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News
04/27/2020

Toyota GR Supra 2.0: So fährt sich der neue Vierzylinder

Das japanische Sportcoupe, das in Graz gebaut wird, bekommt eine Motorisierung, die es preislich attraktiver macht.

von Michael Andrusio

Eigentlich wäre ja der Reihensechszylinder der klassische Supra-Motor. Nun lässt man aber dem Supra-Kunden erstmals die Wahl zwischen vier und sechs Zylindern. In der aktuellen Generation ist die Umrüstung aber einfacher zu bewerkstelligen als das noch bei früheren Supras möglich gewesen wäre.

Rein technisch ist der Toyota-Sportwagen ident mit dem Z4 von BMW. Und beide werden in der Steiermark bei Magna Graz produziert. Und weil BMW den Z4-Kunden von Haus  auch Vierzylinder anbieten wollte, verlangt es nach keinen besonderen technischen Kniffen, um auch im Supra einen Vierzylinder zu installieren – Platz genug ist ja. Und so wie beim Sechszylinder kommt auch beim Supra 2.0 der Motor aus dem Hause BMW. Es soll einem nichts schlimmeres widerfahren als von den Bayerischen Motorenwerken versorgt zu werden.

Der Vierzylinder mit 2 Litern Hubraum und Turboaufladung treibt bei BMW den Z4 30i an, das aber nur nebenbei bemerkt. 258 PS leistet der Vierzylinder, das sind 82 PS weniger als der Reihensechszylinder im Supra 3.0.

Geht einem etwas ab? Nein, absolut nicht. Der 2-Liter passt wunderbar in den japanischen Sportwagen. Kraft gibt es jederzeit ausreichend und der Klang ist seidenweich (wenn auch nicht spektakulär). Wie beim großen Supra ist der Motor an ein fein abgestimmtes 8-Gang-Automatik gekoppelt. Die Gangwechsel kann man auch an Schaltwippen am Volant anordnen – das ist spaßig, vor allem, wenn man etwas flotter unterwegs ist, wirklich notwendig ist es aber nicht, zumal der Schaltknecht untadelig und stets zur rechten Zeit die Gänge wechselt.

Einen Schaltknopf zur Aktivierung eines Sportmodus hat der Supra 2.0 auch, allerdings fällt die Mutation ziemlich unspektakulär aus, so dass man auch gleich im Normalmodus bleiben kann. Die Lenkung ist so und so auf der exakten Seite und sorgt dafür, dass man den Japaner zielgenau durch die Kurven dirigieren kann. Im Vergleich zum Sechszylinder hat der 2.0 ja auch weniger Gewicht (minus 100 kg) auf der Vorderachse, was der Agilität auf kurvigen Straßen merklich gut tut. Die Toyota-Techniker haben den Motor dabei so weit es ging in Richtung Fahrzeugmitte gerückt, um die optimale Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen vorne und hinten beizubehalten.

Wenn man flott unterwegs ist, tritt auch bald einmal Schlupf an der Hinterachse auf und nach einem kurzen Wedeln sorgt das Stabilitätsprogramm wieder für Ruhe. Ja, man kann die Traktionskontrolle auch wegschalten – dann muss aber selber schauen, wo man bleibt.

Die Bremsen verzögern den Sportler ohne Fehl und Tadel. Das sei an dieser Stelle deswegen erwähnt, weil es auch hier einen Unterschied gibt: Der Sechszylinder hat Performance-Bremsscheiben von Brembo, die der 2.0 nicht hat. Wer aber den Vierzylinder für höhere Aufgaben rüsten will bzw. das eine oder andere Mal auf die Rennstrecke geht, kann ein so genanntes Performance-Paket dazukaufen. Dann gibt’s eben die zuvor erwähnten Bremsscheiben, rot lackierte Bremssättel, ein aktives Sperrdifferential hinten und ein adaptives Fahrwerk mit Dämpfersteuerung (kostet 2.882 Euro extra).

Sonst gibt es praktisch keine Unterschiede zwischen dem „kleinen“ und dem „großen“ Supra. Das Cockpit ist ident und erfreut den Sportwagenfahrer, da es – Digitalisierung hin oder her - aufs wesentliche beschränkt bleibt.

Das Einsteigen ist mehr ein Einfädeln (okay, ist immer noch ein Sportwagen) und dank des typischen Bubble-Dachs hat man, sobald man drin ist, ausreichend Kopffreiheit.  Unterschied zum Sechszylinder-Supra ist lediglich, dass dort die Sitze elektrisch verstellbar sind, beim Vierzylinder geht’s manuell. Die Übersicht nach hinten ist eingeschränkt – kein Problem, Rückfahrkamera ist an Bord – und vorne hat man stets die ausladenden Backen im Blickfeld.

Ein nicht unwichtiges Argument für den Supra 2.0 ist freilich der Preis. 55.900 Euro kostet der Vierzylinder-Supra und das sind gleich einmal satte 16.000 Euro weniger als der 3.0.

Das so genannte Granturismo Paket ist optional auch für den Vierzylinder-Supra zu haben (für € 3275,-). Serienmäßig ist hingegen die knallgelbe Lackierung (Lightning Yellow), aber das muss man halt echt mögen.

Antrieb: Vierzylinder-Benziner mit Direkteinsprizung und Twin-Scroll-Turboaufladung; Heckantrieb, 8-Gang-Automatikgetriebe.

Hubraum: 1998 cm3

Leistung: 258 PS/190 kW; max. Drehmoment 400 Nm bei 1.550 – 4.400 U/min

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 5,2 Sekunden, Spitze 250 km/h (elektr. begrenzt)

Abmessungen: 4379 x 1854 x 1299 mm; Radstand 2470 mm

Kofferraumvolumen: 290 Liter

Gewicht: 1395 kg/zul.Gesamtgewicht 1710 kg

Tankinhalt: 52 Liter

Normverbrauch: 7,5 Liter/km (WLTP); CO2 170 g/km (WLTP)

Preis: € 55.900,-.