lexus is 300

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Fahrbericht
01/23/2017

Lexus IS 300h: Es muss nicht immer Deutschland sein

Überarbeiteter Modelljahrgang mit hervorragend funktionierender Hybridtechnologie.

von Ad Raufer

Lexus hat bei uns keinen leichten Stand. 1989 als Edelmarke der riesigen Toyota Motor Corporation etabliert, muss die kleine japanische Automanufaktur hierzulande gegen Premiumgrößen wie Audi, BMW und Mercedes antreten. Was bekanntlich einigermaßen schwierig ist.

Trotzdem geht es mit den Absatzzahlen bergauf – langsam, aber sicher: So lagen 2016 auf den Schreibtischen der österreichischen Lexus-Verkäufer 447 unterschriebene Kaufverträge, was einem Plus von 41,5 Prozent gegenüber ’15 bedeutet, da waren’s nämlich nur 316 Einheiten. Auch überregional gesehen schaut’s gut aus: So stieg der Absatz in Europa von 64.000 auf aktuell knapp 75.000 Autos, ein Plus von 17 %. Bescheidene Zahlen, gewiss, aber ermutigend, weil die Richtung stimmt.

Jetzt steht die überarbeitete IS-Generation am Start. Die ab sofort lieferbare Limousine der unteren Mittelklasse ist auf den ersten Blick an der geänderten Frontpartie mit neuem Doppel-Trapezgrill und den riesigen seitlichen Lufteinlässen zu identifizieren. Frisch gezeichnet wurden auch die Motorhaube und die Scheinwerfer, die nun in LED-Technik die Nacht erhellen. Innen fallen (unter anderem) ein von 7 auf nunmehr 10,3 Zoll vergrößerter Touchscreen auf, dazu gibt’s neue Direktwahlknöpfe für die Leistungscharakteristik der Motorelektronik (Normal/Eco/Sport). Nichts geändert hat sich an der hervorragenden Verarbeitungsqualität.

Lexus offeriert in Österreich den IS ausschließlich als Hybridmodell 300h. Damit wollen die Japaner ihre Kernkompetenz auf diesem Sektor der Antriebstechnologien unterstreichen, schließlich und endlich verkauft die Toyota-Edeldependance in Europa rund 90 Prozent aller IS-Versionen mit Hybridtechnik.

Folgerichtig wird der 245 PS leistende 200t bei uns erst gar nicht angeboten.

Verbrenner und E-Motor

Im Bug des gelifteten IS arbeitet ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Saugbenziner mit 181 PS in Zusammenarbeit mit einem 142 PS starken E-Motor, die Systemleistung beläuft sich auf 223 PS.

Je nach Fahrsituation laufen die beiden Aggregate zusammen oder getrennt, wird das Gaspedal jedoch forsch ans Bodenblech genagelt, meldet sich der Benziner – unaufdringlich – zu Wort. Bis rund 30 km/h ist auch rein elektrisches Fahren (EV) möglich. Die Kraft gelangt über ein stufenloses CVT-Getriebe an die Hinterachse, wer selbst schalten will, hat die Möglichkeit, über gut in der Hand liegende Wippen am Lenkrad virtuell – und ohne Kraftflussunterbrechung – die Gänge zu wechseln.

Lexus hält an der betagten Nickel-Metallhydrid-Akkutechnik fest, die 192-Zellen-Batterie ist aber platzsparend unterhalb des 440 Liter Ladegut fassenden, somit fernreisetauglichen Kofferraums untergebracht.

Wie heute oft zu beobachten, verändert der Schalter auf der Mittelkonsole die Performance auf fundamentale Art und Weise. So auch im 300h: Geht’s in der Eco-Stellung – sagen wir – gemächlich-entspannt zu, so sind im Sport-Modus (gefühlsmäßig) weit mehr als die 223 PS am Werk: Dann nämlich glänzt der Direkteinspritzer mit ausgesprochen dynamischen Fahrleistungen, bleibt aber trotz erhöhter Leistungsanforderung immer dezent im Hintergrund.

Der IS 300h wird mit vier Ausstattungslinien (Basis/Business/F-Sport und Executive) angeboten, die Preise beginnen bei € 36.900,–.