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12/07/2011

So fährt sich der Ferrari 458 Spider

Herbstliche Ausfahrt mit dem neuen offenen Traumsportwagen aus Maranello, der erstmals Mittelmotor und versenkbares Hardtop kombiniert. Mit Video.

von Michael Andrusio

Die Überraschung ist perfekt. Wenn man nicht Kenner der Materie ist und weiß, wie der Spider mit geschlossenem Verdeck ausschaut, würde man nicht im Traum daran denken, dass das bildschöne Ferrari-Coupé, das vor einem steht, plötzlich einen Verdeckkasten öffnet und das Metalldach in einer 180-Grad-Drehung ebendort verschwindet. Und wo eben noch ein Coupé stand, parkt nun ein wunderhübscher Spider. Das ganze dauert 14 Sekunden. Knopfdruck genügt, versteht sich. Dann vermeldet das Display "capote aperta" (also Haube offen).

Ferrari weist höflich darauf hin, dass der 458 das erste Mittelmotorauto ist, das über ein versenkbares Hardtop verfügt. Zwei kleine Schönheitsfehler werden Puristen vielleicht ausmachen: Die Motorabdeckung erlaubt nun keinen Blick auf den V8 mehr (wie beim Coupé) und die Verwandlung funktioniert nur bei Stillstand des Autos.

All das beschäftigt einen nicht mehr wirklich, wenn man den Startknopf im Lenkrad drückt und der 570 PS starke Achtzylinder im Heck mit einem ehrfurchtgebietenden Brüllen erwacht. Antriebstechnisch sind Coupé und Spider gleich, fürs Schalten sorgen F1-Doppelkupplung und Siebenganggetriebe. Das Mehrgewicht gegenüber dem Coupé beträgt nur 50 kg.

Die Ferrari-Ingenieure erklären, dass die Spider-Kunden deswegen offen fahren, weil sie den Motorsound mehr genießen wollen. Während sie das sagen, grinsen sie auch noch vielsagend. Warum wird klar, wenn man mit dem Spider unterwegs ist. Das Openair-Konzert, das der Motor anstimmt, wenn man ihn in Richtung 9000 Touren dreht, hat durchaus Suchtpotential. Nicht minder faszinierend ist, wie das Getriebe in Bruchteilen von Sekunden auf den Druck an der Schaltwippe reagiert. Beim Runterschalten schiebt die Motorelektronik noch einen kurzen Zwischengasstoß ein. Auf 100 km/h beschleunigt der Ferrari in weniger als 3,4 Sekunden.

An der Verwindungssteifigkeit des Spider gibt`s nichts auszusetzen und um allzu heftige Zugluft auszusperren, hat man zwischen den markanten Höckern hinter den Sitzen ein kleines Windschott integriert. Es ist durchsichtig und fährt auf Knopfdruck aus (nicht weit, aber effektiv).

Die noch größere Überraschung ist aber, wie zahm und komfortabel sich der Spider fährt, wenn man es gemächlich angehen lassen will. Im unteren Drehzahlbereich läuft der Motor so sittsam und ruhig, dass man nicht davor zurückschreckt, auch längere Strecken herunterzuspulen. Und dabei lässt es sich auch noch nett mit dem Copiloten schwatzen. Das Schalten kann man dann auch gänzlich der Elektronik überlassen. Sportlich soll das Fahrverhalten des Spider sein, aber nicht aggressiv, haben seine Macher erklärt. Und Recht haben sie.

Der Ferrari 458 Spider kostet bei uns ab € 274.200,-. Die ersten Autos werden im Spätherbst ausgeliefert.

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