News 11/09/2012

BMW X6 40d: Ein immer gut aufgelegtes Monster

BMW X6 40d: Ein immer gut aufgelegtes Monster
© Michael Andrusio

Ein Sechszylinder-Diesel beschert Fahrleistungen eines Sportwagens.

Er ist fett, beinahe aufgeblasen und wirkt in Summe eigentlich wie ein Monster. Der BMW X6 hat zwar schon vor einigen Monaten ein kleines Facelift spendiert bekommen, das aber die wuchtige Statur des Wagens nicht verändert hat.
In der Motorisierung 40d ist das Monster indes ein überaus freundliches. Auf der Straße wirkt dieser BMW, als sei er stets gut aufgelegt. Der Motor ist dermaßen mächtig und die Automatik dermaßen gut, dass man eigentlich nie auf die Idee kommt, die Sportlichkeit komplett auszureizen. Wozu auch: Saft und Kraft gibt es in allen Lebenslagen, das Monster stürmt los, als gäb’s kein Morgen, und trotz (optionaler) 20-Zoll-Räder schwebt der X6 gelassen über alle Straßenbausünden dieser Welt. Souverän, anders kann und darf man das nicht nennen.

Das Cockpit ist mit seltsam gemasertem Plastik überzogen
© Michael Andrusio
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© Michael Andrusio


Dazu kommt, dass sich dank des klugen Allradantriebs und einer gefinkelten Kraftverteilung an den Hinterrädern sowie der (optionalen) Aktivlenkung kaum ein Wagen dieser Klasse so agil durch kurvige Gegenden treiben lässt. Da steckt ohne Frage große Kunst dahinter, diesen mehr als zwei Tonnen schweren X6 so leichtfüßig wirken zu lassen.
Der Verbrauch von weniger als neun Litern je 100 km ist absolut herzeigbar, bei ruhigem Dahingondeln lässt er sich auf rund sieben Liter drücken. Gute Werte, das müssen auch erklärte SUV-Feinde einräumen.

Soll und Haben


Auf der Sollseite stehen ein paar Kleinigkeiten. So ist es ohne Einparkhilfe hinten (Serie) nahezu unmöglich, das Monster unfallfrei in einen Parkplatz zu bugsieren. Im Innenraum, namentlich bei den verwendeten Materialien, aber auch am (optionalen) Head-up-Display, das lediglich monochrom leuchtet, merkt man dem X6 an, dass er langsam in die Jahre kommt. Das Kofferraumvolumen ist nicht gerade rekordverdächtig groß. Im Fall des Testwagens summierten sich die meist durchaus nützlichen Extras auf den Preis eines mittleren Kompaktklasseautos. Die 460 Euro netto für „Highlight Exterieur Motorhaube mit Powerdome“ (der kleine Hügel auf der Haube) hätte man sich überhaupt sparen können.

Antrieb: 6-Zylinder-Diesel, Hubraum 2993cm³, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Alu-Zylinderkopf, Turbolader, Ladeluftkühler,PS/kW: 306/225
maximales Drehmoment:600 Nm bei 1500 U/min

Allradantrieb, 8-Gang-Automatik, 0–100 in 6,5 sec, Spitze 236 km/h, Euro5.

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, Hilfsrahmen, vorn McPherson-Federbeine, Doppelquerlenker, Bremsnickreduzierung, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen (v/h innen belüftet), Servolenkung, ABS, Dynamische Stabilitäts Kontrolle ( ESP), Traktionskontrolle, Bergan- und Bergabfahrkontrolle, Bremsassistent.


Maße (L x B x H): 4877 x 1983 x 1699 mm
Wendekreis: 12,8 m Radstand: 2933 mm Bremsweg warm:* 34,0 m Bremsweg kalt:* 34,8 m
Kofferraum: 570–1450 Liter Zuladung: 600 kg Gesamtgewicht: 2710 kg Tankinhalt: 85 Liter
Normverbrauch:7,5 l/100 km198 g/km CO²
Testverbrauch: 8,4 l/100 km


Preis:76.500 €
Preis Testwagen:101.348 €
Motorbezogene Versicherungssteuer: 1326,60 €

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© Michael Andrusio
(Kurier) Erstellt am 11/09/2012