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06/13/2012

Roller-Test: Billig fährt unsicher

Im ÖAMTC-Test schnitten Marken-Fahrzeuge gegenüber No-Name-Produkten mit einem deutlichen Qualitäts- und Sicherheitsplus ab.

Rollerfahren hat viele Vorteile: Die wendigen Flitzer sind günstig in der Anschaffung und  kostensparend in der Erhaltung, sie brauchen wenig Sprit und man findet schnell einen Parkplatz. Zwischen Marken- und Billigrollern gibt es neben dem Preisgefälle (3.000 versus 750 Euro) jedoch erhebliche Unterschiede bei Qualität und Sicherheit. Schwache Bremsen, schleifende Ständer und wenig Fahrstabilität verweisen No-Name-Fahrzeuge in einem aktuellen ÖAMTC-Test auf die Hinterbank.

Der Konkurrenzdruck ist enorm. Rollerhersteller buhlen um die jugendlichen Käufer. Ab 750 Euro ist man mit Mopeds aus dem Baumarkt oder dem Versandhaus mit dabei. Für etablierte Marken wie Aprilia, Vespa oder Peugeot muss man mit bis zu 3.000 Euro für ein neues Gefährt rechnen. "Kampfpreisangebote müssen aber nicht völlig unbrauchbar sein. Die billigsten Produkte waren nicht die schlechtesten", sagte ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Zu den Schlusslichtern im Vergleichstest zählte etwa der MZ Emmely Hybrid Roller (Note "genügend"), der mit rund 2.500 Euro Neupreis zu den teuersten Gefährten zählt. Beim Beregnungstest (hier wurde Regen simuliert, wie er viele im Freien stehende Mopeds betrifft) lief seine Batterie mit Wasser voll, was Kurzschlussgefahr bedeutet und im Test zu einem Totalausfall des Rollers führte. Er konnte nicht mehr gestartet werden.

Der letztplatzierte City-Flitzer Novamotors GT-3 (erhältlich um rund 1.500 Euro) zeigte erhebliche Sicherheitsmängel. Die hintere Bremse fiel wiederholt aus und "er war komplett inkontinent", meinte der Techniker. So verlor der Roller u.a. Bremsflüssigkeit, was bei einem Zweirad schon alleine wegen der Gefahr an der eigenen Flüssigkeit auszurutschen, sehr gefährlich werden kann.

 

Die billigsten Roller im Test, der Explorer Kallio 2 (rund 700 Euro) und der REX Monza 50 Race (rund 900 Euro), schnitten mit einer "befriedigenden" Gesamtnote ab. "Diese Fahrzeuge sind oft schwieriger zu beherrschen. Sie machen die Sache den Umständen entsprechend gut", sagte Kerbl. "Aber mit Abstrichen." So ist etwa die Federung billig gemacht und die Bremsleistung schlecht. Beim REX Monza 50 Race sorgte ein schleifender Ständer für ein weiteres Sicherheitsrisiko - besonders beim Fahren in Kurven.

Die teuren Markenroller (Richtwert zwischen 2.000 bis 3.000 Euro) erhielten die Testnote "gut". Der Aprilia SR50 R Factory, der Peugeot Speedfight 3 sowie die Vespa LX 50 spielen auf einem Level, so der ÖAMTC-Techniker. Hier entscheidet der persönliche Geschmack für welches Moped man sich entscheidet. Alle drei haben unterschiedliche Detailnoten, die Endnote liegt aber auf Augenhöhe.