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© Cupra

Fahrbericht
02/16/2021

Formentor mit Stecker: So fährt sich der Cupra als Plug-in-Hybrid

Cupra erweitert mit dem Formentor VZ e-Hybrid die Angebots-Palette um einen Teilzeit-Stromer mit 245 PS Systemleistung

von Horst Bauer

Ohne Stecker geht heutzutage ja nichts mehr. Wer was auf sich hält als Hersteller (und keine Strafe für nicht erreichte Flottenverbrauchsziele zahlen will), tut gut daran, ein neues Modell auch als Voll- oder Teilzeitstromer anzubieten.

Im Falle von Cupra, dem vor knapp drei Jahren aus der Taufe gehobenen sportlichen Ableger von Seat, beschreitet man beide Wege. Einerseits kommt mit dem Cupra El Born noch heuer ein reines Elektroauto der jungen Marke. Anderseits schiebt man beim Formentor - dem ersten Cupra, der nicht auf einem Seat-Modell basiert – nun den VZ e-Hybrid nach.

Die Technik stammt dabei aus dem Konzern-Regal und ist etwa bei VW Golf oder Passat bereits ebenso im Einsatz, wie beim Markenbruder des Formentor, dem neuen Cupra Leon. Die 245 PS Systemleistung ergeben sich aus der Kombination eines 1,4-l-Benziners mit einem direkt am 6-Gang-Getriebe angesiedelten E-Motor. Dieser wird aus einer Hochvolt-Batterie mit einer Kapazität von 13 kWh gespeist, die 130 kg zusätzlich auf die Waage bringt und für eine rein elektrische Norm-Reichweite des Formentor VZ e-Hybrid von 52 bis 55 km sorgt.

Soweit die Theorie. Eine erste Ausfahrt mit dem Formentor VZ e-Hybrid  auf heimischen Straßen sollte zeigen, ob er das Buchstabenkürzel VZ im Namen zurecht rägt. Das steht nämlich für "veloz", was auf Spanisch schnell bedeutet. Zudem galt es zu erkunden, ob sich der äußerst positive erste Eindruck bestätigen lässt, den der Formentor mit dem 310-PS-Benziner hinterlassen hat.

Die gravierenden Unterschiede zeigen sich dabei weder in der Optik, noch im Interieur (beides bringt erfreulichen Design-Schwung in die oft wenig inspirierte SUV-Landschaft), sondern im Fahrbetrieb. Hier zeigt sich der Formentor VZ e-Hybrid vor allem dann seinem sportlichen Anspruch gerecht, wenn die Batterie ausreichend voll ist, damit der 115-PS-Elektromotor dem 150-PS-Vierzylinder-Benziner entsprechend unter die Arme greifen kann. Die vermerkten 245 PS Systemleistung werden zwar bei voller Beschleunigung im sportlichsten „Cupra-Modus“ der Fahrprogramm-Auswahl durchaus spürbar, im sonstigen Fahrbetrieb darf man sich vom Formentor VZ e-Hybrid aber nicht zu viel in Sachen Sportlichkeit erwarten. Das liegt nicht nur an dessen geringerer Leistung gegenüber dem 310-PS-Benziner, sondern auch an dem träger agierenden 6-Gang-DSG. Und Allradantrieb ist hier eben auch nicht zu haben, weil die verwendete Konzern-Plattform für Plug-in-Hybride dafür nicht ausgelegt wurde.

Unterm Strich bleiben eben nur 150 PS für rund 1,7 Tonnen Auto über, wenn der E-Motor mangels ausreichendem Saft in der Batterie nicht als Booster verwendet werden kann.

Seine starken Seiten

Dafür zeigt der Formentor e-Hybrid starke Seiten, wenn er zum Elektroauto mutiert und lokal emissionsfrei unterwegs ist. Im Stadt- und Umlandverkehr rollt er souverän mit und beim Ampelstart erweist er sich als flotter Kurzstreckensprinter. Dabei fällt positiv auf, dass die Cupra-Entwickler die Hände vom Synthesizer gelassen haben und der allseits grassierenden Manie nicht erlegen sind, ein künstliches Motorgeräusch für den Elektro-Betrieb kreieren zu müssen. Ins positive akustische Bild passt auch, dass der verpflichtende Fußgänger-Warnton bei Schrittgeschwindigkeit hier nicht nach Raumschiff Enterprise klingt, sondern nach einem dezent bollernden Motor.

Interessant auch, wie Cupra mit dem Thema „Nachladen der Batterie während der Fahrt“ umgeht. Neben der Option, einen bestimmten Ladestand für später aufzuheben, bekommt man als Fahrer eines Formentor e-Hybrid auch die Möglichkeit in die Hand, die Batterie durch den Verbrenner nachladen zu lassen. Und dies bis zu einem gewünschten – in Reichweiten-Kilometer umgerechneten – Ladestand oder eben zu 100 Prozent.

Dass diese Einstellung allerdings ein tieferes Eintauchen in Untermenüs des via Touchscreen gesteuerten Bordcomputers erfordert, ist in der (Fahr-) Praxis nicht unbedingt zielführend.

Wer die Sache an sich ebenfalls nicht als zielführend in Hinblick auf die angestrebte allgemeine CO2- Reduktion sieht, der ladet die 13 kWh-Batterie im Stand via Kabel in 3,5 bis 5 Stunden wieder auf und handelt sich dafür in der Praxis um die 40 km elektrische Reichweite ein.

Der Cupra Formentor VZ e-Hybrid startet bei uns im Frühjahr und kann bereits bestellt werden: Einstandspreis: ab 45.990 €.

 

Antrieb

Verbrennungsmotor: 150 PS / 110 kw; Hubraum 1.395 ccm
Elektromotor: 116 PS / 85 kW. Lithium-Ionen-Batterie: 12,8 kWh
Maximale Systemleistung: 245 PS / 180 kW, maximales Drehmoment 400 Nm

Fahrleistungen

Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7 Sekunden

Abmessungen

Länge X Höhe X Breite 4.450 X 1.839 X 1.510 mm, Radstand 2.680 mm, Kofferraumvolumen 345 - 1.415 l, Tankkapazität 40 l, Gewicht 1.704 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2.120 kg.

Verbrauch

Normverbrauch nach WLTP 1,5 - 1,8 l / 100 km. CO2 : 32 - 40 g/km. Stromverbrauch kombiniert nach WLTP 15,9 kWh / 100 km.
Rein elektrische Normreichweite 54 km.

Kosten

Preis Cupra Formentor VZ e-Hybrid ab 45.990 €



 

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