Tests 15.01.2018

Neuer BMW X3 im Test: Mehr Platz, mehr Optionen

Neuer BMW X3 im Test: Mehr Platz, mehr Optionen
© Kurier/Gerhard Deutsch

Wie sich die dritte Generation des SUV im winterlichen Alltag behauptet

2003 ging der erste BMW X3 in Serie, Ende 2010 folgte die zweite, Ende 2017 startete die dritte Generation. Sie hat an Statur, Leistung und Können wieder kräftig zugelegt, das Gewicht ist jedoch dank Leichtbauweise um bis zu 55 kg gegenüber dem Vorgänger gesunken.

Konkret hat der neue X3 um 60 mm an Länge, 10 mm an Breite und 15 mm an Höhe gewonnen (siehe Steckbrief), was bei engen Garageneinfahrten schnell zu spüren ist. Größer geworden ist auch der Radstand, die 54 mm mehr werden vor allem von den Gästen im Fond sehr geschätzt, das Kofferraumvolumen hingegen blieb unverändert. Gestiegen ist die Zuladung (um ca. 100 kg) sowie die Anhängelast gebremst (+400 kg). Der praktische Nutzen ist also gestiegen.

 

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Was Leistung und Verbrauch betrifft, sind die Änderungen bescheidener. Der im Motor-KURIER-Testmodell verbaute Zweiliterdiesel hat gegenüber dem X3 20d der 2. Generation um 5 kW bzw. 6 PS mehr, der Verbrauch sank im Normmittel um 0,2 l/100 km, spürbarer verbessert hat sich die Beschleunigung. Die 0 auf 100 werden in 8 statt vorher 8,5 sec. erreicht. Die Abgasreinigung erfüllt naturgemäß die gesetzlichen Vorgaben und umfasst auch eine katalytische SCR-Entstickung mit Adblue (Harnstofflösung).

In Fahrt

Der Fahreindruck der Antriebskombination 190-PS-Diesel, Achtgangautomatik und xDrive-Allradantrieb ist auch in der dritten X3-Generation eine überaus stimmige und vermittelt auch auf Eis und Schnee ein Gefühl hoher Sicherheit.

Der Motor ist durchzugsstark, gut gedämmt, ruckelt weniger in Kombination mit dem Start-Stopp-System als früher und bleibt im Verbrauch mit 7,2 l/100 km auch im Winterbetrieb trotz Lenkrad- und Sitzheizung (Extras) moderat. Ein dickes Lob verdient sich auch die bewährte Achtgangautomatik. Das Lenkgefühl war bei der variablen Sportlenkung (Extra) nach subjektivem Eindruck nicht mehr so perfekt wie zu Zeiten, wo noch keine Vielzahl elektronischer Assistenten auf das Lenksystem einwirkten. Die Bremsen entsprachen dem Preisniveau.

 

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Dem sehr guten Fahrkomfort kommt auch die harmonische Fahrwerksabstimmung (samt der dynamischen Dämpferkontrolle als Extra) zugute, ebenso das verbesserte Raumangebot für die Passagiere und die gut konturierten Sitze, deren Komfort jedoch von den unbequemen Kopfstützen beeinträchtigt wird. Diese sind den EuroNCAP-Crashtestnormen geschuldet und drücken die Halswirbelsäule in eine für viele unbequeme Haltung.

Die Bedienung der diversen Funktionen ist vorbildlich einfach dank einer intelligenten Kombination von Touchscreen, Reglern, Sprachsteuerung, Bedienknopf (iDrive) – und auf Wunsch auch Gestensteuerung.

Wie derzeit üblich, lässt sich der X3 mit zahlreichen elektronischen Fahrassistenten aufrüsten – gegen gutes Geld. Bereits das Navigationssystem Business (Teil des Österreich-Pakets) kostet extra. Doch selbst mit dem weiteren Extra Business Paket Plus, das auch eine Echtzeit-Verkehrsinfo (RTTI) beinhaltet, führte das System unseren X3 bereits nach rund 100 m in eine seit Jahren bestehende Sackgasse statt Richtung Autobahn.

 

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Ein weiteres Extra, der Driving Assistant Plus, verfügt über mehrere Assistenten, die teilautomatisiertes Fahren samt Lenk- und Spurführungsassistenz erlauben, etwa auf der Autobahn. Sehr gut funktionierte das Assistenzsystem, das vor querendem Verkehr, aber auch Stopp- und Nachrangtafeln warnte und bei nicht rechtzeitiger Reaktion des Lenkers zudem bremste. Damit erscheint es deutlich sinnvoller als die automatische Geschwindigkeitsanpassung durch die Elektronik bei eingeschaltetem automatischem Abstandsregler. Denn die Tempolimiterkennung war auch im X3 eher ein Unterhaltungsprogramm denn ein Beitrag zu einer höheren Verkehrssicherheit.

Neben den erwähnten Assistenzsystemen hatte unser Testmodell noch viele weitere Extras anzubieten, darunter das wie immer vorbildliche Head-up-Display, wo wichtige Informationen in die Frontscheibe eingespielt werden. Die Verarbeitung und die Materialanmutung waren sehr gut.

© Kurier/Gerhard Deutsch

Technische Daten

Antrieb: Reihenvierzylinder-Dieseldirekteinspritzer, Twin-Power-Turbotechnologie, Vierventiltechnik

Hubraum: 1995 cm
PS/kW: 190/140
maximales Drehmoment:400 Nm bei 1750–2500 U/min

Allradantrieb xDrive, 8-Gang-Automatik Steptronic, SCR-Entstickung, Spitze 213 km/h, 0–100 in 8 sec, Euro6-Abgasnorm.

Fahrwerk: Doppelgelenk-Zugstrebenachse vorne, Fünflenkerachse hinten, vier belüftete Scheibenbremsen, elektromech. Servolenkung, dyn. Stabilitätskontrolle DSC vernetzt mit Allradantrieb inkl. Traktionskontrolle, Kurvenbremshilfe, Trockenbremsfunktion, Anfahrassistent, Bergabfahrkontrolle, Performance Control. Anhängelast gebr./ungebr. 2400/750 kg, Bodenfreiheit 204 mm.

Maße (L x B x H):4708 x 1891 x 1676 mm
Wendekreis: 12 m
Radstand: 2864 mm
Kofferraum: 550–1600 l
Gewicht: 1750 kg
Gesamtgewicht: 2420 kg
Tankinhalt: 60 l

Normverbrauch: 5,4 l/100km 142 g/km CO²
Testverbrauch: 7,2 l/100 km

Preis: 50.600 €/Preis Testwagen: 79.820 €
Motorbezogene Versicherungssteuer: 919,44 €

(Kurier) Erstellt am 15.01.2018