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Tests
01/03/2019

Die neue Mercedes A-Klasse im Test

Kompakte Schrägheck-Limousine mit Downsizing-Turbobenziner.

Geht’s nach dem Mercedes-Marketing, dann ist die A-Klasse nicht bloß Einstiegsmodell in die exklusive Daimler-Welt, sondern vielmehr das sportlichste, progressivste, coolste und jugendlichste Auto im ganzen Segment.

Schön, wenn’s unbedingt sein muss. Wahr ist allerdings, dass der schwäbische Hersteller seit 2012, also seit der dritten A-Generation, jüngeres Publikum erreicht als mit den ebenso altvaterischen wie hochbeinigen Vorgängermodellen.

Jetzt, mit der vierten Auflage der gar nicht mehr so wirklich kompakten A-Klasse, dürfte die Erfolgsstory der Schrägheck-Limousine fortgesetzt werden, zumal das Auto einen der am meist kritisierten Nachteile abgelegt hat: die drangvolle Enge.

Dank der optimierten Abmessungen bleibt für Fahrer und Passagiere nun deutlich mehr Schulterraum, Ellbogenbreite sowie Kopf- und Kniefreiheit. Einmal in der neuen A-Klasse Platz genommen, hat man das Gefühl, man hat sich einen Handschuh angezogen, der richtig gut passt.

Weil sich auch das Kofferraumvolumen (um 29 Liter) auf nunmehr 370 Liter vergrößert hat, ist auch der Nutzwert gestiegen.

Das betrifft auch die Variabilität: Die Fondsitze sind im Verhältnis 60:40 teil- und die Lehnen entsprechend umklappbar (optional auch im Verhältnis 40:20:40), die Ladeöffnung fällt wegen der jetzt zweigeteilten Heckleuchten 20 Zentimeter breiter aus als bisher, was das Verstauen sperriger Ladegüter wesentlich vereinfacht.

Mit der Größe des glattflächigen und ebenen Cargoabteils liegt der Kompakt-Benz jetzt auf einer Höhe mit den Mitbewerbern im Premiumsegment Audi A3 Sportback (380 l) und BMW-1er (360 l).

Intuitive Bedienung

Hand in Hand mit dem neuen Jahrgang geht auch eine spürbare Aufwertung der verwendeten Werkstoffe: Das ehedem (zumal in einem Mercedes) störende Billig-Flair ist einer hohen Material- und Verarbeitungsqualität gewichen. Konnektivität, Assi-Systeme, Raumarchitektur und Anzeigen in 3-D-Grafiken mit hoher Auflösung sowie das optionale MBUX (Mercedes Benz User Experience), das intuitive Bedienung mit intelligenter Software kombiniert, sind ein avantgardistisches Alleinstellungsmerkmal. Wer also bereit ist, viel Geld auszugeben, verschafft sich so den Technologietransfer von der Luxus- in die Kompaktklasse.

 

Neuer Einstiegsmotor im getesteten A 200 ist ein unter Führung von Mercedes in Kooperation mit Renault entwickelter und mit Partikelfilter ausstaffierter 1,3-Liter-Turbo-Benziner: Der Vierzylinder verfügt als erster Motor von Mercedes über Zylinderabschaltung, ersetzt den bisherigen 1,6 Liter, leistet trotz des geringen Hubraums stattliche 163 PS und ist mit einem Durchschnittsverbrauch von knapp über sieben Liter durchaus sparsam.