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10/11/2012

Stromnetze für mehr E-Autos gerüstet

Die Batterien von E-Autos dienen als mögliche Speicher für überschüssige Energie aus Solar- oder Windkraft.

Die Auswirkungen, die eine höhere Anzahl an Elektroautos zukünftig auf das österreichische Stromnetz haben könnte, haben Wissenschafter der Technischen Universität (TU) Wien in Kooperation mit dem Austrian Institute of Technologie (AIT) und der Stromnetzbetreiber "Salzburg Netz" untersucht.

Die Analyse acht typischer Niederspannungsnetze ergab, dass sie für eine Mehrbelastung durch E-Autos großteils bereits jetzt gerüstet seien. Die Forscher sehen auch Potenziale dafür, bei Bedarf durch Photovoltaik oder Windkraft erzeugte Energie in den Batterien der Fahrzeuge zu speichern, heißt es heute, Dienstag, in einer Aussendung der TU.

"Der Anteil der Elektroautos kann in den nächsten Jahren steigen, die Netze sind prinzipiell dafür gerüstet", so Rusbeh Rezania von der Energy Economics Group der TU. Es gebe allerdings Ausnahmen. Wird in einem Netz nämlich eine kleine Verbrauchergruppe mitversorgt, die sich fernab vom Rest der Nutzer befindet, könnten bereits einzelne Elektroautos zu Problemen mit unzulässig hohen Spannungsschwankungen führen. Solche Probleme ließen sich durch Ausbau solcher Netze lösen – das sei jedoch teuer. Angebot und Nachfrage müssen sich im Stromnetz zu jedem Zeitpunkt decken.

Vorbereitet

Aufgrund der Tatsache, dass Strom aus Solarzellen oder aus Windkraft nicht immer kontinuierlich bereitgestellt werden kann, ergeben sich zeitweise Engpässe oder Überschüsse.

Elektroautos könnten hier eine wichtige Funktion als Energie-Speicher einnehmen, da der genaue Zeitpunkt des Ladevorganges für den Benutzer eines Elektrofahrzeugs meist nicht entscheidend sei. "Das kann genutzt werden, um ein Überangebot in Zeiten geringer Nachfrage auszugleichen", so Rezania. Wenn durch die Ladesteuerung von Elektroautos erneuerbare Energien besser ins Netz eingespeist werden können, würde das einen substanziellen Beitrag zur Treibhausgas-Reduktion leisten.

Eine überwiegende Zahl der bestehenden Niederspannungsnetze wird laut der Studie für die erste Zeit mit der steigenden Anzahl von Elektroautos gut zurechtkommen. Erhöht sich der Anteil der E-Autos drastisch, würden allerdings intelligentere Steuerungsmöglichkeiten benötigt. "Wir werden nicht unbedingt neue, zusätzliche Stromleitungen brauchen, sondern wir müssen unsere Netze zu Smart Grids machen. Damit kann der Netzzustand zu jedem Zeitpunkt ermittelt und bei Bedarf die Ladesteuerung an die Netzsituation angepasst werden", so der Forscher.