Technik
27.09.2018

Honda CR-V Hybrid: So funktioniert der Antrieb

Richtig gelesen: Dies ist ein Hybrid, kein Plug-in-Fahrzeug.

Bereits im Juni gab Honda bekannt, dass die neue Version des Tiguan-Konkurrenten CR-V in zwei Versionen zu uns kommt: als Siebensitzer mit Turbobenziner (diese Version haben wir bereits getestet) und ab 2019 auch als Fünfsitzer mit Hybridantrieb. Zu Letzterem gibt es nun Details. Überraschend ist zunächst, dass der Wagen wirklich ein klassischer Hybrid ohne Auflademöglichkeit ist -- was technisch deutlich interessanter ist als der Antrieb der derzeit allgegenwärtigen Plug-in-Hybride. Warum Honda diesen Antrieb wählt, verraten die Japaner noch nicht. Dazu werden wir demnächst (im November 2018) bei der Testveranstaltung mehr erfahren.

Jetzt aber zu den Innereien. Das Hybridsystem bietet eine Gesamtleistung von 184 PS, das maximale Drehmoment bei 315 Newtonmeter. Es kombiniert einen 2,0-Liter-Benziner (der im Atkinson-Zyklus läuft) mit Lithium-Ionen-Akkus sowie zwei Elektromaschinen, wobei eine als Fahrmotor, die andere als Generator arbeitet. Statt eines herkömmliches Getriebes (oder eines Planetengetriebes wie bei den Toyota-Hybriden) hat der Wagen eine feste Übersetzung. Das System trägt den Namen i-MMD (intelligent Multi-Mode Drive). Es soll intelligent und automatisch zwischen Elektroantrieb, Antrieb durch den Verbrenner und Hybridantrieb umschalten. Im EV-Modus wird der Wagen rein elektrisch durch den elektrischen Fahrmotor angetrieben. Um den reinen Motorantrieb zu ermöglichen, wird eine Kupplung geschlossen und so eine direkte Verbindung zwischen dem Verbrenner und den Rädern hergestellt. Im Hybridmodus schließlich erzeugt der Benziner Strom. Dieser fließt entweder zum Fahrmotor oder in den Akku -- dieser Modus ist also ein serieller Hybridantrieb.

Die Steuerungssoftware des i-MMD-Systems entscheidet automatisch, wann zwischen diesen Modi umgeschaltet werden muss, um die Effizienz zu maximieren. Bei gemäßigter Fahrt läuft der CR-V Hybrid laut Honda mehr als die Hälfte der Zeit im EV-Betrieb, bei höheren Geschwindigkeiten immerhin noch etwa ein Drittel der Zeit. Den Kraftstoffverbrauch nach NEFZ-Norm gibt Honda mit 5,3 Liter je 100 Kilometer an, die CO2-Emissionen liegen bei 120 Gramm pro Kilometer. Neben einer Variante mit Frontantrieb gibt es auch einen Allradler, der auf 5,5 Liter und 126 Gramm kommt.

Die Produktion des CR-V Hybrid für die europäischen Märkte beginnt im Oktober, Marktstart ist Anfang 2019. Die Preise sind noch nicht bekannt. Zunächst wird das Hybrid-SUV aber auf dem Pariser Autosalon (2. bis 14. Oktober 2018) zu sehen sein. Dort kann man auch den gelifteten HR-V sehen, der im Oktober startet und ab Frühjahr 2019 zwei neue Motoren erhält: einen 1,5-Liter-Turbo und einen 1,6-Liter-Diesel. Die dritte Neuheit von Honda ist ein "Art Car" im Manga-Stil auf Basis des Civic Typ R, von dem es noch keine Bilder gibt.

3 slides, created on 27/Sep/2018 - 15:46:19

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Der Honda CR-V Hybrid sieht offenbar (bis auf den Hybrid-Schriftzug an der Seite) so aus wie der konventionell angetriebene CR-V

Die neue Antriebsvariante ist unter dem Blech wesentlich interessanter als von außen. Das Auto hat einen klassischen Hybridantrieb mit seriellem Modus

Wie das Hybridsystem funktioniert, beschreiben die Japaner in dieser Grafik