Tests
18.09.2018

Renault Zoe: Entschleunigen für mehr Reichweite

Wie sich das derzeit zweitbeliebteste E-Auto der Österreicher in der Praxis schlägt.

Eine Milliarde Euro will Renault in Frankreich in E-Mobilität investieren. Ein Teil davon fließt in die Verdoppelung der Produktionskapazitäten für den Zoe. 2017 wurden knapp 30.000 Zoe hergestellt.

In Österreich entschied sich heuer im ersten Halbjahr rund jeder fünfte E-Auto-Käufer für den Zoe. Damit liegt er beim Absatz hinter dem E-Golf von VW auf Rang 2. Er bietet dank seiner 40 kWh-Batterien nun eine Reichweite nach dem neuen Normzyklus WLTP von 300 km. Was das in der Realität bedeutet, vor allem im heißen August, konnte unser Test zeigen.

- Reichweite Erste Überraschung: Selbst nach mehrstündigem Parken in praller Sonne auf einem asphaltierten Parkplatz bei rund 35 Grad C schaffte es der Zoe dank seiner serienmäßigen und überdurchschnittlich effizienten Wärmepumpe, die Innenraumtemperatur innerhalb von weniger als 10 Minuten auf ein erträgliches Maß zu senken und zwar ohne dass die Reichweite „dahinschmolz“.

Im Stadt- und Überlandbetrieb unter 90 km/h schaffte der Zoe tolle Reichweiten, vor allem im Eco-Betrieb, der bis ca. 95 km/h aktiv ist. Will man mehr Tempo, muss er per Knopfdruck deaktiviert werden. Trotz Eco-Betrieb gab es eine gute Klimatisierung, auch das Temperament des E-Motors blieb gut. Eine Reichweite von deutlich mehr als 200 km war damit durchaus möglich.

Anders sieht es bei Reisen auf Autobahnen aus. Die Strecke von Wien nach Krems und retour, das sind rund 160 km mit rund 120 km Autobahn, schaffte der Zoe mit seinen 40 kWh-Batterien mit 130 km/h auf der Autobahn und eingeschalteter Klimaanlage auf kleinster Stufe nicht. Wer zwischendurch nicht laden will, muss das Autobahntempo auf 120 oder besser 110 km/h senken.

- Laden Mit an Bord war ein 6,5 m langes Kabel für ein- oder dreiphasiges Wechselstromladen von 2,3 bis zu 43 kW („Chameleon-Charger“). Die Ladedauer beträgt z.B. 4h30 (Wallbox mit 11 kW) und 2h40 (22 kW/400 V). Renault bietet zusammen mit Bosch auch eine eigene Ladekarte an, den Z.E. Pass, die für verschiedene Stromanbieter verwendbar ist.

- Batterien Sie können für den Zoe gekauft oder gemietet werden. Daneben gibt es noch diverse andere spezielle Pakete für E-Auto-Fahrer. Auch als Fiskal-Lkw ist der Zoe zu haben.

- Komfort Die Bedienung der diversen Funktionen im Cockpit war selbsterklärend. Der Sitzkomfort vorne war gut, im Fond geht’s beengt zu, auch die Sitzposition ist nicht sehr Lendenwirbel-freundlich. Im Heck warten knapp 340 Liter Ladevolumen, das sich durch die umlegbare Rückenlehne erweitern lässt (siehe Steckbrief).

Serienmäßig waren z.B. elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne, Berganfahrhilfe, drei Isofix-Kindersitzbefestigungen, Radio-Navigation, Tempomat, Warngeräusche für Fußgänger (bis 30 km/h).

In der Limited-Version kamen noch z.B. elektrische Fensterheber hinten, Einparkhilfe hinten, Regen- und Lichtsensor sowie „R-Link“ (Multimediasystem) dazu. Als Extra hatte unser Zoe z.B. beheizbare Sitze vorne. Die Verarbeitungsqualität war klassengemäß.