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02/10/2019

Seat Tarraco: Mit dem SUV unterwegs in der Wüste

Wir haben das neue SUV einem Härtetest in der marokkanischen Wüste unterzogen.

Bei Seat läuft es gut. 2018 war das erfolgreichste Jahr in der Firmenhistorie – mit fast 518.000 verkauften Autos. Ein Schlüssel zum Erfolg ist das Angebot an SUV und die Spanier rechnen damit, dass das Segment bis 2025 um weitere 40 Prozent wachsen wird.

Jüngstes (und größtes) Mitglied der SUV-Familie von Seat ist der Tarraco. Designt und entwickelt in Barcelona, wie die Spanier stolz vermelden, gebaut in Wolfsburg bei Konzernmutter VW.

Und weil die Spanier der Hafer sticht und man dem Tarraco auch im schwereren Gelände einiges zutraut, schickt man uns mit dem SUV in die Wüste Marokkos. Einleitend erklärt man uns dann aber doch, dass der Tarraco in erster Linie für den Betrieb auf befestigten Straßen entwickelt wurde - um tolldreiste Einlagen, die dazu führen, dass gleich die Plastikverkleidung des Unterbodens oder die ganze Frontpartie davonfliegen, von vornherein zu unterbinden.

Mit dem neuen Seat Tarraco fahren wir in die westlichen Ausläufer der Sahara.

Zunächst geht es über rumpelige Staubstraßen.

Im felsigen Gelände kann der Allrad zeigen, was er taugt.

Mit 201 mm Bodenfreiheit ist der Tarraco natürlich nur bedingt für härteres Terrain geeignet.

Spanisches SUV-Schiff trifft Wüstenschiff.

Rast für die Wüstenschiffe nahe der Dünen.

Dann geht es mit dem Tarraco in den Sand.

Der Spanier wühlt sich brav durch den Sand

Essentiell bei der Fahrt im Sand ist es nicht an Tempo zu verlieren.

Für die Fahrt auf weichem Untergrund ist es ratsam, den Reifendruck zu reduzieren.

Fazit nach eineinhalb Tagen: Wüstenprüfung bestanden.

Allradantrieb

Trotzdem ist das SUV für Ausflüge ins leichte Gelände gerüstet. Den Einsteiger-Diesel und den Einsteiger-Benziner gibt’s mit Frontantrieb, sonst fährt der Tarraco mit Allradantrieb 4Drive. Es ist dies die fünfte Generation des Allradantriebs aus dem VW-Konzern. Wie bei fast allen elektronischen Allradsystemen wird im Normalfall die Kraft zur Gänze an die Vorderräder geleitet. Bei Bedarf kann das Drehmoment im Verhältnis 50:50 zwischen vorne und hinten verteilt werden. Die Kraft kann aber zu 100 Prozent an die Hinterachse geleitet werden. Ebenso kann der Allrad das Drehmoment ungleich an die Räder beider Seiten verteilen. Die Kombination von Vorder- und Hinterachsdifferenzialen und elektronischem EDS sorgen dafür, dass kein Drehmoment in Querrichtung verloren geht, wenn das System das durchdrehende Rad auf der einen Seite abbremst und gleichzeitig die Kraft auf die andere Seite dirigiert.

Der Fahrer kann die Elektronik des Tarraco vorab justieren und einen Geländemodus wählen – so wie wir es tun, als wir die befestigten Straßen im Osten Marokkos verlassen und wir erstmals unebenes Gelände unter den Rädern haben. Im Geländemodus (wählbar über einen Drehregler zwischen den Sitzen) wird die Allrad-Charakteristik fürs Gelände optimiert und die HDC (Hill Descent Control), die übrigens vorwärts als auch rückwärts funktioniert, aktiviert.

Für die Fahrt über die Sanddünen gibt’s dann noch ein paar Tricks zu beachten. In den Reifen wird der Druck um ca. ein bar reduziert (um mehr Auflagefläche zu generieren), gleichzeitig weisen uns die Instruktoren an, beim elektronischen Stabilitätsprogramm in den Modus ESC Sport (wo die Elektronik später regulierend eingreift) zu wechseln. Außerdem tun wir gut daran, die Gangwechsel manuell zu vollziehen. Warum? Weil die Automatik möglicherweise zu einem falschen Zeitpunkt raufschaltet und uns dann zu einem ungünstigen Moment die Kraft ausgeht. Dann steckt man im Sand. Das ist zwar nicht gefährlich, weil immer wer da wäre, der einen rauszieht, aber peinlich.

Die Seat-Leute schicken uns ohnehin nicht steile Dünen rauf, wo man nicht weiß, was einen auf der anderen Seite erwartet. Durch den Sand der westlichen Ausläufer der Sahara wühlt sich der Tarraco aber brav durch.

Offroad-Daten

Die Offroad-Daten des Tarraco: Vorderer Böschungswinkel 19,1°, hinterer Böschungswinkel 21,4°, Rampenwinkel 19,1°, maximale Steigfähigkeit 60%-31°/50%-26° (bergab 70%-35°), Neigungswinkel 85%-40°, Bodenfreiheit 201 mm.

Die Auslieferung der ersten Autos in Österreich hat diesen Monat begonnen. Die Preise beginnen bei € 33.490 für den Tarracco mit 1,5-TSI-Benziner und Style-Ausstattung (Seat gewährt bis Ende Februar einen Frühbucher-Bonus von 1500 Euro, womit der Seat dann nur mehr € 31.990,- kostet). Die Xcellence-Version kostet ab € 36.990,- (bzw. € 35.490,- mit Bonus).

Der 190-PS-Benziner in Verbindung mit Allradantrieb 4Drive kostet mit Xcellence-Ausstattung ab € 45.290,- (mit Bonus ab € 43.790,-).

Die Diesel starten mit dem 150-PS- TDI (und Frontantrieb) ab € 37.790,- als Style (€ 36.290 mit Bonus), der Xcellence ist hier um 2800 Euro teurer. Mit Allrad und 7-Gang-DSG kostet der TDI ab € 43.090.- (€ 41.590,- mit Bonus). Topmodell ist der 190-PS-TDI mit Allrad und 7-Gang-DSG, der mit Xcellence-Ausstattung ab € 48.890,- kostet (mit Bonus € 47.390,-).