News 05.12.2011

Yamaha YZF-R1: Rennbock für die Straße

Yamaha YZF-R1: Rennbock für die Straße
© Werk

Seit 1997 setzt die Maschine die Messlatte in der Supersportklasse. Dank steter Modellpflege ist die aktuelle R1 besser denn je.

Der Slogan "von der Rennstrecke auf die Straße" ist Programm: Die Maschine sammelte und sammelt unter Spitzenfahrern aus aller Welt Titel, beispielsweise in der Endurance-WM und bei zahlreichen nationalen Meisterschaften. Zum Drüberstreuen gab es 2009 unter Ben Spies den Titel in der Superbike-WM.

Das Rückgrat der R1 ist der leichte Aluminiumguss-Deltabox-Rahmen. Dieser wurde für die aktuelle Generation neu berechnet und bildet mit dem mittragenden Motor eine absolut verwindungsfeste Einheit. Die vordere USD-Gabel mit 43 Millimeter Standrohrdurchmesser ist voll einstellbar, mit Druckstufendämpfung im rechten und Zugstufendämpfung im linken Gabelholm. Ebenso sorgt die justierbare hintere Schwinge für exaktes Set-up auf Straße und Rennstrecke.

Die Verkleidung unterstreicht die zentrale Konzentration der Massen um den Schwerpunkt beim Motor. Minimalistisch in jeder Beziehung - von der aggressiven Front mit Doppelscheinwerfer bis zum Heckbürzel - weist sie auf die Potenz dieses Superbikes hin.

Antrieb

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Herzstück der Maschine ist der flüssigkeitsgekühlte 4-Zylinder-Reihenmotor. Es ist der einzige Motor mit CrossplaneKurbelwelle mit versetzten Hubzapfen und daraus resultierender ungleichmäßiger Zündfolge. Diese Entwicklung kommt aus dem Grand-Prix-Sport und trägt den Namen "Big Bang". Fazit für den Piloten: Eine unglaublich gleichmäßige Leistungsentfaltung, die aus dem Drehzahlkeller bis in die lichten Höhen des Rennsteckenbetriebes mit vollen 182 PS führt.

Die Leistung wird über das sogenannte Yamaha-Chip-Controlled-Throttle-System (YCCT) per Gasgriff abgerufen. Damit hat man auch im täglichen Alltagsbetrieb eine gut beherrschbare und dennoch druckvolle Leistungsentfaltung. Dazu kommt noch ein tiefer Auspuffsound, der irgendwie zwischen Zweizylinder und Vierzylinder angesiedelt ist.

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Im praktischen Fahrbetrieb muss man sich sehr wohl im Klaren sein, auf einem Supersportler zu sitzen. Das bedeutet ausgesprochen vorderradorientierte Sitzposition mit viel Last auf den Armen bei niedrigen Geschwindigkeiten. Erst ab etwa 120 km/h entlastet der Fahrtwind. Auch die Beine sind stark abgewinkelt, je größer der Fahrer desto stärker. Doch abgesehen von diesen systembedingten Komforteinbußen ist das Bike durchaus alltagstauglich. Diese Alltagstauglichkeit wird durch das straffe Spitzenfahrwerk unterstrichen, das durch keinerlei Bösartigkeiten wie plötzlichen Belagswechsel oder Bruchlinien im Asphalt aus der Ruhe zu bringen ist.

Der schmale Arbeitsplatz erlaubt quicken Positionswechsel in schnell wechselndem Kurvengeläuf. Und auch die Instrumentierung mit dem zentral im Blickfeld liegenden Drehzahlmesser ist genau auf den Supersportbetrieb abgestimmt.

Die Sechskolben-Bremsanlage des Vorderrades zählt zu den besten Stoppern auf dem Markt überhaupt.

Wer vor dem Preis von € 16.499,- zurückschreckt, dem kann geholfen werden: Es sind noch etliche leistungsgleiche 2009er-Modelle um etwas mildere € 13.999,- zu haben.

(Kurier) Erstellt am 05.12.2011