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12/05/2011

Opel Astra Sports Tourer: Der Sportplatzwart

Eher Schönling als simpler Lastesel, stellt der Kombi Form über Funktion.

von Marc Lang

Ob der äußere Schein oder die inneren Werte beim Kauf eines Kombi höher zu gewichten sind, muss jeder Interessent selbst entscheiden. Fakt ist, dass beim größeren Bruder des Astra die Abkehr von simplem Nutzwert hin zu gefälliger, durchaus sportlichen Optik der Käufergunst keinen Abbruch getan hat.

So werden auch beim Astra Kombi wohl die meisten Käufer die Einbuße von rund 40 Liter Laderaumvolumen im Vergleich zum Vorgänger verschmerzen, zumal der Nutzwert unter der Schönheit nicht gelitten hat: Auf Tastendruck lassen sich die Rücksitzlehnen entriegeln und klappen selbsttätig nach vorn, die Gepäckraumabdeckung schwenkt bei Berührung nach oben und gibt den Zugang zum Laderaum frei. Der Frachtraum selbst ist gut nutzbar und fast vollständig eben, die Ladekante angenehm niedrig. Die weit aufschwenkende Heckklappe, der doppelte Laderaumboden sowie die zahlreichen Verzurrösen und Schienen tun das Übrige, um den Ambitionen des Sports Tourer als Transporter zu untermauern.

Dynamik

Dass auch Agilität ein Thema ist, unterstreicht das variable Fahrwerk: Auf Tastendruck ändert der Astra das Ansprechverhalten von komfortabel/seriös auf bissig/hart. Gaspedalkennlinie, Lenkverhalten und Dämpfung changieren nach Fahrerwunsch - optisch untermalt durch weiße Instrumentenbeleuchtung im Komfortmodus und giftiges Rot im Sport-Kennfeld. Für echte Sportlichkeit fehlt es dem 1,4-Liter-Turbo an Biss, die 140 PS treiben den Opel zwar agil, aber eben nicht sportlich voran. Schuld daran trägt das lang übersetzte Getriebe, das im Komfortmodus zwar für angenehm niedriges Drehzahlniveau sorgt, für den Fall sportlicher Ambitionen fehlt dem Triebwerk aber der Atem.

An der Ergonomie des Cockpits gibt es hingegen wenig auszusetzen. Zwar wirkt die Mittelkonsole ob der vielen Tasten auf den ersten Blick überfrachtet, dafür lassen sich die meisten Funktion direkt aufrufen. Auch um die Bewegungsfreiheit der vorne Sitzenden ist es gut bestellt, hinten geht es klassenüblich beengt zu.

Die Qualitätsanmutung ist gut, wenngleich die Armaturenabdeckung aus Hartplastik sowie die antiquiert wirkende Bordcomputer-Anzeigengrafik billig wirken. Dass der Beifahrersitz des Testwagens wackelte, lässt auf Verbesserungspotenzialbeim Finish schließen.

Versöhnlich hingegen stimmt der Kaufpreis in der getesteten Cosmo-Version: Um € 24.290,- sind unter anderem Tempomat, Komfortsitze und Klimaautomatik serienmäßig an Bord, im Falle des Testwagens treibt erst die üppige Sonderausstattung (Sportfahrwerk, Diebstahlwarnanlage, Soundsystem, Schiebedach, Leder) den Anschaffungspreis über die 30-Tausender-Schwelle.

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