© Digibus/wildbild

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08/24/2020

Selbstfahrender Bus: Koppl, der letzten Meile wegen

Zurzeit fährt der Digibus in der Salzburger Gemeinde nach Fahrplan

Dafür, dass man gerade in der Salzburger Gemeinde Koppl Testfahrten mit einem selbstfahrenden Bus durchführt, gibt es eine ziemlich schlüssige Erklärung und die heißt „letzte Meile“. Für die Forscher, die sich mit der Mobilität der Zukunft befassen, ist dies ein entscheidender Wert. Sind die potenziellen Fahrgäste mehr als diese Meile von einem öffentlichen Verkehrsmittel entfernt, steigen sie lieber ins Auto und lassen die öffentlichen Verkehrsmittel links liegen. Ein Meile entspricht 1,6 Kilometer, und damit ist man punktgenau bei der Gemeinde Koppl. Hier beträgt die Distanz zwischen Ortsmitte und der Station Sperrbrücke (wo man einen Anschluss an die Buslinie Salzburg–Bad Ischl hat) ziemlich genau eine Meile.

Seit 10. August fährt nun der autonom fahrende Digibus diese Strecke erstmals nach Fahrplan im Demobetrieb. In Koppl ist der Anblick solch eines Vehikels nichts Neues: Bereits 2017 setzte man einen selbstfahrenden Bus zur Erprobung hier ein.

Im österreichischen Leitprojekt „Digibus Austria“ erforscht und erprobt ein Konsortium unter der Leitung von Salzburg Research den zuverlässigen und sicheren Betrieb von automatisierten Kleinbussen im öffentlichen Personennahverkehr. Dabei geht es vor allem darum, diese berühmte letzte Meile zu überbrücken.

Bergauf

Auch wenn es nur 1,6 Kilometer sind, so warten auf den selbstfahrenden Bus einige Herausforderungen. Nicht zuletzt gibt es Steigungen von bis zu acht Prozent zu bewältigen. Gefahren wird mit einem Produkt des französischen Herstellers EasyMile. Der Strom wird in vier Batterien gespeichert, die eine Betriebszeit von etwa zehn Stunden ermöglichen. Mit einer maximalen Steigfähigkeit von 15 Prozent ist der EZ10 (Generation III) auch für die Salzburger Gegebenheiten gerüstet, und theoretisch wäre das Ding bis zu 40 km/h schnell.

Im Testbetrieb ist man aber nicht schneller als 20 km/h unterwegs. Immer an Bord ist ein sogenannter Operator, der immer eingreifen kann, wenn Gefahr droht oder sich das Gefährt nicht mehr auskennt (was im Testbetrieb 2017 – allerdings mit einem anderen Produkt – auch einige Male vorgekommen ist). Auf Grund der Covid-19-Maßnahmen dürfen nur maximal drei Fahrgäste mitfahren (bzw. auch vier, wenn sie im selben Haushalt leben), Fahrschein braucht man übrigens keinen.

 

„Die Erprobung unter realen Bedingungen – auf einer ganz normalen Straße mit verschiedenen Verkehrssituationen inner- und außerhalb des Ortsgebiets mit Steigungen, Linksabbiege-Situationen und mit verschiedensten weiteren Verkehrsteilnehmern – brachte herausfordernde Details in den Bereichen Fahrsicherheit und Selbstständigkeit zutage. Die dafür erarbeiteten Lösungen werden nun im Demobetrieb 2020 getestet“, sagt Projektleiter Karl Rehrl, Forschungslinienleiter bei Salzburg Research. Der Digibus fährt zunächst bis 28. August, wird dann technisch umgerüstet und fährt nochmals von 21. September bis 16. Oktober.

Seestadt

Auch in Wien sind autonom fahrende Busse unterwegs, um die Überbrückung der letzten Meile zu testen. Zwei Busse fahren in der Seestadt, wobei der Testbetrieb nun sogar bis Ende Juni 2021 verlängert wurde.

 

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