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© Horst Bauer

Tests
08/15/2020

Jaguar F-Type Cabriolet: Cruisen mit neuem Kompressor-V8

Der aufgefrischte Jaguar F-Type startet mit einem erstmals verfügbaren kleineren Kompressor-V8 in die zweite Runde

von Horst Bauer

Die optische und technische Überarbeitung hat dem F-Type gut getan. Dabei lässt die modernisierte Optik den Vorgänger leben, ohne ihn gleich zu einem alten Auto zu machen. Kernstück der Neuerungen ist jedoch der "kleine" V8 Kompressor mit 5 Litern Hubraum und 450 PS, der nun die Lücke vom V6 zum Überflieger, dem F-Type R mit 575 PS schließt.

Daher gleich zu den Testeindrücken vom Motor, der in einem F-Type Cabriolet P450 mit Heckantrieb verbaut war. Der V8 geht erwartbar souverän mit dem F-Type um, ohne dabei allzu deftige Trinksitten an den Tag zu legen. Ein realer Testschnitt von rund 10,5 Liter, der ohne Selbstkasteiung des Piloten zustande gebracht wurde, kann sich angesichts der gebotenen Leistung durchaus sehenh lassen. Mischen sich längere Langsamfahrstrecken in das Fahrprofil, geht es auch mit rund 7,5 Liter. Klarerweise schnellt die Verbrauchsanzeige aber flott nach oben, wenn man die volle Kraft des V8 über längere Zeit ausschöpft.

Viel zum Fahrspaß beitragen kann die formidable 8-Gang-Automatik, die bereits selbsttätig sehr aufmerksam schaltet – und das auch beim runterbremsen. Erst recht im Dynamic-Modus, in dem man aber in der Praxis meist doch lieber selbst zu den Schaltwippen am Lenkrad greift, wenn man sportlich unterwegs sein will. Nicht zuletzt, um dabei von den sehr kurzen Schaltzeiten zu profitieren. Das Getriebe ist also einer der stärksten Aktivposten des neuen F-Type.

Aber auch die präzise Lenkung und ein Fahrwerk, das dem sportlichen Auftritt alle Ehre macht, steigern das Fahrvergnügen.

Zudem stört nich das geringste Rütteln des Aufbaus die Sportlichkeit des F-Type Cabriolets. Das Verdeck wirkt sehr solide und lässt sich bis Tempo 50 öffnen oder schließen. In geschlossenem Zustand halten sich dabei die Windgeräusche in so engen Grenzen, dass auch das Cabriolet des F-Type durchaus als langstreckentauglich gelten kann.

Beim Offenfahren gibt’s zwei Zustände: Seitenscheiben unten bedeutet viel Fahrtwind um die Ohren und purer Roadster-Genuss.

Seitenscheiben oben bedeutet: Mit dem zusätzlich anbringbaren Windschott sinken Geräusch- und Zug-Pegel im Cockpit merkbar und die Warmluft aus den Heizungsdüsen lässt sich gut im Cockpit halten, wenn es draußen einmal kühler wird. Der offenen Fahrt in einen kühlen Abend (oder über den Dolomitenpass) steht nichts im Wege.

Britische Schrullen

Nun zu den britischen Schrullen, die auch in diesem Jaguar nicht fehlen dürfen. So gibt es zwar einen Knopf mit dem Symbol für die Spracheingabe, der fungiert aber im Normalzustand nur als Stumm-Schalter fürs Radio. Erst wenn man Android-Auto oder Apple CarPLay aktiviert hat, bekommt er seinen eigentlichen Sinn – weil nur dann eine Spracheingabe möglich ist. Womit das mitgekaufte Onboard-Navi also nur durch Eintippen via Touchscreen bedienbar ist. Was bei einem modernen Auto mit einem Endpreis jenseits von 130.000 Euro einigermaßen seltsam anmutet.

Auch nicht erleichtert wird das Leben an Bord durch die schräge Positionierung des Monitors, auf dem bei offenem Verdeck in vielen Licht-Situationen einfach nichts zu sehen ist. Im Coupé mag das ja nicht der Fall sein, aber im Cabrio ist der Touchscreen, so wie er dem Licht von oben ausgesetzt ist, eine totale Fehlbesetzung.

Der Kofferraum ist zwar bei kreativer Bepackung durchaus geräumig für einen Zweisitzer dieser Ausprägung, er heizt sich aber stark auf. Und das nicht nur bei Sonne von oben, sondern bei jeder Witterung auch von unten (durch den Heckantrieb). Das sollte man bedenken, wenn gepackt wird.

Unterm Strich ist der F-Type als Cabriolet – zumal mit dem neuen 8-Zylinder – eine vollwertige Alternative für alle, denen es schon zu viele Porsche 911er auf der Straße gibt.

Und die ein Herz für britische Schrulligkeiten haben.

Antrieb: V8-Zylinder mit Kompressor-Aufladung, Hubraum 5.000 ccm, Leistung 450 PS / 331 kW, maximales Drehmoment 580 Nm bei 2.500 - 5.000 U/min. Achtgang-Automatik, Heckantrieb

Fahrleistungen: Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,6 Sekunden, Spitzengeschwindigkeit 285 km/h

Abmessungen: Länge x Breite x Höhe 4,470 mm x 1.923 mm x 1,307 mm, Radstand 1.307 mm. Leergewicht (DIN) 1.660 kg, Kofferraum 233 l, Tankvolumen 70 l

Verbrauch: Normverbrauch 10,6 l / 244 g/km CO2, Testverbrauch 10,5 Liter.

Kosten: Grundpreis Jaguar F-Type P450 Cabriolet R-Dynamic RWD 120.403 €. Preis des Testwagens 135.254 €, Motorbezogene Versicherungssteuer  2.638,44 €.

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