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Auto und Reise
02/22/2019

Slowenien: Grünes Gold

Dichte Wälder an den Berghängen, Hopfenfelder in der Ebene, dazwischen kulinarische und kulturelle Höhepunkte, aber kein Massentourismus: Nordwestslowenien ist ein Dorado für Genießer.

Die Römer  waren nicht die Ersten. Schon vorher wussten verschiedene Völker den Reichtum dieser waldreichen Gegend im nordwestlichen Slowenien an der Grenze zu Kärnten und der Steiermark mit tiefen Schluchten, steilen Hängen, glasklaren Bächen und wertvollen Bodenschätzen zu schätzen. Immer wieder wurden die reichen Städte geplündert, die Bewohner in den engen Tälern massakriert. Doch die Reste der verschiedenen Kulturen sind bis heute zu bestaunen. Manchmal im Verborgenen, aber immer wert, gesehen zu werden.

Auch die Zeit der Umweltverschmutzung durch ungefilterte Industrieabgase und -abwässer hat die Schönheit und den Reiz der Gegend nicht zerstört und wurde überwunden. Heute lockt wieder eine üppige Natur, aus der wunderbare Köstlichkeiten stammen, die in den zahlreichen ausgezeichneten Gasthäusern auf den Tisch kommen.

Dass hier Nachhaltigkeit und Bio gelebt werden und nicht nur Schlagworte sind, zeigen nicht nur die Bienen. Slowenien hat als erstes Land der EU seine Bienen unter Schutz gestellt und initiierte den UN-Weltbienentag, der heuer im Mai Premiere hatte. Schon der Hofimkermeister von Kaiserin Maria Theresia, Anton Janša, stammt aus dem Nordwesten Sloweniens. Honigprodukte sind noch heute fixer Bestandteil zahlreicher Leckerbissen.

Zwischen den gastronomischen Genüssen lässt sich auf einsamen Landstraßen durch dichte Wälder im satten Grün, entlang sprudelnder Bäche und auf Passhöhen mit großartigem Panorama Stress abschütteln, kurz, einmal richtig durchatmen. Bierliebhaber mag auch allein die Fahrt durch die zahlreichen Hopfenfelder in der Ebene entspannen. Nicht entgehen lassen sollte man sich auch die mannigfaltigen kulturellen Perlen, die entlang unserer Route zu finden sind.

Soboth

Ausgangspunkt unserer Route ist der Ort Soboth. Das idyllische Dorf im Südwesten der Steiermark war bis zum Zerfall der Monarchie jahrhundertelang nach Süden, dem Drautal im heutigen Slowenien, ausgerichtet und gehörte zum Bezirk Windischgrätz. 1920 stimmten die Sobother für Österreich. Die Grenzziehung war für Soboth aber wirtschaftlich ein schwerer Schlag und verlangte eine komplette Neuorientierung (siehe Buchtipp im Zusatzartikel „Leben entlang der Route“). Erst 1974 wurde die Straße zwischen Eibiswald in der Steiermark und Lavamünd in Kärnten, die heute bei Motorradfahrern beliebte B69, vollständig asphaltiert und Soboth ans höherrangige Straßennetz angeschlossen.

Die Route ist rund 470 Kilometer lang, die Anfahrt von Wien bis Soboth beträgt rund 280 Kilometer.
Wir verlassen Soboth in Richtung Westen auf der B69. Nach rund vier Kilometern taucht  rechts der vor rund 30 Jahren errichtete Stausee auf, der das ehemalige Glasmacher- und Holzfällerdorf St. Vinzenz bedeckt. Die Kirche und die Forstverwaltung sind noch erhalten und auf einem vier Kilometer langen ebenen Weg oder auf der Straße zu erreichen. Einen Rundweg um den See gibt es aber nicht.

Unsere Tour führt uns weiter auf der B69, wo nach rund einem Kilometer links die Abzweigung nach Laaken auftaucht. Diese kleine, nicht asphaltierte, aber sehr gut auch für Limousinen befahrbare Straße durch den Wald mit traumhaften Ausblicken auf das am Gegenhang liegende Soboth war die Verbindungsstraße zwischen der Sobother Hauptstraße und dem ehemaligen Holzfällerdorf Laaken mit früher einigen hundert Einwohnern.

Wir bleiben sieben Kilometer auf dieser Straße bis zu einer Weggabelung mit einem Holzlager, wo wir rechts nach wenigen Metern die Staatsgrenze zwischen Österreich und Slowenien passieren. Die Schilder sowie ein versperrtes Grenzhäuschen erinnern  an frühere Zeiten. Wenig später taucht linker Hand ein großer slowenischer Bauernhof auf und ein toller Panoramablick aufs österreichische Dorf Rothwein am Gegenhang öffnet sich. An der unmittelbar nach dem Bauernhof folgenden Weggabelung mit mehreren Hinweisschildern halten wir uns rechts und fahren rund einen Kilometer nach Pernice/Pernitzen. Bei der Kirche bietet sich bei entsprechendem Wetter ein grandioser Blick ins Drautal, in die unten liegende Siedlung Muta/Hohenmauthen, dem nächsten größeren Einkaufsort der Sobother bis zum Zweiten Weltkrieg, sowie in die dahinter liegenden Gebirgsstöcke wie des Pohorje/Bachern.

Zurück geht es den Kilometer bis zur Weggabelung, wo wir diesmal, von Pernice kommend, rechts talwärts fahren.  Die ersten acht Kilometer durch dichte Wälder, Blumenwiesen und Einzelgehöfte sind nicht asphaltiert. In Gortina unten im Tal bei der ersten Weggabelung halten wir uns links und fahren nach Muta, wo einerseits ein sehr empfehlenswertes Hammerschmiedemuseum im Ort und etwas außerhalb eine der ältesten Rotundenkapellen Sloweniens einen Besuch wert sind (Führung und Schlüssel auf Anfrage beim Gemeindeamt, siehe „Leben entlang der Route“).

Ausgangsort und  Zielpunkt der Genussreise ist das idyllische südweststeirische Dorf Soboth

Beeindruckende Tour im Bergbaumuseum in Mežica.

Die alte Burg in Celje

Das Jakobihaus in Soboth bietet tiefe Einblicke  in die frühere  Glasmacherkunst der Gegend, deren Produkte bis nach Russland  exportiert wurden

Das Zentrum von Windischgrätz rund um die Stadtpfarrkirche ist ein beliebter Ort für kulturelle und kulinarische Veranstaltungen

Stadtschloss von Velenje

Von Mežica kommend bieten sich auf der Passhöhe aussichtsreiche Platzerln  zum Verweilen an

Neben der romanischen Kapelle befand sich früher die alte Mautstelle und Grenze zwischen Steiermark und Kärnten, die später nach Unterdrauburg verlegt wurde. Daher auch der Name Muta/Maut. Neben der Kapelle verlief die römische Verbindungsstraße zwischen Ptuj/ Pettau und Klagenfurt. Noch heute ist sie eine Hauptverkehrsroute. Direkt neben der Rotunde in einem jahrhundertealten Gebäude befindet sich das Gasthaus Pri Lipi („Bei der Linde“) mit Gastgarten, das seit rund 15 Jahren von Helena Kresnik Pažek und ihrem Mann geführt und mit viel Liebe zu den traditionellen Materialien Stein und Holz um- und ausgebaut wurde. 

Aus der Küche kommen Spezialitäten, deren Zutaten meist von Biobauern der Region geliefert werden. Viele Rezepte stammen von der Großmutter der Chefin. Hier lässt sich der Tag mit Köstlichkeiten wie gekochtem gesalzenen Topfenstrudel (Beilage z. B. beim Gericht „Tischlein deck dich“) oder einem Buchweizenstrudel mit Nussfüllung und Himbeeren beenden, umrahmt von passenden Weinen. Pri Lipi verfügt auch über mehrere angenehme Gästezimmer.

Zweite Etappe

Solcherart entspannt und mit üppigem Frühstück gut vorbereitet starten wir in die zweite Etappe, die uns als Erstes Richtung Dravograd/Unterdrauburg führt, wo wir am Ortsanfang links abbiegen Richtung Slovenj Gradec/ Windischgrätz. Beim ersten Kreisverkehr richten wir uns nach Črna/Ravne (1. Ausfahrt) und fahren durch ein wunderschönes Tal, dem Gebirgsfluss Meža/Mieß entlang über Prevalje, Poljana-Šentvid nach Glančnik in Mežica/Mieß. Dort bleiben wir auf der Hauptstraße Richtung Črna na Koroškem/Schwarzenbach und achten auf die großen Überkopf-Transparente, die auf das Bergbaumuseum (Podzemlje Pece)  samt Parkplatz hinweisen. Das Tal hatte früher wie viele Schwerindustrieregionen große Umweltprobleme, sie wurden offenbar erfolgreich beseitigt.

Im Bergbaumuseum sollte man spätestens um 10.45 Uhr eintreffen, denn um 11 Uhr startet der Stollenzug ins Berginnere. Das Museum ist ganzjährig geöffnet. Die Führung erfolgt in mehreren Sprachen via Audioguide, bei kleineren Gruppen erzählt der Führer selbst. Besonders lebendig wird die Geschichte, wenn der Führer wie Marko Kuzman noch selbst unter Berg gearbeitet hat. Obwohl die 3,5 Kilometer lange Fahrt in den Berg und der rund einen Kilometer lange Fußweg nur einen sehr kleinen Teil der 1000 Kilometer langen Stollen zeigen, lassen sie die Härte der Arbeit unter Tag erahnen. In der Blütezeit waren 2000 Bergleute beschäftigt, Mežica war eines der größten Bleibergwerke Europas. 1994 war Schluss.

Tiere kamen laut Führer als Zugtiere übrigens nie zum Einsatz, dafür sei es im Berg mit rund 10 Grad zu kalt, stattdessen zogen und schoben früher, vor der Mechanisierung, halbwüchsige Kinder (ideal für die niedrigen Stollen) hunderte Kilo schwere Karren mit Erz aus dem Stollen ins Freie. Nach der rund zweistündigen Tour lohnt sich ein Besuch des angeschlossenen Museums. Die nötige Stärkung nach der Besichtigung lässt sich entweder beim Ausflugsgasthaus Kajžar oder beim Gasthaus Krebs  in der Nähe der Kirche einnehmen.

Danach geht es zurück auf die Hauptstraße Richtung Črna na Koroškem/ Schwarzenbach in einem engen Gebirgstal. Wir folgen dem Fluss Meža/Mieß Richtung Koprivna und dann Solčava/Sulzbach, das wir über einen Pass mit nicht asphaltierter, aber gut befahrbarer Straße erreichen. Die Straße bietet grandiose Ausblicke auf die beeindruckende Savinjske Alpe, auch Steiner, Sulztaler oder Sanntaler Alpen genannt. Wer höherrangige Straßen bevorzugt, kann als Alternativroute die etwas längere Strecke über Globasnitz, Eisenkappel und Pavličeva/Paulitsch Sattel nach Luče/Leutsch wählen, das wir am Abend erreichen und wo wir uns von der vielfach ausgezeichneten Köchin Martina Breznik im Haus Raduha mit einem hervorragenden, sich nie wiederholenden Menü samt wunderbarer Weinempfehlungen ihres Sohnes den Abend verzaubern lassen. Das Restaurant ist mit sechs Tischen sehr intim. Wer nicht im Haus übernachtet, sollte einen Tisch vorreservieren.

Im Haus Raduha lassen sich wohltuende „Glückstage“ verbringen, etwa im Oberstüberl des ehemaligen Pferdestalles,  das mit sehr viel Geschmack und Gespür zu Zimmern mit Ausblick zum nahen Bach Savinja/ Sann umgebaut wurde. Sehr beliebt sind Übernachtungen in den zwei Baumhäusern, die im Garten stehen. Zu den illustren Gästen zählt auch ein ehemaliger österreichischer Regierungschef.

Von Luče geht es entspannt durch das romantische und beidseits von Wäldern und Wiesen umrahmte Savinja-Tal (Sann-Tal) Richtung Celje/Cilli. Kurz vor Radmirje/Frattmannsdorf mit einer weithin sichtbaren Wallfahrtskirche zweigen wir rechts ab Richtung Gornji Grad/Oberburg, dem ehemaligen Bischofssitz dieser Region, der später nach Ljubljana/Laibach verlegt wurde. Im Zweiten Weltkrieg sollte die mächtige Anlage samt Kirche unter anderem mit wertvollen Bildern des Kremser Schmidt vernichtet werden, erzählt Pfarrer Ivan Šumljak. Eine slowenische Auschwitz-Überlebende konnte in letzter Sekunde den kommunistischen Kommandanten umstimmen. Im Arkadengang neben der Kirche verkaufen Frauen vom Dorf selbst gemachte Köstlichkeiten in fester wie flüssiger Form.

Kamnik/Bad Stein

Das nächste Ziel heißt Kamnik/Bad Stein, das wir auf einer gut ausgebauten Straße erreichen. Die mittelalterliche Stadt verdankt ihre Blütezeit dem einstmals mächtigen Geschlecht der Andechser. Heute zieht vor allem das 85 Hektar große Arboretum hunderttausende Besucher an. Aus Kamnik stammt auch Rudolf Majster, der nach dem 1. Weltkrieg bei der Loslösung der Untersteiermark eine umstrittene Rolle spielte. Wer den sehr empfehlenswerten Weg vom Glavni Trg/Hauptplatz über die Engstelle bei der Alten Burg durch die frühere Vorortstraße Šutna spaziert, sieht sein Geburtshaus neben der Stadtpfarrkirche. Fans des Stararchitekten Jože Plečnik können sein Heiliges Grab im barocken Franziskanerkloster bewundern.

In Kamnik haben sich auch  ambitionierte Köche zusammengetan, um mit regionalen Bioprodukten die traditionelle Kochkunst wieder zu beleben (siehe „Leben entlang der Route“).
Das Gasthaus Repnik, das auch stylische Zimmer bietet, liegt an der Straße 414, die uns wieder durch eine idyllische Landschaft nach Celje führt. Erst eine halbe Stunde vor Celje wird der Verkehr dicht und ein Gewerbegebiet reiht sich ans nächste. Wer einen schnelleren Weg sucht, nimmt die nahe Autobahn (Vignetten-Pflicht).

In Celje/Cilli selbst lässt sich in Kurzparkzonen auch im Stadtzentrum parken (Kurzparkzonen mit Zahlautomaten). Von dort kann man bequem den Hauptplatz und die topmodernen und sehr informativen Museen im Fürstenhof der Cillier Grafen oder der alten Grafei mit der berühmten „Cillier Decke“ besuchen oder sich in einem Café stärken.

Im Stadtzentrum stößt man bei Grabungen praktisch überall auf Überreste römischer Häuser und Straßen, erzählt Stadtführer Uroš Mijošek. Direkt im Tourismuszentrum am Hauptplatz sind etwa Überreste einer römischen Villa samt toll erhaltener Mosaike und Wandheizung zu bewundern. Die Stadt unter der Stadt nennt sich „Celaia“.

Velenje

Es lohnt sich, für Celje mehr als einen halben Tag einzuplanen, damit auch die alte Burg, die größte mittelalterliche Burg in Slowenien, erklommen werden kann, die einen tollen Rundblick bietet und beliebter Veranstaltungsort ist. Oder man entspannt sich am „Plaža“ (Strand), wie die Einwohner die grünen Wiesen entlang der Savinja/Sann nennen.

Von Celje nehmen wir wieder die Landstraße nach Žiče/Seitz (Richtung Šentjur und dann dem Wegweiser nach Žiče folgen). Als Alternative steht auch hier  die Autobahn zur Verfügung.
Wo der Wald besonders dicht und das Grün besonders üppig ist, öffnet sich der Blick auf die ehemalige Kartause Žiče/Seitz, die im 12. Jahrhundert vom Markgrafen der Steiermark, Otakar III gegründet und von Kaiser Josef II 1782 wieder aufgelöst wurde. Žiče war bis dahin die älteste Kartause in der Habsburger-Monarchie, hatte im 14. Jahrhundert mehr Bücher als der Vatikan und zudem die erste Apotheke auf slowenischem Gebiet, erzählt Tadeja Waldhuber vom Tourismusamt.Anders als das Kloster, von dem die sehr gut erhaltenen Ruinen die ehemalige Größe erahnen lassen, ist die Gastwirtschaft beim Eingang seit dem 15. Jahrhundert in Betrieb und verwöhnt die Besucher mit regionalen, frisch gekochten Schmankerln.
Mit frischer Kraft verlassen wir Žiče Richtung Slovenske Konjice. Über die Straßen 430 und 429 geht es nach Velenje/Wöllan, dem Sitz des  Hausgeräteherstellers Gorenje. Der Ort wurde schon früh von mächtigen Adelshäusern geschätzt. Das Tal der Paka, wo Velenje liegt, zählte früher 20 Schlösser. Besonders schön restauriert und sehenswert ist das Stadtschloss Wöllan auf einem Hügel, wo ein Museum und Galerien untergebracht sind.

Velenje ist aber auch ein Denkmal moderner Arbeiterarchitektur. Vor dem Industrieboom zählte Velenje nur um die 2000 Einwohner, heute sollen es mehr als 35.000 sein. Um den Arbeitern eine gesunde Wohnung mit viel Licht und Grün zu leistbaren Preisen bieten zu können, wurde eine Stadt am Reißbrett entworfen. Am Bau half ein Heer von Freiwilligen. Der frühere Staatschef Tito soll von den Fortschritten in Velenje begeistert gewesen sein. Ein wenig erinnert das Konzept an Entwürfe von Le Corbusier.
Das Kohlebergwerk ist noch  in Betrieb und bietet ein sehenswertes Museum. Auf ehemaligen Abbaugebieten, die zu Seen wurden, entspannen sich heute Wassersportler.
Genuss auf traditionelle Art abseits des Trubels bietet eine Villa am Stadtrand, die ehemalige Bleibe der Anna von Herberstein. Heute steigen in der „Vila Herberstein“ Topmanager aus aller Welt ab, wenn sie bei Gorenje zu tun haben. In der Vila lässt sich nicht nur vorzüglich speisen, sondern in den Gemächern auch stilvoll nächtigen.

Hugo Wolf

Von Velenje reisen wir Richtung Norden, auf der Straße 4 nach Slovenj Gradec/Windischgrätz. Dort treffen  wir Marko Košan am Hauptplatz vor dem Haus Nr. 40. Er wird uns durch das Hugo-Wolf-Museum führen. Das Geburtshaus des Komponisten wurde liebevoll zu einem informativen Wolf-Museum umgestaltet. Regelmäßig finden hochklassige Konzerte statt.Der Ort, seit der Urgeschichte besiedelt, war jahrhundertelang ein wichtiges administratives und wirtschaftliches Zentrum. 1903 brannte die Stadt fast ganz ab, konnte aber dank großzügiger Hilfe auch aus Wien wieder aufgebaut werden, so Košan. Der mittelalterliche Stadtkern wurde erhalten.
Slovenj Gradec ist heute nicht nur für seine Kirchen mit wertvollen Fresken, seine Museen und Galerien bekannt. 1989 wurde es von der UNO auch zum „Friedenskünder“ ernannt. 

Das nächste Ziel ist Dravograd/Unterdrauburg. Direkt vor der Überquerung der Drau lohnt sich ein Abstecher nach Bukovje/Buchenstein, ein frisch renoviertes Schloss mit tollem Ausblick, das von der Gemeinde zur Besichtigung, aber auch zum Übernachten („Hochzeitszimmer“, mehrere Zimmer mit Jugendherbergsniveau) angeboten wird. Zwischen 8 und 15 Uhr sind Angestellte vor Ort, die auch selbst erzeugte Salz- und Kräutermischungen verkaufen. Erreicht wird Bukovje über Meža (vor der Drauüberquerung rechts abzweigen und nach dem Bahngleis links dem Hinweisschild Bukovje folgen, circa einen Kilometer). Nach Bukovje führt uns die Reise zurück zur Hauptstraße, durch Unterdrauburg nach Lavamünd in Kärnten.

Wer das sehr sehenswerte Liaunig-Museum in Neuhaus samt einer hervorragenden Gläser-Sammlung besichtigen möchte, fährt dort Richtung Zentrum und folgt dann den Wegweisern Richtung Neuhaus. Die anderen lenken beim Ortsanfang von Lavamünd nach rechts  und steil bergauf auf die Soboth. Beim Kirchlein St. Magdalena auf halber Höhe lohnt sich eine kurze Rast, der Blick ins Tal ist dort atemberaubend. Danach geht es weiter Richtung Soboth.

Dort lässt sich die Route etwa im Gasthof Mörth bei regionalen Schmankerln mit Fleisch von Bioochsen aus dem Ort oder Heidensterz abschließen – aber auch durch die Erkundung der früheren Glasindustrie in der Region erweitern.

Leben entlang der Route

Die Reisestrecke mit  Start und Ziel in Soboth ist rund 470 Kilometer lang und führt vorwiegend über kleine Landstraßen durch das nordwestliche Slowenien, eine wunderschöne Landschaft mit viel Wald, entlang von Gebirgsbächen, mit herrlichen Panoramablicken und zahlreichen kulturellen und kulinarischen Höhepunkten.
Slowenisches Tourismusbüro, Opernring 1/R/4, 1010 Wien www.slovenia.info

Wer eine längere Anreise hatte, findet in Soboth angenehm ruhige Nächtigungsmöglichkeiten sowie hervorragende regionale Küche. Besonders familiär, jedoch zu Stoßzeiten mit Wartezeiten verbunden sind das Gasthof Mörth (Spezialität: z. B. Heidensterz, wunderbares Biorindfleisch) mit fast unveränderter Wirtsstube aus den 1920er-Jahren im Ortszentrum, sowie das Gasthaus Strutz in Laaken 21, Soboth (Spezialität: Forellen aus eigener Erzeugung). Ebenfalls sehr gute Küche und Zimmer bieten das Alpengasthaus Messner sowie der Roschitzhof.
Nähere Infos, auch über die frühere Glasindustrie und den Stausee: www.soboth.at

Muta/Hohenmauthen ist die erste Gemeinde der Route auf slowenischer Seite und reicht von der Staatsgrenze mit mehr als 1100 Höhenmeter bis ins Drautal. Im Ort steht neben einem sehenswerten Hammerschmiede- museum auch eine der ältesten romanischen Rotunden Sloweniens (Führung auf Deutsch, Schlüssel und Infos beim Gemeindeamt), direkt daneben warten Köstlichkeiten regionaler Küche (Tipp: „Tischlein deck dich“ und Buchweizenstrudel mit Nüssen und Himbeeren und Vanilleeis) samt gutbürgerlicher Übernachtungsmöglichkeit im Gasthaus Pri Lipi.
Gemeindeamt/Občina, Frau Angelca Mrak, Glavni Trg 17, 2366 Muta +386 288 79 600
Gostilna Pri Lipi, Mariborska Cesta 12 2366 Muta
, www.PriLipi.si

Die kleinen Gebirgstäler westlich von Slovenj Gradec/Windischgrätz haben eine lange Bergbautradition. In Mežica/Mieß wurde das Blei- und Zinkbergwerk erst 1994 stillgelegt und zum Museum ausgebaut. Die Stollen sind per Minenzug, mit Kanu oder Mountain-Bike (neu: Sonderrouten für Extremsportler) zu erkunden. Eine Mindestkondition ist erforderlich, auch ein warmer Pulli ist von Vorteil, die Temperatur im Berg beträgt 10 Grad. Die Tour mit dem Zug dauert circa zwei Stunden, mit dem Kajak vier Stunden, mit dem Mountainbike zweieinhalb Stunden. Vor dem Bergwerkseingang ist ein Erlebnispark samt Dinosaurier. 
Podzemlje Pece, Glančnik 8,
2392 Mežica
, www.podzemljepece.com 
Die passende Stärkung bieten das Ausflugsgasthaus Kajžar, www.turisticnekmetije.si/de/kajzar oder das Gasthaus Krebs im Ort.

Unter Bergfreunden ist das Logar-Tal bestens bekannt. Genießer kennen auch das Haus Raduha in Luče, wo mit Martina Breznik bereits in vierter Generation eine Frau die Gäste mit ihrer Küche verwöhnt. Breznik war bereits beste Köchin Sloweniens, ist vielfach dekoriert. Wichtig war ihr immer die traditionelle regionale Küche als Basis, bereits bevor sie sich der Slow-Food-Bewegung anschloss. Dazu gibt es hervorragende Weine als Begleitung. Das Haus Raduha bietet mehrere Zimmer, auch zwei Baumhäuser. Waren früher vor allem Fliegenfischer ihre Stammgäste, so sind es nun Genießer guten Essens und entspannender Ruhe.
Haus Raduha, Familie Breznik
3334 Luče 67
http://www.raduha.com/de/hiska.php 
Tourismusbüro 3334 Luče 106 www.tic-luce.com, Tourismusinfo Solčava (auch über die Panoramastraße und das Logartal), 3335 Solčava 29 www.logarska-solcavsko.si www.solcavska-panoramska-cesta.si 

Hunderttausende Besucher kommen alljährlich wegen der Blumen ins Arboretum nach Kamnik. Das frühere Bad Stein hat aber noch viel mehr zu bieten, etwa die mittelalterliche Innenstadt, interessante Kirchen außerhalb und die berühmte Alm Velika Planina mit den alten Holzhütten. Auch rund um Kamnik gibt es eine Initiative, die die regionale Küche in verfeinerter Form fördert. Regionale Spezialitäten sind etwa der Hartkäse Trnič, Buchweizengerichte, Powidl als Fülle für Fleisch oder Palatschinken, der Tannenwipfellikör Rusovc. Drei Restaurants sind ganz vorne mit dabei: 
Mili Vrh, Mira Lanisek Pirc, Žale 10a, 1240 Kamnik, www.gostilna-milivrh.si Gasthaus Pension Repnik,
Vrhpolje 186, 1240
Kamnik www.gostilna-repnik.si
Gasthaus Pri Planinskem Orlu (v.a. Wildspezialitäten), Stahovica 20, 1242 Stahovica (bei Kamnik), www.priorlu.si
 
Natur (für Anfänger) bietet das neue Öko-Resort, vor allem für städtisches Publikum aus dem Nahen und Mittleren Osten mit entsprechendem Kleingeld. 
Slovenia Ecoresort, Godič 44a,
1242 Stahovice (bei Kamnik)
www.sloweniaecoresort.com 
TIC/Fremdenverkehrsamt Kamnik, Glavni Trg 2, 1241 Kamnik www.visitkamnik.com 

Als römische Schatzkammer mit viel Flair und grüner Umgebung zeigt sich Celje/Cilli. Die Stadt hat sich prächtig herausgeputzt, die Museen etwa im Fürstenhof der früheren Grafen von Cilli sind auf Topniveau. Berühmt ist auch die Cillier Decke, ein atemberaubendes Deckengemälde aus der Renaissance im Regionalmuseum. 
Tourismusbüro/TIC Celje,
Glavni Trg 17, 3000 Celje
, www.celje.si 

Der steirische Panther als Wappentier zeugt im ehemaligen Kartäuserkloster Žiče/Seitz nordöstlich von Celje vom Gründervater Otakar III (Markgraf der Steiermark). Obwohl die riesige Anlage nur mehr als Ruine existiert, strahlt sie noch immer viel Kraft und Ruhe aus. Erhalten ist seit 1467 die Gastwirtschaf/Gastuž beim Eingang, wo regionale Köstlichkeiten frisch zubereitet werden. Im alten Klosterkeller lagert das Weingut Zlati Grič tausende Flaschen und bietet auch Verkostungen vor Ort an.
Zlati Grič, Škalce 80, 3210 Slovenske Konjice, www.zlati-gric.si
Touristeninformationszentrum,
Stari Trg 27, 3210 Slov. Konjice
www.slovenskekonjice.si 

Slovenj Gradec/Windischgrätz ist seit Jahrhunderten ein administratives und kulturelles Zentrum der Region, des Mislinja-Tales, so auch Geburtsort des Komponisten Hugo Wolf. Das empfehlenswerte Museum befindet sich in seinem Geburtshaus. Die Stadt trägt seit 1989 den Ehrentitel „Friedenskünder“ der Vereinten Nationen und lockt mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen. Reich an archäologischen Attraktionen.
Tourismusinformation/TIC Slovenj Gradec, Glavni Trg 24, 2380 Slovenj Gradec, www.slovenjgradec.si 

Der aktuelle Wohlstand von Velenje/Wöllan, der zweitjüngsten Stadt Sloweniens mit sehr alten Wurzeln, ist dem Konzern Gorenje zu verdanken. Gorenje ließ 1970 auch die „Vila Herberstein“ am Ortsrand renovieren und zu einem gehobenen Gästehaus und Restaurant ausbauen. Die Vila, die nach Maria Anna von Herberstein benannt wurde, die nach 1918 nach Velenje/Wöllan zog, offeriert neben Top-Menüs, Ruhe und gediegenem Flair auch einen großartigen Blick über die Stadt und auf das Stadtschloss (sehenswert). Das Stadtzentrum bietet einen interessanten Einblick in eine jugoslawische Retortenstadt, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde. Zu besichtigen ist auch das Kohlebergwerk, das als Energielieferant wesentlich zum Aufstieg von Velenje beitrug.
Vila Herberstein, Kopaliska Cesta 1, 3320 Velenje, www.vilaherberstein.si
Kohlebergwerk Velenje/Muzej  Premogovništva Slovenije, Koroška Cesta, 3320 Velenje, www.riv.si/muzej
Tourismusbüro/TIC, Stari Trg 3,
3320 Velenje
, www.velenje-tourism.si

Interessante Tipps für Ausflüge zu Fuß oder per Fahrzeug mit geschichtlichem Hintergrund sowie über die Gastronomie in der Gegend bieten die Bücher
„Reisen in der Untersteiermark/ Štajerska“ von Josef Wallner und Norbert Eisner im Zoppelberg-Verlag
„Reisen und Wandern in Slowenien/ Slovenija“ von Hilde und Willi Senft, Weishaupt-Verlag

Über das Lokalkolorit und die Folgen des Zerfalls der Monarchie auf das Leben an der heute steirisch/ slowenischen Grenze ist zu lesen in
„Schwarze Nebel, weiße Hände“ von  Alexa Wild, Keiper-Verlag