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Fahrbericht
05/21/2021

Ford Mustang Mach-E: Darf sich so einer Mustang nennen?

Mustang hat Elektro-Zuwachs bekommen: Der Mach-E ist gelungen und drängt auf die Straße

von Andrea Hlinka

Der Ford Mustang ist eine Ikone: Mit dem galoppierenden Pferd auf dem Grill, dem Fließheck und fettem V8-Motor begeistert er seit den 60ern seine Pony-Car-Fangemeinde. Verständlich, dass diese skeptisch bis böse reagierte, als Ford den Mustang Mach-E ankündigte. Man fragte sich: „Darf sich so einer denn Mustang nennen?“

Mit „so einer“ ist gemeint: Ein SUV und das ist auch noch rein elektrisch betrieben. Viel hat der Mach-E mit seinem Namensvetter tatsächlich nicht gemein. Und dennoch, oder vielleicht genau deswegen: Der vollelektrische Mustang ist gelungen und reif und überraschend. Das beginnt beim Einsteigen: Türgriffe gibt es keine. Man muss nur einen Knopf neben dem Fenster bedienen und die Tür springt sanft auf. Dafür braucht man nicht einmal einen Schlüssel bei sich tragen. Wer es so programmiert hat, öffnet die Tür mit Handy und Code.

Unbändig und geschmeidig: Der Mach-E hat 258 kW/351 PS

Von vorne klar als Mustang zu erkennen: Der vollelektrische Mach-E

15,5 Zoll ist das mittlere Display groß - es schwebt in der Luft

Bequem, reduziert und übersichtlich

Endlich ist ein Mustang familientauglich

Frunk (im Bild) und Kofferraum bieten gemeinsam rund 500 Liter Platz für Gepäck

Türgriffe gibt es hier nicht mehr. Nur einen Knopf und einen digitalen Code

Das Panoramadach bringt ein luftiges Raumgefühl

In rund 45 Minuten ist die Batterie an einer Schnellladestation von zehn auf 80 Prozent geladen

Die drei vertikalen Lichter am Heck entlarven den March-E als Mustang

Das Kind im Mustang

Im Inneren fällt auf, dass er reduziert ist, aber keineswegs lieblos. Alles ist da: schöne große Ablageflächen mit Ladefunktion, die bekannte Automatik-Drehscheibe, Getränkehalter und ein riesiger 15,5 Zoll Touchscreen mit monströsem Lautstärkeregler. Ergänzt wird der mittige Bildschirm von einem im Vergleich kleinen digitalen Instrumententäfelchen, das nicht ablenkt, jedoch alles zeigt, was nötig ist. Das ist kein Nachteil, weil so der Blick auf die Straße ungestört ist.

Beeindruckend ist das Raumgefühl, dank Panoramadach, auf den hinteren Plätzen. Der neue Ford-Geschäftsführer Andreas Oberascher erzählte bei der Vorstellung des Autos, dass seine Kinder auf Ausfahrt ganz begeistert waren. Kinder im Mustang? Auch so eine Neuheit, die manche zum Juchizen, andere zum Jaulen bringen könnte. Familienkutsche darf man den Mach-E natürlich niemals nennen, aber familientauglich ist er allemal: Frunk (Front Kofferraum) und Kofferraum bieten zusammen rund 500 Liter Platz. Zudem kommt man mit dem Mustang Mach-E auch richtig weit: Je nach Konfiguration sind zwischen 400 und 610 Kilometer nach WLTP möglich.

Angeboten wird er mit zwei Batteriegrößen: Mit einer 75 kWh-Batterie (nutzbar 68 kWh) und einer 99 kWh-Batterie (nutzbar 88 kWh). In der Spitzen-Version schafft er mit Allradantrieb und zwei Elektromotoren 258 kW/351 PS, abgeriegelt wird bei 180 km/h. Der Mustang fährt sich geschmeidig und agil. Und wer ein bisschen mehr V8-Gefühl braucht, kann den Fahrmodus „temperamentvoll“ wählen – dann röhrt er auch ein bisschen.

Assistenzsysteme

Die Assistenzsysteme sind fein eingestellt, nicht übergriffig, aber unterstützend: Fahrspurpilot, Stau-Assistent mit Stop&Go-Funktion, Pre-Collision-Assistent, die intelligente Geschwindigkeitsregelanlage und viele andere Helferlein funktionieren tadellos und erleichtern das Fahren ungemein. Eine schwarze Fläche oberhalb des Lenkrads könnte auch den Fahrerzustand (müde, wach etc.) einschätzen, doch noch ist diese Funktion nicht aktiv. 

Preis und Zeit

Zu haben ist der Mustang Mach-E ab 48.900 Euro, in der Top-Variante mit zwei Elektromotoren und Allradantrieb kommt er auf 64.200 Euro. In zwei Monaten erfolgt der Marktstart in Österreich. Wer jetzt einen Ford Mustang Mach-E bestellt wartet zwischen zwei und zwanzig Wochen darauf. 

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