© Michael Andrusio

Test
01/03/2014

Renault Scenic XMOD: Crossover in Wanderschuhen

Eine Art Familien-Van im Abenteuer-Look.

von Ad Raufer

In der allgemeinen SUV-Euphorie, die gegenwärtig in Europa – somit also auch bei uns – herrscht, ist die Kategorie der klassischen Mini-Vans ein bisschen aus dem Fokus gerückt.

Was nicht heißt, dass sich dort nichts tut.

Ganz im Gegenteil: Renault hat eben den renovierten Kompakt-Van Scénic mit aufgefrischter und modifizierter Technik (unter anderem mit nun serienmäßiger Berganfahr- und Einparkhilfe) auf den Markt gebracht. Und dabei gleich auch eine neue Modellvariante namens XMOD-Bose-Edition. Dabei geht’s im Prinzip um eine simple Traktionskontrolle, die über einen Drehregler auf der Mittelkonsole aktivierbar ist, die Traktion der Antriebsräder auf rutschigem Untergrund optimiert und folgerichtig Extended Grip heißt. Das System kann Allradantrieb zwar nicht ersetzen, macht aber im Gegenzug den Gallier zum Pseudo-Kraxler, weil Vortrieb auch abseits geteerter Straßen einigermaßen schlupffrei auf dem Boden der Tatsachen landet.

Bose: Feine Höhen, tiefe Bässe – die speziell für Renault entwickelte Audio-Anlage ist gegenüber früher um etliches kleiner, leichter und verbraucht zudem weniger Energie. Der Sound klingt wirklich gut, das muss man schon zugeben.

So weit, so klar. Ab jetzt wird’s allerdings ein bissl kompliziert – und unverständlich.

Rustikal

Renault-Interessenten, die den Scénic in XMOD-Bose-Konfiguration haben wollen, kommen zwar in den Genuss des kompletten Akustik-Gedöns, die Traktionskontrolle ist aber seltsamerweise nicht an Bord.

Statt derer gibt’s, wie es in der Ausstattungsliste lakonisch heißt, nur „XMOD-Designelemente“ im Cross-Country-Wanderschuh-Look: Robust-rustikale Beplankung, um drei Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit, Frontspoiler mit verchromtem Lufteinlass, Dachreling, hübsche 17-Zoll-Alufelgen und angedeuteter Unterfahrschutz vorn wie auch hinten.

Zum serienmäßigen Lieferumfang zählen innen (unter anderem) unten abgeflachtes Lenkrad, Alupedale und -schalthebel, 2-Zonen-Klima, Klapptische und Taschen an den Rückenlehnen der Vordersitze, abgedunkelte Scheiben sowie ein leicht und deswegen intuitiv bedienbares Carminat-TomTom-Navigationssystem.

Renault Scénic XMOD dCi 130

Antrieb: 4-Zylinder-Diesel, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Alu-Zylinderkopf; Frontantrieb, 6-Gang-Getriebe;

Spitze 195 km/h, 0–100 in 10,3 Sekunden; Euro 6.

Hubraum: 1598 cm³

PS/kW: 130/96

maximales Drehmoment:320 Nm bei 1750 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Stabilisatoren, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, elektronische Bremskraftverteilung (EBV), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR), Berganfahrhilfe (HSA).

Maße (L x B x H): 4372 x 1845 x 1656 mm

Wendekreis: 11,0 m Radstand: 2704 mm Kofferraum: 437–1837 l

Zuladung: 549 kg Gesamtgewicht: 2055 kg Tankinhalt: 60 l

Normverbr.: 4,5 l/100 km116 g/km CO²

Testverbr.: 5,9 l/100 km

Preis: 29.590 €

Preis Testwagen: 31.140 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 475,20 €