© Planai-Classic/Martin Huber

News
01/08/2015

Planai Classic: Mit GPS in die Sturmfront

40 Oldtimer-Piloten gingen an die Grenze des Möglichen.

Es war Nacht in Gröbming. Dichtes Schneetreiben, nur ein paar Zuschauer wagten sich in den Matsch der Hauptstraße zum Zieleinlauf. Der Regen war in Schneefall übergegangen.

Dann kamen sie. Allen voran die Startnummer 1, Johann Kofler im offenen Sunbeam Supersport. Ein Sechszylinder-Bolide aus der Stummfilmzeit. Koflers Cockpit erinnerte an eine Tropfsteinhöhle: Schnee, Match, Eiszapfen überall, außen und innen. Kofler im eisgepanzerten Lederzeug: So stellt man sich den Yeti vor.
Der nächste der offen fuhr, war Carlo Hasenöhrl in einem Austin 7 Special, Baujahr 1936. Unter großen Arbeitsaufwand hatten er und sein Mechaniker den einsitzigen Rennwagen im Bewerb gehalten: Der Vergaser vereiste, der Kotflügel wollte sich ständig vom Auto trennen, bis Mitternacht wurde gebaut. Kofler und Hasenöhrl: Die wahren Helden der Planai-Classic.

Dann kamen die anderen, in den Cockpits dampfte es, die Gesichter im Schein der Stirnlampen waren alt, aber glücklich, denn auf der Fahrt vom Dachstein war eine Sturmfront mit Schnee, Regen, Glatteis und Nebel über das Feld hergefallen. „Das schlimmste was ich je erlebt hab“, meinte Pius Weckerle, auf Porsche einer der Top-Piloten. Rudi Roubinek im schön geheizten Volvo: „Die Naturgewalten haben voll eingesetzt.“

Rallye-Legende Franz Wittmann lacht aus einem Porsche 911: „Bist narrisch, ich hab geglaubt, das wird eine Spazierfahrt, ich musste wie in einer WM-Rallye fahren, um den 40er-Schnitt zu halten. Irgendwo haben wir gehalten, um einen Fiat aus dem Graben zu ziehen, dabei hab ich mir meine Hand zerschnitten.“ Das waren die späteren Gesamtvierten Werner Fessl/PeterSchöggl. Wittmann/Dona wurden schlussendelich Sechste.
„In der SP Preunegg und in der Letzten vor Gröbming über den Michaelerberg waren wir ständig am Limit, manchmal drüber“ hört man aus einem Datsun 240Z-Cockpit, der später gefeierten Gesamtsieger: Günter Schwarzbauer/Erich Hemmelmayer. Am Samstag duellierten sie sich mit Pius Weckerle in den geheimen SP’s um den Tagessieg. Mittels GPS-Messungen wurde der 40er-Schnitt auf die Zehntelsekunde gemessen. Die Zeitmessung hat die alten Autos mit einer GPS-Box und einem Transponder bestückt – der auf der Gröbminger Trabrennbahn und am Flugplatz Niederöblarn den Speedbewerb registrierte. Irgendwo absurd: Da werden die alten Autos mit modernster Technik an die Leine genommen.

Jeder hatte sein privates Erfolgserlebnis: Christian Clerici fuhr auf Porsche 911 im freien Training auf der vereisten Trabrennbahn die schnellste Runde, 1 Sekunde schneller als Andi Aigner. Clerici: „Damit war mein Tag gerettet“. Am Ende Rang 16., einen Platz vor Rudi Roubinek/Günther Schrems auf Volvo 142. Clerici-Co Peter Rossmanith: „Am besten waren wir unter Blindflugbedingungen, da ist Herr Clerici schmerzbefreit.“
Andi Aigner wiederum holte sich mit Navigatorin Ulli Glöckner auf einem Volvo P1800 die SP in Niederöblarn, zwischendurch sorgte er für eine spektakuläre Drifts. Franz Wittmann dominierte in der SP Moosheim, Pius Weckerle/Otmar Schlager gewannen die Dachstein-Bergauf Prüfung, Kapeller/Sutter auf Buckel-Volvo die Dachstein-Bergab-SP, Wolfgang Unterweger/Jutta Mocuba (VW Käfer) die Speed-Prüfung in Niederöblarn, Bernd Werndl mit Schloßhotel-Pichlarn-Hausherrin Alexandra Schörghuber holten sich auf Volvo Amazon den 2. Planai-Lauf, und Vorjahrssieger Rauno Aaltonen/Helmut Artacker schlugen im 3. Planai-Lauf zu. Rang 9 in der Gesamtwertung hat sie nicht befriedigt.

Für Gesprächsstoff sorgte eine Frau: Die fulminante Ingrid Corsmann auf VW 1302 S, die gleich die SP1 auf Schloss Pichlarn und die SP Trabrennbahn gewann und letztlich am zweiten Gesamtrang landete. Ihr Navigator Thomas Voglar sagt über sie: „Ein Teufelsweib, sie hat das Auto wunderbar im Griff.“
Wie Johann Kofler am Sonntag die SP’s Mitterberg und Birnberg gewinnen konnte, obwohl er meinte „ich kann nicht einmal die Stoppuhr drücken, weil ich beide Hände immer am Lenkrad haben musste, sonst entkommt mir der Sunbeam,“ bleibt ein Rätsel.

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Auf dem Podest drei unterschiedliche Autos: Ein Datsun 240Z unter Schwarzbauer/Hemmelmayer, ein VW Käfer unter Corsmann/Voglar und ein BMW 2002 Tii unter dem unverwüstlichen Franz Brachinger mit Co Gottfried Sommerauer. Im Kofferraum hatten sie eine Kiste mit 50 Kilo Nägel vertaut.
Es war eine Winter-Rallye wie noch nie. Was am Samstag mit einem Postkarten-Idyll auf der Trabrennbahn unter strahlend blauem Föhnhimmel und kristallweißem Gebirge begonnen hat, endete am späten Nachmittag in der Sturmfront. „Um das zu erleben, kam ich aus Finnland“, lachte Mini-Ikone Rauno Aaltonen. Es wird auch abseits der Formel 1 Autosport im Grenzbereich betrieben.

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Osamu Masuko, President of Mistubishi Motor Corp. …

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