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08.06.2016

Toyota Prius: Japanischer Hybridpionier erreicht völlige Normalität

Einst die Initialzündung für Hybrid-Mobilität, ist die Neuauflage nun erwachsen geworden.

Seit Kurzem läuft der Toyota Prius – lateinisch für der Erste, folgerichtig Pionier im Hybridbereich – in nunmehr bereits vierter Generation vom Band.

Beim Erstkontakt im Februar fand das polarisierende Design bereits Erwähnung. Im Alltagstest stellte sich heraus, dass der Neue im Vergleich zum Vorgänger im Fahrbetrieb deutlich gewonnen hat.

Er wirkt nicht abgehoben oder gekünstelt futuristisch. Er fährt sich im positiven Sinne unauffällig wie viele andere Autos auch – ohne Abstriche: Eher komfortabel ausgelegt, kein Sportgerät, aber auch nicht lahm wie eine angebundene Kuh. Das stufenlose E-CVT-Getriebe ist mittlerweile kein Grund mehr, das Auto nicht zu kaufen: Es scheint den Motor nicht nur sanfter, sondern auch früher in niedrigere Drehzahlen zu schicken, was beim Bergauffahren und Überholen ein großer Gewinn für die Ohren und das Nervenkostüm der Insassen ist. Das Raumangebot ist dank des Radstandes von üppigen 2700 Millimeter vorne wie hinten gut und auf den bequemen Sitzen ist bei verbessertem Geräuschniveau angenehmes Reisen angesagt. Der Kofferraum ist wegen kleinerer Batterie und auch kleinerem Motor um immerhin 56 Liter gewachsen.

Freundliches Ambiente

Der Innenraum ist mit Hochglanzelementen in Weiß aufgepeppt und durchwegs gut verarbeitet. Eine induktive Handyladestation gibt es auf Wunsch – ein kompatibles Telefon vorausgesetzt. Das aktuelle Bedienkonzept für den zentralen Bildschirm erfordert allerdings ein gewisses Maß an Eingewöhnung.

Es mutet ein wenig eigenartig an, dass eine altmodische Fußfeststellbremse verbaut wurde. Das passt nicht zum Zukunftsthema und wirkt recht gestrig, wo doch eine elektrische Parkbremse vielerorts längst schon zum Standard gehört. Auch die maximale Zuladung von vergleichsweise schlanken 415 Kilo kann bei vier Personen mit Gepäck knapp werden.

Mit einer umfassenden Serienausstattung hat Toyota ein ansprechendes Gesamtpaket auf die Räder gestellt und die technologische Speerspitze des Konzerns nochmals verbessert.

Der Testverbrauch von genau 5,0 l/100 km spiegelt wahrscheinlich nicht ganz das Potenzial des neuen Prius wider, da ein hoher Autobahnanteil im Test den Verbrauch in die Höhe trieb. Der Einstiegspreis liegt bei € 29.900,–. Es gibt nur zwei verschiedene Ausstattungen und die Aufpreisliste ist erfreulicherweise kurz.

Toyota Prius

Antrieb: 4 Zylinder, Benzin, Saugrohreinspritzung, 2 oben liegende Nockenwellen 4 Ventile/Zylinder, Alu-Zylinderkopf und-block; Frontantrieb, stufenloses E-CVT-Getriebe;

Benziner: 98 PS/72 kW E-Motor: 71 PS/53 kW Systemleistung: 122 PS/90 kW Drehmoment Verbrenner/E-Motor: 142 Nm/163 Nm

Spitze 189 km/h, 0–100 in 10,6 Sekunden; Euro 6.

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorn McPherson-Federbeine, Querlenker, hinten Mehrlenkerachse, v/h Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen, Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, Bremsassistent, Vehicle Stability Control/VSC (elektronisches Stabilitätsprogramm/ ESP).

Maße (L x B x H): 4540 x 1760 x 1470 mm Wendekreis: 10,8 m Radstand: 2700 mm Bremsweg kalt: 37,0 m Bremsweg warm: 36,7 m Kofferraum: 343–1557 l Gewicht: 1415 kg Gesamtgewicht: 1790 kg Tankinhalt: 43 l

Normverbrauch: Gesamtsystem 3,3 l/100 km 76 g/km CO²

Testverbrauch: Hybridmodus 5,0 l/100 km E-Reichweite: Ca. 1 km

Preis: 29.900 €

Preis Testwagen: 35.460 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:357,12 €