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Testfahrt
07/16/2021

Mercedes EQA: Wie der GLA, nur zeitgemäß

Der EQA ist wie der GLA, nur spannender und moderner. Denn er trägt ein Elektroherz unter der kompakten SUV-Silhouette

von Andrea Hlinka

Steht man neben dem EQA, macht das Herz noch keine Sprünge, denn man denkt, man steht neben einem GLA: Kompakte 4,46 Meter ist er lang, 1,62 Meter hoch – ziemlich ähnliche Maße haben sie, die Karosserie-Zwillinge. Erst die Ansicht von vorne und von hinten zeigt, wer einen da durch die Gassen bewegt. Denn der Kühlergrill beim EQA ist, anders als beim GLA, geschlossen. Und dort, wo beim GLA am Heck das Nummernschild sitzt, trägt der Elektrozwilling stolz einen Mercedes-Stern.

Der EQA ist wie der ältere Bekannte, nur zeitgemäß. Er wird vollelektrisch betrieben. Eine 66,5 kWh-Batterie bewegt das SUV im besten WLTP-Fall rund 420 Kilometer weit.

Innen wie außen

Auch innen ist der EQA kein Einzelgänger: das Leder ist weich, wie bei seinen Familienmitgliedern, die Displays gestochen scharf, die Scheibenwischer ziehen keine Schlieren, die Sprachsteuerung versteht auch Anweisungen, die im normalen Sprechtempo gegeben werden. Nur die Schaltwippen am Lenkrad haben bei den EQ-Modellen eine andere Funktion als beim Verbrenner: Mit ihnen wählt man die Rekuperationsstufen.

Der neue EQA ist ein Luxus-SUV, das sieht, fühlt und hört man. Tatsächlich hört man nämlich nichts: kein Motorbrummen und auch kein Stromzurren. Die Ingenieure haben dafür eigens den Antrieb von Fahrwerk und Karosserie entkoppelt und extra gedämmt. Man möchte dafür laut Danke sagen. Auch, wenn der EQA keine Familienkutsche ist: Die Kinder sind glücklich, weil sie Ambientefarben wählen dürfen und Farben raten. Das ist ein recht ergiebiger Zeitvertreib. Und es ist im EQA genug Platz, nimmt man den Maßstab ernst, den man der Umwelt zuliebe bei allen Autos ansetzen sollte: So groß wie nötig, so klein wie möglich.

Zwei Tonnen schwer

Das Manko des EQA: Das kleine SUV wiegt satte zwei Tonnen. Der Reifenabrieb muss enorm sein. Und: Der Verbrauch ist relativ hoch. 20 kW/h braucht er allermindestens im Durchschnitt auf 100 Kilometer. Sorgen, dass die Batterie plötzlich leer ist und keine Ladesäule in der Nähe, muss man sich dabei nicht machen. Das Lade- und Navigationsmanagement ist auf Tesla und VW-ID-Niveau. Das Electric Intelligence System von Mercedes bezieht in seine Kalkulation die Topografie, das Wetter und das Fahrverhalten mit ein und errechnet auf dieser Basis mögliche Ladestopps. Ist man an einer Ladesäule angelangt, geht das Laden auch ziemlich schnell: Maximal kann die Batterie 100 kW saugen, wenn man an einer Schnellladesäule hängt, dann ist der Akku in 30 Minuten wieder zu 80 Prozent voll. An einer 11 kW-Ladesäule ist die Batterie in knapp sechs Stunden wiederbefüllt.

Dass der EQA dem GLA so sehr gleicht, ist für manche enttäuschend. Mercedes hat sich dafür allerdings ganz bewusst entschieden. Vielleicht war das Motiv dafür, die Wechsel-Hemmschwelle zu senken? Preislich macht es jedenfalls keinen großen Unterschied mehr, welchen Antrieb man wählt: Der GLA startet bei 40.800 Euro brutto in Österreich. Der EQA bei 48.590 Euro. Zieht man die 5.000 Euro Prämie ab, ist man nah am Verbrennerpreis.

Das Video über den EQA finden Sie auf motor.at

Antrieb
Der EQA kommt zu Beginn als EQA 250 mit Frontantrieb und 140 kW (190 PS)   auf den Markt. Es werden zwei Allradversionen und eine Version mit einer Reichweite jenseits der 500 km folgen  

Batterie
Im EQA 250 ist eine 66,5 kWh Batterie verbaut. Die Reichweite: rund 420 km. Mit 100 kW ist er auf  80 Prozent  in 30 Minuten geladen

2 Tonnen
wiegt das 4,46 Meter lange Elektro-SUV 
 

Der EQA im Video

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