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Tests
04/27/2019

Citroën C5 Aircross im Test: Das Ziel ist der Weg

Kompakt-SUV mit hohem Federungskomfort.

von Ad Raufer

Die SUV-Neuzulassungen schießen nach wie vor durch die Decke. Das ist natürlich auch Citroën nicht verborgen geblieben – und so erweitert der zur PSA-Gruppe (Peugeot/DS/ Opel) gehörende Hersteller das SUV-Modellprogramm um den C5 Aircross, großer Bruder des C3 Aircross und eng verwandt mit den Konzernmodellen DS7, Peugeot 5008 und Opel Grandland X. Und, ja: Die Gallier haben da ein Auto hinbekommen, das zwar keine neuen Maßstäbe setzt, aber im Verein mit der Konkurrenz locker mithalten kann.

In einer Hinsicht sogar mehr als das: Seit nahezu 100 Jahren nämlich ist Federungskomfort ein zentrales Anliegen der Marke mit dem Doppelwinkel, kein anderer Fahrzeughersteller verfügt über derart viel Know-how.

Hohes Komfortniveau

Genau das wird nun mit neuen, sogenannten hydraulischen Anschlägen vertieft, die sich Citroën sogar hat patentieren lassen. Diese Dinger sorgen – im Verein mit großen Federwegen – für ein in diesem Fahrzeugsegment unerreichtes Komforterlebnis und erinnern an die Zeiten, als Citroën mit der Hydropneumatik Schlaglöcher und Bodenwellen absorbiert und von den Insassen ferngehalten hat.

Erstaunlich, dass ein Fahrwerk ohne elektronischer Regelung derart hohen Fahrkomfort vermitteln kann. Das Ziel ist also der Weg, um es mit einem umgemodelten Citroën-Werbesprücherl zu sagen.

Wie bei modernen SUV üblich, muss auch der Aircross mit zwei angetriebenen Rädern das Auslangen finden. Für widrige Fahrverhältnisse steht jedoch Abhilfe in Form einer Grip Control genannten Regelelektronik bereit, die die Traktion auf Untergründen mit geringer Haftung verbessert. So erlaubt das System etwa auf unbefestigten Wegen mehr Schlupf, in dem es Drehmoment vom durchdrehenden Rad wegnimmt.

Flankierend dazu hat Citroën dem Aircoss außerdem auch einen Bergabfahr-Assistenten spendiert, der – etwa bei sehr starkem Gefälle – die Fuhre auf maximal 3 km/h einbremst und so verhindert, dass das gallische SUV während einer Bergabfahrt unkontrolliert ins Rutschen kommt. Ebenfalls mit an Bord: Die heute übliche Armada an Assi-Systemen.

Für die Aircross-Kundschaft stehen insgesamt vier Motorvarianten (zwei Benziner mit 130 und 180 PS und zwei Diesel mit identischer Leistung) zur Wahl.

Der Motor-KURIER probierte den Top-Diesel, der mit SCR-Kat und AdBlue-Harnstoffeinspritzung ausstaffiert, nach Euro 6d-TEMP zertifiziert und ausschließlich mit geschmeidig-sanft die einzelnen Fahrstufen wechselnder 8-Gang-Automatik zu haben ist.

Kein Fehler: Die Zusammenarbeit zwischen dem ebenso lebhaft wie sparsam agierenden Turbo-Diesel und der Kraftübertragung funktioniert perfekt, dazu kommen unproblematische Fahreigenschaften, ein großer, bis zu 1630 Liter Ladegut fassender Kofferraum und eine überreichlich-komplette Serienausstattung. Dass die Lenkung seltsam gefühllos-synthetisch und völlig ohne Bodenkontakt arbeitet, sei dem C5 Aircoss nachsichtig verziehen.