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20.12.2011

Teil 1: Motorradfahren ist gefährlich. Na und?

© Bild: KURIER.at / Mathias Morscher

KURIER.at macht den A-Schein: Vom Mopedfahren infiziert und von einem Unfall traumatisiert wagt sich Pascal Sperger an den Motorradführerschein.

Ich mag Autos. Und verdiene mein Geld damit, auf KURIER.at darüber zu schreiben. Vor wenigen Wochen dachte ich, ein Motor-Redakteur sollte nicht nur auf vier Räder abfahren, sondern sich auch an zweien erfreuen. Das Ziel war klar: Ich mache den Motorradführerschein. Und informiere meine Leser, in den kommenden Wochen über Fahrschul-Bürokratie, trockene (aber lebenswichtige) Theorie und Prüfungsmodalitäten. Aber vor allem erzähle ich Spannendes: Was man im Grundkurs lernt, wie sich ein Motorrad-Anfänger im Frühverkehr am Wiener Gürtel fühlt, wie man richtig bremst, und die Angst hundert Mal überwinden muss, um am Schluss gehörigen Respekt vor dem Bike zu haben.

© Bild: KURIER.at / Mathias Morscher

Es ist Ihnen vielleicht ähnlich gegangen, ich konnte meinen 16. Geburtstag kaum erwarten. Ich wollte endlich auf meine Puch x50-4 steigen und das Gefühl motorisierter Freiheit erleben. Fünfzig Kubik, drei PS, 45 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit und eine gelöcherte Cola-Dose im Auspuff die für stotternden Sound sorgte - das reichte fürs Hochgefühl. Meine Mutter hatte einfach nur Angst. Und sie sollte Recht behalten - wie das bei Müttern so ist: Mit achtzehn wurde ich auf dem Moped von einem Auto angefahren. Ich kam mit Prellungen, Schürfwunden, gebrandmarkt und geläutert davon. Die Erkenntnis: Zweiräder sind gefährlich. Seit der Kollision hatte ich offen gesagt Schiss vorm Fahren. Die Freiheit wollte ich nur noch im Auto, sicher angegurtet, hinter einem Lenkrad mit Airbag genießen. Falsch gedacht, klassischer Fall von Selbstbetrug.

© Bild: KURIER.at / Mathias Morscher

Vor wenigen Wochen habe ich mich erneut angesteckt, bin seitdem wieder 2-Rad-positiv. Eine Runde auf einem privaten Parkplatz schürte die abgekühlte Euphorie - meine Vierrad-Vorsätze habe ich an diesem Tag vom Bike geworfen. Aber nicht die Erkenntnis, dass schnell was passieren kann.

Noch sieben Jahre später sitzt mir der Unfall im Nacken und ich weiß: Mit keinem anderen Verkehrsmittel ist das Risiko höher, schwer zu verunglücken. Ja, Motorradfahren ist gefährlich. Aber bekanntlich stirbt auch der, der sich zu Tode fürchtet. In diesem Sinne: Nur wenn ich die Angst überwinde, werde ich ein Easy Rider. Und falls ich die Ausbildung glimpflich überstehe, lesen Sie, was ich gelernt habe.

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