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Zweirad
03/29/2020

Piaggio Medley 125/150. Italienischer Bestseller reloaded

Mit dynamischerem Design und Technik-Update will der Vernunftroller nun auch ans Herz rühren

Der Medley hat eine glänzende Karriere hingelegt: Nach vier Jahren im Dienst ist er zu einer fixen Größe im Modellprogramm geworden und hat sich in den Zulassungscharts nach vorne gearbeitet. Hinter drei Vespa-Modellen lag er 2019 auf Rang 4 der heimischen Scooter-Hitparade.

Dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – wurde er für die kommende Saison einem tief greifenden Update unterzogen. Im Fokus standen dabei das Design und der Antrieb.

In puncto Design erkennt man den neuen Medley sofort an einer dynamischer gestalteten Front. Sowohl Beinschild als auch Lenkerverkleidung sind nun flotter geformt und werden von einem kompakteren LED-Scheinwerfer gekrönt. Ebenso hochwertiger wirken die neuen Felgen und das breite LC-Display.

Elegant oder sportlich

Wie bisher ist der Medley in zwei Varianten zu haben: einem eleganten Modell ohne weiteren Zusatz und der sportlicheren Designversion namens S. Dort sieht man viele rote Zierelemente, schwarze Felgen, goldene Bremszylinder, eine Wave-Bremsscheibe vorne und einen speziellen Sattel mit roten Nähten. Als Zugabe spendiert Piaggio der um 100 Euro teureren S-Version nun auch das MIA-Connectivity-System, das eine Kopplung von Smartphone und Headset via Bluetooth möglich macht. So lassen sich Anrufe und Musik über das Display und eine Lenkertaste bedienen. MIA ist beim Basismodell gegen Aufpreis zu haben.

In technischer Hinsicht wurde der Medley vor allem motorisch auf den neuesten Stand gebracht. Zwar weiterhin als Euro-4-Modell unterwegs ist er bereit für Euro 5, was einen chirurgischen Eingriff notwendig machte. Neu sind der Zylinderkopf, der Kolben, die Einspritzanlage und das Motormapping. Dazu wurden Airbox und Auspuff deutlich vergrößert.

Quasi als Sideeffect fällt auch mehr Leistung an: Der Medley 125 leistet 15 statt bisher 12,2 PS, der Medley 150 bringt es auf 16,5 statt bisher 15 PS.

Laufruhig und leise

Beim Fahren tritt dieses Mehr an Leistung nicht gleich in den Vordergrund. Hier dominiert der Eindruck eines kultivierten, geschmeidigen Motors, der auch seine Geräuschkulisse unter das Motto der Zurückhaltung legt. Erst bei steigenden Geschwindigkeiten und höherer Drehzahl wird klar, dass es hier neue Reserven gibt.

Auch das weiterhin serienmäßige Start-Stopp-System wurde verfeinert und reagiert nun noch besser. Eine kurze Nachdenkpause für Starten und Einkuppeln muss man beim Gasgeben allerdings einkalkulieren; wen das stört, der kann das System per Knopfdruck deaktivieren.

Wie der Motor wurde auch das Fahrwerk für einen geschmeidigen, alltagsfreundlichen Betrieb getrimmt. Mit neuer Abstimmung und etwas breiterem Hinterreifen sorgt es für erstaunlich hohen Komfort und dank der schlauen Radgrößen für gute Abrolleigenschaften und schöne Stabilität in lang gezogenen, schnelleren Kurven.

Praktische Talente

Angesiedelt in der Vernunftklasse punktet der Medley mit reihenweise dienstbaren Lösungen: vom ausklappbaren Taschenhaken über das Handy-Staufach mit USB-Anschluss bis hin zum serienmäßigen Zwei-Kanal-ABS. Das Highlight ist aber das riesige, per Elektro-Taster zu öffnende Staufach unter dem Sitz, in das sogar zwei Vollvisierhelme passen. Wem das nicht reicht, der kann aus zwei unterschiedlich großen Topcases wählen.

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