Tests 10/16/2017

Rolls-Royce Phantom VIII: Niemand braucht so ein Auto

Rolls-Royce Phantom VIII: Niemand braucht so ein Auto
© Rolls Royce

Exklusive Ausfahrt mit der neuen Luxuslimousine aus dem Hause Rolls-Royce.

Die Einschätzung kommt vom PR-Chef des Hauses selbst: „Niemand braucht einen Rolls-Royce Phantom“. Listiger Nachsatz: „Wer sich einen kauft, der will ihn einfach haben.“ Und damit das „beste Luxus-Produkt der Welt“ – also nicht notwendigerweise das beste Auto der Welt.

Der Motor-KURIER hatte die Gelegenheit, sich der Beantwortung dieser Frage entscheidend nähern zu können. Zunächst natürlich von dort aus, von wo der Großteil der künftigen Besitzer ihren Phantom VIII erleben wird: Und das ist nun einmal der Fond.

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Einmal in Fahrt, entpuppt sich dieser wie erwartet als der eigentlich anzustrebende Platz in einem Phantom VIII. Man erlebt sich wie abgeschottet von der Außenwelt. Die entspannender Ruhe ist umfangreichen Dämmungsmaßnahmen zu danken. Insgesamt sind 130 kg Dämm-Material verbaut und selbst die von Conti extra entwickelten Reifen haben zwecks Geräuschreduzierung eine spezielle Schaumstoffschicht eingearbeitet. Die Luftfederung checkt via Bordkameras den Straßenzustand, um bereits vor allfälligen Unebenheiten auf der Fahrbahn entsprechende Vorkehrungen treffen zu können. Davon in eine Art Schwebezustand versetzt, gleitet die Landschaft draußen wie in einem 3D-Kino vorbei.

Aber irgendwer muss den rollenden Kinosaal ja auch bewegen. Nicht zuletzt, weil in diesen Sphären von modischem Zeugs wie den ein paar Klassen drunter gerade so gehypten Vorstufen zum Autonomen Fahren noch keine Rede ist. Die Kunden eines Phantom verlassen sich da statt auf einen Algorithmus lieber auf einen Chauffeur aus Fleisch und Blut.

Der Motor-KURIER als Chauffeur
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Erster auffallender Unterschied zum Phantom VII ist das Lenkrad, das nicht mehr diesen filigranen Kranz aufweist, sondern bei dem man jetzt wirklich was in der Hand hat. Ob der 6,75-Liter-Twin-Turbo-V12-Motor tatsächlich schon läuft, nachdem man den Startknopf betätigt hat, lässt sich am ehesten mit einem Kontrollblick auf den Tourenzähler feststellen – akustisch ist im Leerlauf von ihm praktisch nichts zu merken. Umso mehr Präsenz zeigt er, wenn seine Leistung (571 PS) etwas fordernder abgerufen wird, als beim an sich angestammten souveränen Gleiten. Dass die enormen 900 Nm Drehmoment schon ab 1700 Touren voll und ganz zur Verfügung stehen und die unmerklich, aber effizient agierende Achtgang-Automatik stets den jeweils brauchbarsten Gang reicht, resultiert in einer Agilität, die man dem Ehrfurcht gebietenden Riesen auf Rädern nicht zutrauen würde.

Trost für alle, die nie in die Verlegenheit kommen werden, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob es der Phantom VIII mit normalem oder doch mit verlängertem Radstand sein soll: Selbst wer in der Lge ist zumindest € 375.000,- plus Steuern (Langversion ab € 450.000,-) für „das beste Luxusprodukt der Welt auszugeben“, bekommt seinen Phantom VIII frühestens zu Weihnachten.

Im nächsten Jahr.

Youtube Q0_sNuA9VUk
( KURIER) Erstellt am 10/16/2017