Zweirad
01/28/2019

Neue Scooter und 125er: Brav mit Bravour

Freundliche Mobilitätsdienstleister mit Charme und Zusatznutzen müssen keineswegs langweilig sein.

Rund 18.000 Roller werden jährlich in Österreich verkauft, quer durch alle Segmente – vom Moped bis zum Power-Scooter. Markant dabei: Auch hier steigen die Ansprüche hinsichtlich Komfort, Sportlichkeit, Funktionalität und Hightech, oftmals übernommen aus der Motorradwelt. Kaum ein Roller kommt mehr ohne originelle Ideen, die das Leben leichter oder unterhaltsamer machen, auf den Markt. Darüber hinaus ist die urbane Liga auch Anknüpfungspunkt für die Elektromobilität im Zweiradmarkt.

BMW C 400 GT

Der C 400 X hatte keinen leichten Start: Qualitätsprobleme beim Serienanlauf in China haben die Markteinführung um eine Saison zurückgeworfen, doch nun scheint alles geregelt – und der X bekommt auch gleich einen Bruder namens GT zur Seite gestellt. Auf gleicher technischer Basis (Einzylinder mit 350 ccm, 34 PS) zeigt der GT einen strengeren Look und bietet mehr Komfort und Wetterschutz auch für längere Strecken. Neben dem hohen Windschild sind es Trittbretter für den Sozius und eine Lendenstütze für den Fahrer, die den Unterschied ausmachen; dazu ist Keyless Ride serienmäßig. Finanziell liegen allerdings auch 1200 Euro zwischen X und GT: ab 8600 Euro muss man für den neuen Granturismo-Scooter einplanen. Obendrein locken noch jede Menge verführerische Extras, etwa das große TFT-Display mit Connectivity.

Vespa GTS 300

Österreichs beliebtestes motorisiertes Zweirad bekam über den Winter eine Frischzellenkur. Dabei wurden die Linien leicht gestrafft und ein paar kleine, aber nützliche Details hinzugefügt: Hier eine LED-Beleuchtung, dort ein USB-Anschluss. All das gilt auch für die 125er-Variante. Die 300er-Version musste zusätzlich eine Herz-OP über sich ergehen lassen, um den Einzylinder bereits auf die kommende Euro-5-Norm vorzubereiten. Quasi als Nebenprodukt gewann der Motor 2,5 zusätzliche PS (nun knapp 24) und verzeichnet mit 26 Newtonmeter einen Drehmomentzuwachs um 18 Prozent. Nicht jedermanns Sache, aber edel und funktional ist das neue 4,3-Zoll-TFT-Display mit Smartphone-Anbindung. Es ist vorderhand der neuen Ausstattungsversion SuperTech vorbehalten.

Honda SH300i

Der populäre Großradroller mit 25 PS wird heuer mit zwei Goodies ergänzt: einer Traktionskontrolle und einem smarten Topcase, das mit dem Keyless-Go-System interagiert. Auf Knopfdruck ist daher nicht nur der Roller startbereit, sondern auch der externe Stauraum entriegelt. Preis: ab 5690 Euro.

Kawasaki Z125

Die Japaner bringen heuer ein besonders hübsches Naked Bike in die 125er-Klasse: mit erwachsenem Design, Stahl-Gitterrohrrahmen und feiner Verarbeitung. Auch der Motor spielt in der Premiumliga: der flüssig gekühlte DOHC-Vierventil-Einzylinder schöpft mit 15 PS das Maximum der A1-Klasse aus, ein ABS ist serienmäßig. Auf der gleichen technischen Basis bietet Kawasaki auch eine vollverkleidete Version an: die Ninja 125. Preise: 4699/4999 Euro.

Niu NGT

Die 2014 gegründete chinesische Elektrorollermarke Niu konnte 2018 die Charts der Elektro-Zweiräder mit ihrer N-Serie anführen. Diese zählt allerdings noch in die Moped-Kategorie, während der neue NGT das erste Produkt von Niu in der 125er-Klasse ist. Mit Bosch-Radnabenmotor und 4 PS Dauerleistung soll der Scooter 70 km/h erreichen und eine Reichweite von rund 100 Kilometer erzielen. Seine beiden Lithium-Ionen-Akkus (gesamt 4,2 kWh) von Panasonic sind herausnehmbar und lassen sich daher auch in der Wohnung laden – in versprochenen 3,5 Stunden. Darüber hinaus ist der zweisitzige Niu NGT auch vernetzt und schickt Fahr- und Statusdaten ans Smartphone. Preis: 4499 Euro.

Vespa Elettrica

Auch Vespa strebt nun elektrisch voran, die ersten Exemplare sind bereits in Österreich eingetroffen. Momentan ist die Vespa Elettrica allerdings noch im Moped-Segment beheimatet und daher auf 45 km/h limitiert. Die Reichweite soll 100 Kilometer betragen, die Akkus sind fix verbaut. Auch die Vespa Elettrica bietet ein TFT-Display samt App-Connectivity, dazu eine extrem angenehme Fahrbarkeit mit guter Verarbeitung, wie wir bei einem schnellen Schnuppertest erfahren konnten. Dafür ist der Preis engagiert: 6590 Euro kostet das elektrische Vespa-Vergnügen. Im Frühjahr soll eine stärkere Version der Elettrica im 125er-Segment das Angebot erweitern.