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Technik
08/13/2021

Wie andere Hersteller zum Thema Brennstoffzelle stehen

Pkw mit Brennstoffzelle bleiben in der Minderheit, mehr Potenzial sehen viele bei den Nutzfahrzeugen

Es ist noch nicht so lange her, da wurde den Wasserstoffautos eine große Zukunft vorhergesagt. Mittlerweile sind die Meinungen geteilt. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ist sich sicher, dass der Wasserstoff im Pkw keine Zukunft hat, dem widerspricht BMW-Chef Oliver Zipse und kündigt ein Brennstoffzellenauto von BMW auf X5-Basis schon für 2022 an.

Damit ist BMW einer von wenigen Herstellern, die im Segment der Brennstoffzellen-Fahrzeuge vertreten sind. Toyota setzt weiterhin auf Wasserstoff und hat mittlerweile die zweite Generation des Mirai auf den Markt gebracht. Sonst bietet derzeit nur Hyundai mit dem Nexo ein Wasserstoff-SUV an. Richtete sich das Angebot zunächst nur an Firmenkunden, ist der Nexo mittlerweile auch für Privatkunden zu kaufen (69.990 Euro) oder über ein Abo-System zu bekommen. Dagegen hat Honda nun angekündigt, die Produktion seines Brennstoffzellen-Fahrzeugs Clarity, das bei uns nicht angeboten wurde, einzustellen. Bei Jaguar Land Rover entwickelt man derzeit zumindest einen Prototypen auf Defender-Basis mit Brennstoffzelle.

Bei VW setzt man hingegen voll auf batterieelektrische Autos. „Grüner Wasserstoff, der in Brennstoffzellen im Auto für den elektrischen Antrieb verbrannt wird, ist wirtschaftlich für den Pkw-Bereich und wahrscheinlich auch für weite Teile des Lkw-Betriebes nicht vertretbar“, erklärte VW-Chef Herbert Diess im Herbst letzten Jahres. Nachteil des Wasserstoffs ist für VW der Wirkungsgrad: In einem Batterie-Elektroauto gelangen 70 bis 80 Prozent der eingesetzten Energie an die Räder, während es beim Wasserstoff-Auto nur zwischen 25 bis 30 Prozent sind.

Mehr Potenzial für Wasserstoff sehen einige dennoch im Bereich Schwertransport, z. B. Daimler. Die Daimler Truck AG will ab 2027 Serienfahrzeuge mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb im Angebot haben.

Der Stellantis-Konzern wiederum ortet aktuell das größte Potenzial für die Brennstoffzelle im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge. Die entsprechenden Transporter von Peugeot, Citroën und Opel fahren in der City emissionsfrei, benötigen aber nur wenig Zeit fürs Tanken und es gibt keine Einschränkung in Bezug auf Ladevolumen und Nutzlast. Das „Kompetenzzentrum Wasserstoff & Brennstoffzellen“ hat Stellantis in Rüsselsheim eingerichtet. Auch Renault wird leichte Nutzfahrzeuge (wie den Master) mit Brennstoffzellen-Antrieb anbieten. Im Zuge des Hyvia-joint-ventures (mit dem Unternehmen Plug Power) können Kunden künftig auch gleich Wasserstofftankstellen mieten oder kaufen.

Die globale Initiative Hydrogen Council prophezeit übrigens ein Anwachsen des Wasserstoff-Auto-Bestands bis 2030 auf 10 Millionen Fahrzeuge, gleichzeitig soll es bis dahin 10.000 Tankstellen weltweit geben.

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