© Marc Lang

Testbericht
10/01/2013

Allrad-Eiltransporter: Skoda Octavia 4x4

Vier angetriebene Räder machen den tschechischen Kombi winterfest.

von Marc Lang

Typische Skoda-Tugenden wie großzügiges Raumangebot, hoher Nutzwert und günstige Preise sichern dem Octavia Jahr für Jahr Spitzenplätze in der heimischen Zulassungsstatistik und machen ihn zur ersten Wahl von Fuhrparkmanagern, die ihn dann allzu oft in gedecktem Grau und mit Dieselmotor ordern.

Dass der Testwagen nicht ganz in diese Schublade passt, zeigt schon seine auffallend blaue Lackierung, die dem geschärften Design der dritten Generation ausgesprochen gut zu Gesicht steht. Die Überraschung aber befindet sich unter der Motorhaube, wo anstelle eines vernunftorientierten Dieselaggregats diesmal ein 1,8 Liter großes Benzintriebwerk lauert, das dank Turboaufladung 180 PS via Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder verteilt.

Temperamentvoll

Die haben mit den gut 1,4 Tonnen Leergewicht des geräumigen Kombis leichtes Spiel und beschleunigen ihn in etwas mehr als sieben Sekunden auf 100 km/h. Besonders beeindruckend ist die Spontaneität, mit der der aufgeladene Vierzylinder im mittleren Drehzahlbereich auf Gaspedalbefehle reagiert, um dann scheinbar mühelos bis an den Begrenzer zu drehen. Unterstützt vom perfekt abgestimmten Doppelkupplungsgetriebe (das sich nur bei schnellem Wechsel in den Retourgang regelmäßig ein wenig „verschluckt“ hat) stürmt der Octavia wie am Gummiband gezogen davon.

Traktionsprobleme kennt der vierradgetriebene Skoda naturgemäß keine – vorausgesetzt, das Auto ist mit adäquater Winterbereifung ausgerüstet. Das aus dem Volkswagen-Konzernbaukasten bekannte Haldex-System regelt die Kraftverteilung vollautomatisch und unmerklich. Bemerkenswert ist angesichts der gebotenen Fahrleistungen der durchschnittliche Testverbrauch von 7,2 Liter/100 km wie auch der Maximalverbrauch, denn selbst auf eiligen Autobahnetappen blieb stets noch der Achter vor dem Komma.

Platzangebot (für die Passagiere ebenso wie das Transportgut), Materialanmutung und Verarbeitungsqualität gereichen dem tschechischen Transporter zur Ehre, verbesserungswürdig ist einzig die Fahrwerksabstimmung, denn auf kurze Stöße reagiert die Octavia-Federung mit spürbarem Stuckern, das auch bei voller Zuladung nicht gänzlich verschwindet. Der Agilität tut dies zwar keinen Abbruch, schmälert aber den Reisekomfort auf längeren Etappen.

Ansonsten überzeugt der Octavia TSI auf ganzer Linie, denn trotz zahlreicher Extras wie Bi-Xenon-Scheinwerfern, Park-Assistent, Sound-System oder Leder-Alcantara-Tapezierung bleibt der Anschaffungspreis des in der Elegance-Version angetretenen Testwagens deutlich unter der 40.000-Euro- Marke.

Skoda Octavia 1,8 TSI 4x4

Antrieb: 4-Zylinder-Benzin, 1 oben liegende Nockenwelle, 4 Ventile/Zylinder, Alu-Zylinderkopf, Turbolader, Ladeluftkühler; Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe;

Spitze 227 km/h, 0–100 in 7,5 Sekunden; Euro 6.

Hubraum: 1768 cm³

PS/kW: 180/132

maximales Drehmoment: 280 Nm bei 1250 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorderer Hilfsrahmen, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, Stabilisator, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Stabilisatoren, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, ABS, elektronische Bremskraftverteilung (EBV), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP).

Maße (L x B x H): 4659 x 1814 x 1465 mm Wendekreis: 10,4 m Radstand: 2686 mm Kofferraum: 610–1740 l Zuladung: 638 kg Gesamtgewicht: 2013 kg Tankinhalt: 50 Liter

Normverbr.:6,7 l/100 km 156 g/km CO²

Testverbr.: 7,2 l/100 km

Preis :31.760 €

Preis Testwagen: 38.989 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 712,80 €

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