Tests
01/19/2019

VW Touareg im Test: Statussymbol unserer Zeit

Beeindruckender Langstreckenkomfort, überraschende Agilität und zeitgemäßes Bediensystem.

Entspannt nähert man sich dem Wolfsburger Flaggschiff. Es muss anders als seine Schwestermodelle von Porsche und Audi nicht den Spagat aus Gigantomanie und Sportlichkeit schaffen.

Zwar zeugt auch beim Touareg der mit viel Chrom besetzte Kühlergrill nicht von nobler Zurückhaltung, doch wird der Fahrer kaum angestachelt, das enorme Potenzial an Kraft und Fahrdynamik ständig auszuschöpfen. Vielmehr besticht der VW durch eine Lässigkeit im Umgang, die jenen zu eigen ist, die nichts mehr beweisen müssen. So bietet der Touareg jene Art von Luxus, die sich primär nach innen richtet.

Die in sehr komfortables Gestühl gebetteten Passagiere schottet er gekonnt von jedweder Unbill der Außenwelt ab. Mit Gleichmut absorbiert er Fahrbahnverwerfungen oder Bodenwellen jeder Art und filtert Fahr- und Windgeräusche dank (optionaler) Akustikverglasung nahezu vollständig weg.

Untermalt vom sonoren Brummen des Dieselmotors spult man Langstrecken ohne Anstrengung ab. Vier Erwachsene finden mehr als genug Platz im Innenraum und im Bedarfsfall reisen selbst drei große Männer bequem nebeneinander auf der Rücksitzbank. Alternativ fallen deren Lehnen auf Knopfdruck vor und ergeben einen riesigen, fast ebenen Laderaum.

Der 3-l-Dieselmotor erweist sich als passende Wahl. Zwar schmälert auch im Touareg die spürbare Anfahrschwäche die erste Begeisterung, doch einmal in Bewegung drückt die Macht von 600 Nm gewaltig an. Häufige Lastwechsel aber versucht die 8-Gang-Automatik durch hektisches Schalten zu parieren, während sie beim Beschleunigen aus Kurven spät in niedrige Gänge wechselt –als wolle sie den Piloten zu entspannter Fahrweise erziehen.

Digitales Cockpit

Neben dem digitalen Kombi-Instrument beeindruckt das Cockpit mit seinem 15-Zoll-Zentralmonitor, der neben Navigation und Infotainment auch die Steuerung von Sitz- und Klimafunktionen beherbergt. Die Auflösung ist gestochen scharf und die Bedienung klappt in den meisten Fällen über den schnell reagierenden und gut strukturierten Touchscreen problemlos. Verbesserungswürdig ist die Spracheingabe, die nur auf klar formulierte, eintrainierte Befehle reagiert.

Bemerkenswert zuverlässig funktionieren die zahlreichen Assistenzsysteme: Selbst bei widrigen Wetterverhältnissen hält der VW gekonnt Abstand und Spur – einzige Auffälligkeit ist die Tendenz des Assistenten, die gesamte Breite der Fahrspur zu nutzen und so speziell in langgezogenen Kurven zwischen den Leitlinien zu pendeln.

Wer gediegenem Komfort, hochwertiger Materialanmutung und tadelloser Verarbeitung den Vorzug gegen Agilität und Dynamik gibt, ist mit dem Touareg zweifellos gut beraten.