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Ford Puma Hybrid Rallye1

© Ford

News
01/19/2022

WRC-Auftakt Rallye Monte-Carlo: Start in die neue Hybrid-Ära

Die legendäre Monte bringt heuer viel Neues: Hybrid-Autos, nachhaltigen Treibstoff und die Rückkehr auf den Col de Turini

von Horst Bauer

Am Donnerstag geht es los. Mit dem Auftakt zur Rallye Monte-Carlo startet die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in eine neu Ära. Das geänderte Reglement hat es technisch in sich. Kernpunkt ist die verpflichtende Verwendung eines Hybrid-Antriebes für die Rallye-Boliden und die ausschließliche Verwendung von 100 % nachhaltigem Treibstoff, der aus einer Mischung von synthetischen und biologisch abbaubaren Elementen hergestellt wird.

Die von den Herstellern neu entwickelten Rallye-Autos müssen einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbomotor (Leistung rund 380 PS) verwenden, der mit einem 100 kW / 134 PS leistenden Elektromotor kombiniert wird. Dessen Versorgung mit Strom besorgt eine 3,9 kWh-Batterie, die während der Fahrt durch Rekuperation oder an den Servicepunkten via Kabel aufgeladen werden kann.

Insgesamt stehen den Piloten - zumindest kurzfristig - rund 500 PS und 500 Nm Drehmoment zur Verfügung. Der Boost aus dem zusätzlichen E-Motor kann - solange Strom in der Batterie ist - in mehreren, drei Sekunden dauernden Phasen während einer Sonderprüfung abgerufen werden. Beim Start kann der E-Motor rund 10 Sekunden lang die Gesamtleistung boosten. Das sollte bei den mindestens 1.430 kg (inklusive Besatzung) wiegenden Rallye1-Boliden zu Beschleunigungswerten von rund 3,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 führen. Zusätzlich kann der Strom auch verwendet werden, um etwa Teile von Verbindungsetappen oder Stadtdurchfahrten rein elektrisch zu absolvieren. Im Servicepark muss verpflichtend nur der E-Motor verwendet werden. Die rei elektrische Reichweite beträgt rund 20 Kilometer.

Zurück zum manuellen Schalten

Neben der Elektrifizierung der WRC-Boliden bringt das neue Reglement aber auch die Rückkehr zu einem mechanisch zu schaltenden sequentiellen 5-Gang-Getriebe. Zudem wird das bisher verwendete aktive Mitteldifferenzial verboten und durch je ein mechanisches Differenzial an Vorder- und Hinterachse ersetzt.

Neuland betritt der Großteil der aktuellen Piloten bei der Monte-Carlo Rallye aber auch, was die Streckenführung betrifft. So sind bei der 90. Ausgabe der Monte 85 Prozent der Etappen neu gegenüber dem Vorjahr. Dem Jubiläum geschuldet ist dabei wohl auch die Rückkehr auf den legendären Col de Turini. Und das gleich auch in einer erstmals seit 2013 wieder gefahrenen Nachtetappe gleich nach dem Start in Monaco am Donnerstagabend.

Duell der Sébastiens

Ein weiteres Highlight kann der Veranstalter mit dem Duell der beiden WRC-Dominatoren der vergangenen Jahrzehnte bieten. Als Titelverteidiger wird am Donnerstagabend der achtfache Weltmeister Sébastien Ogier im Toyota GR Yaris Rally1 als Erster auf die Strecke gehen. Sein Comeback in der Rallye-Szene feiert aber auch der neunfache Weltmeister Sébastien Loeb in einem Ford Puma Hybrid Rally1 von M-Sport.

Neben Toyota mit vier GR Yaris Rally 1 und Ford mit ebenfalls vier Puma Hybrid Rallye1 (der den bisher in der WRC verwendeten Fiesta ersetzt), steht als drittes offizielles Werksteam Hyundai mit drei Hyundai i20N Rallye1 am Start.

Die Jubiläumsausgabe der Rallye-Monte-Carlo ist der erste Lauf zur diesjährigen Weltmeisterschaft, die heuer 13 Rallyes umfasst und mit der Japan- und der Neuseeland-Rallye auch wieder zwei Läufe im Programm hat, die in den vergangenen beiden Saisonen bedingt durch die Pandemie entfallen mussten.

Die 90. Monte startet am Donnerstagabend vor dem Casino in Monaco und endet am Sonntag mit den letzten beiden Etappen.

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