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04.06.2013

Villa d'Este: Autos, die Geschichten erzählen

Hinter den Kulissen des prestigeträchtigen Concorso d’Eleganza am Comer See.

Das konnte er nicht auf sich sitzen lassen. Auch wenn er eigentlich nie Sportwagen bauen wollte, sondern schlicht nur „the best motorcar in the world“.Aber nachdem die Boys von Bentley sich eine prestigeträchtige Feder nach der anderen an den Hut stecken konnten, indem sie das bei der noblen Kundschaft als zeitgenössischer Qualitätstest hoch geschätzte 24-Stunden-Rennen von Le Mans seit 1924 dominierten, wollte auch Henry Royce ein markantes Zeichen setzen. Zwar nicht, indem man sich in die Niederungen des sportlichen Wettkampfs auf der Piste begab, aber er wollte zeigen, dass auch ein Rolls-Royce die damals magische Geschwindigkeit von 100 Meilen pro Stunde erreichen kann.

Also krempelte er den Motor des Phantom I gehörig um, vergrößerte den Hubraum auf mächtige 7,7 Liter und gab beim Karosseur Jarvis in Wimbledon einen sportlichen Aufbau in Auftrag – fertig war das Einzelstück, mit dem man 1928 zeigen konnte, dass man auch beim Thema Tempo ganz vorne war. Und das in dieser zugespitzten Form als Experimental-Fahrzeug eigentlich nicht in fremde Hände gelangen sollte.Doch der Maharadscha von Jamma und Kaschmir hatte nicht zu entkräftende Argumente dafür, dass er diesen ganz speziellen Phantom I besitzen will. So landete das rare Exemplar im Norden von Indien. Von dort nahm es verschlungene – aber dokumentierte – Wege und heute trägt es ein profanes österreichisches Zulassungs-Pickerl auf der Windschutzscheibe. Von seinem aktuellen Besitzer Alexander Schaufler wird der Phantom nämlich nicht nur als in der Garage zu erstarrendes Sammlerstück gesehen, sondern seiner ursprünglichen Bestimmung gemäß verwendet.

Damit unterscheidet sich der Wiener im Zugang an die Thematik „erhaltungswürdige Autos mit Geschichte“ von so manchem anderen Sammler, der von der gestrengen Jury des prestigeträchtigen Concorso d’Eleganza Villa d’Este als einer von 49 Teilnehmern zum Bewerb zugelassen wurde. Für so manche in ihrer gebrauchsspurenfreien Makellosigkeit zu Tode renoviert wirkenden Pretiose scheinen schon die paar aus eigener Kraft zurückzulegenden Meter aus dem Park der Villa d’Este vor die Jury-Tribüne als Zumutung. Zumal bei Regen und spätherbstlichen Temperaturen wie am vergangenen Wochenende.

Lauren und Bugatti

Der Gewinner der begehrten „Coppa d’Oro“, des Publikumspreises, war dann trotz aller Einzigartigkeit der 49 historischen Kunstwerke auf Rädern keine Überraschung. Die Kombination aus weltberühmtem Modeschöpfer (Ralph Lauren) und automobiler Ikone ( Bugatti Atlantic) ist praktisch unschlagbar. Von der von Ettores Sohn Jean Bugatti 1937 erschaffenen rollenden Skulptur existieren nur vier Stück, von denen eines verschollen ist. Der alles andere als hünenhafte Ralph Lauren auf die Frage, warum er sich gerade den zierlichen Atlantic zugelegt hat: „Weil er meine Größe hat.“

Die schönsten Oldtimer von der Villa d'Este

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