht/Zuladung 2477/523 kg Anhängelast:gebremst/ungebremst 3500/750 kg

Tankinhalt: 77 l

Kofferraum:784–1761 l

Ladekantenhöhe: 837 mm

Normverbr.: 7,5 l/100 km199 g/km CO²

Testverbr.: 10,2 l/100 km

Preis: 89.300 €

Preis Testwagen: 112.296 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 1260,60 €