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© Horst Bauer

E-Mobility
10/11/2021

Erste Ausfahrt mit dem elektrischen Ford Mustang Mach-E GT

Wie sich der elektrische Über-Mustang fährt, wie er klingen kann - und warum er kein Sportwagen ist

von Horst Bauer

Wenn er schon Mustang heißt, dann muss es ihn auch als GT geben. Dass die Ford-Strategen ihr erstes vollwertiges Elektro-Auto unter dem Namen der Sportwagen-Ikone des Hauses auf den Markt gebracht haben, hat dem Mach-E die nun marktreife GT-Version beschert.

In Zahlen bedeutet das: 487 PS Leistung der beiden für einen permanenten Allradantrieb sorgenden E-Motoren, massive 860 Nm Drehmoment und dank der 88 kWh-Batterie eine Normreichweite von rund 500 km. Von 0 auf 100 km/h vergehen aus dem Stand im Idealfall nur 4,4 Sekunden und das Ende der Tempo-Fahnenstange liegt theoretisch bei 200 km/h.

Wie sich das in der Praxis anfühlt, konnten wir bereits vor der heute startenden offiziellen Fahrpräsentation des Ford Mustang Mach-GT erkunden. Erste Kilometer am Steuer des elektrischen Überfliegers von Ford auf abgelegenen Landstraßen im Norden Dänemarks zeigten, dass hier kein bewusst auf brachialer Sportwagen getrimmter Muskelprotz geschaffen wurde. Mit dem Mach-E GT lässt es sich vielmehr auch ganz gemütlich – und leise – bummeln, ohne ständig an die schlummernden Kraftreserven erinnert zu werden.

Über die Fahrprogramme mit so sprechenden Namen wie „Whisper“, „Active“ oder „Untamed“ – die nur via zentralem Touchscreen angewählt werden können – lässt sich aber nicht nur die Leistungscharakteristik des Mach-E GT steuern. Bei den beiden letztgenannten Programmen kann der Pilot zusätzlich die Option „Propulsion Sound“ wählen. Also sich virtuelle Motorgeräusche einspielen lassen.

Akustisch ein brachialer V8

In dieser Konfiguration gibt sich das System alle Mühe, bei den Passagieren das Gefühl aufkommen zu lassen, dass da vorne unter der Haube ein brachialer V8-Motor seinen Dienst versieht. Wie es sich eben für einen Mustang GT bisher gehört hat. Das gelingt nicht nur akustisch recht gut, auch die Fahrleistungen passen da bestens ins Bild. Zumindest, wenn es mit viel freier Straße vor einem einfach einmal geradeaus geht. Auf der klassischen Quartermile – althergebrachter Maßstab für US-Beschleunigungsrennen – macht der elektrische GT jedenfalls beste Figur.

Trotz katapultartiger Leistungsentfaltung und virtueller Soundkulisse will aber trotzdem kein authentisches Mustang-Fahrgefühl aufkommen. Dafür ist die Sitzposition einfach zu hoch. Keine Sekunde vergisst man als Pilot dadurch, dass man eigentlich mit einem – wenn auch äußerst potenten - SUV vulgo Crossover und nicht mit einem geduckten Sportwagen unterwegs ist. Unterstrichen wird diese Erkenntnis auch durch die Auswirkungen des hohen Fahrzeuggewichts (ab rund 2,3 Tonnen), dass man da durch die Gegend wuchtet. Nicht, dass die Bremsen nicht gut wären und die stärkste Rekuperationsstufe nicht zu einer guten Verzögerung beitragen würde, aber Leichtfüßigkeit und Agilität fühlt sich zwangsläufig anders an.

Dabei ist dem Fahrwerk nichts vorzuwerfen und die Präzision der Lenkung ist ebenfalls eines GT würdig. So ist der Muskelprotz auch dann in der Lage, adäquaten Fahrspaß zu bieten, wenn es kurvig wird. Und bei entsprechender Ruhigstellung der zahlreichen elektronische Fahrhilfen kann bei ausreichend Platz durchaus auch einmal quer ums Eck gehen.

Wie sich die unterschiedlichen Fahrweisen auf die tatsächliche Reichweite auswirken und wieviel von den versprochenen 99 km Reichweite nach 10 Minuten Ladezeit in der Praxis tatsächlich ankommen, werden ausführlichere Tests noch zeigen.

Nach den ersten Schnupperkilometern mit dem GT des Mustang Mach-E lässt sich aber bereits sagen, dass Ford hier ein E-Auto abgeliefert hat, dass vom entspannten Familientransporter (sogar eine Anhängelast von 750 kg ist möglich) bis zum Katapult-Renner alles draufhat.

Und das angesichts der Leistung um einen äußerst konkurrenzfähigen Einstandspreis von 74.200 €.

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